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Die Corona-Krise macht der Forggenseeschifffahrt auch 2021 zu schaffen

Von: Katharina Knoll

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Schiff auf dem Forggensee
Die Verantwortlichen der Forggenseeschifffahrt hoffen nach zwei Corona-Sommern auf eine schwarze Null im kommenden Jahr. © Matz

Füssen - Das zweite Corona-Jahr schaut zwar besser aus als das erste, trotzdem rechnet die Forggenseeschifffahrt für 2021 mit einem Verlust.

„Wenn wir unter 100.000 Euro Verlust bleiben, müssen wir zufrieden sein, was die Corona-Situation betrifft“, erklärte Helmut Schauer, Leiter der Forggenseeschifffahrt, als er jetzt im Werkausschuss den Zwischenbericht für das Wirtschaftsjahr 2021 den Stadträten vorstellte. Das zweite „Corona-Jahr“ schaue aktuell jedoch besser aus als das erste. So weist die vorläufige Gewinn- und Verlustrechnung für die Monate Januar bis Oktober einen Jahresfehlbetrag von rund 121.000 Euro auf. 2020 belief er sich in diesem Zeitraum noch auf rund 308.000 Euro.

Auch heuer konnte die Forggenseeschifffahrt trotz der Corona-Krise pünktlich zum 1. Juni in die Saison starten. Doch wie im vergangenen Jahr musste sie die Vorgaben der Staatsregierung einhalten. Dafür entwickelte der Betrieb das Hygienekonzept aus dem vergangenen Jahr weiter und passte es an die wechselnden Vorgaben an. Das hatte Auswirkungen auf den Fahrplan. Statt drei große Rundfahrten mit der MS „Füssen” bot die Schifffahrt nun vier, jeweils 90-minütige Rundfahrten an. Auf der MS „Allgäu” installierten Mitarbeiter auf dem Sonnendeck Trennwände. Somit konnten die Fahrgäste rund 50 Plätze mehr nutzen.

Dank verschiedener Anpassungen konnte der städtische Eigenbetrieb an schönen Tagen somit täglich ca. 150 Sitzplätze mehr anbieten. Das schlug sich in den Umsätzen nieder. So stiegen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 118.900 Euro. Beim Fahrkartenverkauf inklusive Gutscheinen nahm der Betrieb 108.000 Euro mehr ein, in der Bordgastronomie waren es ca. 5600 Euro mehr. Dennoch musste die Schifffahrt auch in der zweiten „Corona-Saison“ Einbußen bei den Umsätzen hinnehmen. Der Grund: Die Gästefrequenz sei teilweise noch verhalten gewesen, außerdem spielte das Wetter nicht immer mit.

Um 68.400 Euro geringer fallen derzeit die Aufwendungen des laufenden Betriebs im Vergleich zum Vorjahr aus. Das liegt auch an den um 68.300 Euro niedrigeren Abschreibungen. 25.000 Euro wurden anteilsmäßig für zehn Monate berücksichtigt. Die tatsächliche Abschreibung wird mit dem Jahresabschluss erstellt.

Mehr ausgegeben hat die Forggenseeschifffahrt dagegen beim Wareneinkauf. Dieser fiel um 13.100 Euro höher aus als 2020. Ganze 12.000 Euro mehr musste der Betrieb allein für Treibstoffe aufwenden. Hinzu kommen zusätzliche Kosten von 1100 Euro beim Einkauf für Lebensmittel, Getränke und Souvenirs. Auch die Aufwendungen für bezogene Leistungen sind um 24.900 Euro gestiegen. Hier sind vor allem Mehrkosten für den Unterhalt der Motorschiffe (14.200 Euro) und die Organisationsuntersuchung durch eine externe Firma über 13.600 Euro zu nennen.

Etwas mehr musste die Schifffahrt auch bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (58.600 Euro, 2020: 57.300 Euro) ausgeben. 1200 Euro sparte der Betrieb dagegen bei den Zinszahlungen durch aktives Zinsmanagement ein.

Ob die Schifffahrt denn Corona-Hilfen beantragen könnte, wollte Niko Schulte (CSU) wissen. Doch das verneinte Schauer. „Wir haben das mehrmals geprüft auf Herz und Nieren.“ Aber als öffentlicher Betrieb habe die Schifffahrt da keine Chance.

Im Wirtschaftsplan 2022 plant die Schifffahrt mit einer schwarzen Null. „Hier sind wir einfach mal optimistisch“, so Schauer. „Wir wollen unsere Schiffe voll machen. Ich bin zuversichtlich, dass die Leute kommen werden.“ Deshalb rechnet der Betrieb mit Gesamterträgen von rund einer Million Euro. Allerdings wird auf den Betrieb wohl höhere Personalkosten zukommen, da die Eingruppierung des Personals im nautischen Bereich nicht mehr den tarifrechtlichen Anforderungen entspricht. Außerdem kommt es zu einer Stellenmehrung im Marketing.

Rund 51.000 Euro plant der Betrieb für Investitionen und den Erwerb von beweglichen Sachen im Anlagevermögen ein. Für die neue Fahrroute im Bereich der Anlagestelle Waltenhofen sind 32.000 Euro geplant. 7000 Euro sind für den Umbau des Betriebsgebäudes und 5000 Euro für einen neuen Außenbordmotor vorgesehen. Einstimmig empfahl der Werkausschuss diesen Wirtschaftsplan dem Stadtrat.

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