Germany

Diese Quote hilft Frauen wenig – und steigert die Empörung der Männer

Muss man den Erfolg der Frauen erzwingen? Die bedauerlicherweise immer noch vorhandene Ungleichheit der Chancen mit gesetzgeberischer Gewalt einebnen? Ein neues Gesetz, das an diesem Freitag im Bundestag verabschiedet wurde, nimmt dazu einen neuen Anlauf. Es zwingt börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mindestens vier Vorstandsmitgliedern dazu, immerhin einen dieser Posten mit einer Frau zu besetzen.

In der Praxis heißt das: Solange es keinen weiblichen Vorstand gibt, muss die nächste frei werdende Top-Position an eine Managerin vergeben werden. Punkt. Selbst wenn ein männlicher Kandidat objektiv besser geeignet ist, hat er das Nachsehen. Das Prinzip Chancengleichheit wird dann also im Dienst der vermeintlich guten Sache nicht durchgesetzt, sondern mit einem starken Eingriff in die unternehmerische Freiheit ausgehebelt. Stand heute sind von dieser Regelung immerhin 64 deutsche Unternehmen betroffen.

Natürlich liegt die Frage nahe, warum diese Männerbastionen es nach Jahrzehnten der Diskussionen und erwiesener Vorteile geschlechtergemischt besetzter Führungsetagen nicht geschafft haben, geeignete Kandidatinnen aufzubauen. Trotzdem dürfte die Regelung den Frauen nur wenig nützen.

Denn vermutlich werden die Unternehmen nun flugs neue Vorstandsposten für weniger zentrale Funktionen wie Marketing, Personal, Recht oder gute Unternehmensführung schaffen – so wie es in den vergangenen Jahren wegen des politischen und gesellschaftlichen Drucks bereits vielfach geschehen ist. Viele der mit diesen Jobs beglückten Frauen wurden außerhalb des Unternehmens rekrutiert, waren dort kaum vernetzt – und nach relativ kurzer Zeit wieder weg.

So schafft die Regelung kaum mehr als Symbolik – und bestärkt womöglich noch den Groll vieler Männer gegen angeblich bevorzugte „Alibifrauen.“ An den grundsätzlichen Problemen wird sich wenig ändern.

Chancengleichheit wird es nur geben, wenn beide Geschlechter Familie und Beruf besser vereinbaren können. Doch dafür müssen die Unternehmen ihre Kultur grundsätzlich ändern: Elternzeit muss für Väter Normalität werden, genauso wie Teilzeit in Führungspositionen möglich sein muss. Ständige Erreichbarkeit gehört abgeschafft. Erst wenn die Unternehmen und Mitarbeiter dazu bereit sind, wird Chancengleichheit möglich sein. Doch dafür muss man die richtigen Anreize setzen – und nicht noch stärker regulieren.

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