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Diese Vögel fliegen 172 Kilometer – ohne einen einzigen Flügelschlag

Bei seinen oft stundenlangen Gleitflügen schlägt der Andenkondor seltener mit den Flügeln als jeder andere Vogel. Nur in einem Prozent der Flugzeit macht der in Südamerika beheimatete Vogel (Vultur gryphus) kräftige Bewegungen mit seinen Schwingen. Das Flugverhalten könne Aufschluss darüber geben, wie ausgestorbene, noch wesentlich größere Vögel einst geflogen seien, schreiben Forscher um Emily Shepard von der walisischen Swansea University in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“).

Mit einer Spannweite bis 3,30 Meter und einem Gewicht bis fast 16 Kilogramm ist der Andenkondor einer der größten flugfähigen Vögel der Welt. Die Vögel nutzen thermische Aufwinde, um sich in große Höhen emporzuschrauben. Um das Flugverhalten genau zu analysieren, stattete das Team im westargentinischen Departamento Bariloche acht noch nicht ganz ausgewachsene Kondore – die Vögel wogen 9,5 bis 14 Kilo – mit Sendern aus. Die zeigten unter anderem Ort, Beschleunigung und Höhe der Tiere an und fielen nach maximal zehn Tagen wieder ab.

Peru, Arequipa, Colca Canyon, Andean Condor, Vultur gryphus | Verwendung weltweit

Die Vögel nutzen thermische Aufwinde, um sich ...

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Andenkondor (Vultur gryphus), weiblich, Porträt, captive | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.

... in große Höhen emporzuschrauben. Hier ein weiblicher Andenkondor

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Insgesamt schlugen die Vögel nur in 1,3 Prozent ihrer gesamten Flugzeit mit ihren Schwingen: Bei Flügen über zehn Minuten Dauer waren es sogar nur 0,8 Prozent, bei Kurzflügen knapp 9 Prozent. Mehr als 75 Prozent dieser Flügelschläge entfielen auf den Start. Ein Kondor legte über eine Dauer von mehr als fünf Stunden eine Distanz von 172 Kilometern zurück – ohne einen einzigen Flügelschlag. Die Forscher gehen davon aus, dass ausgewachsene und flugerfahrene Kondore noch seltener mit den Schwingen schlagen.

Zum Vergleich nennen sie die Daten anderer großer Vogelarten: Weißstörche – Gewicht etwa 3 Kilo – und Fischadler – etwa 1,6 Kilo – verwenden 17 beziehungsweise 25 Prozent ihrer jeweiligen Flugzeit aufs Flügelschlagen. Und beim Wanderalbatros mit einem Gewicht bis 9,4 Kilogramm und einer noch etwas größeren Spannweite als beim Kondor sind es – den Start allerdings nicht mitgerechnet – 1,2 bis 14,5 Prozent.

Dass ausgerechnet der Andenkondor am seltensten mit den Flügeln schlägt, erklären die Forscher mit dem Energieverbrauch beim Fliegen, der mit zunehmender Körpergröße und Masse steige: Beim Gleiten entspreche der Verbrauch etwa dem Doppelten des Ruhezustands, während er beim Flügelschlagen bei großen Vögeln etwa 30 Mal höher sei. Beim Andenkondor machen Flügelschläge demnach zwar nur ein Prozent der Flugzeit aus, sorgen aber für schätzungsweise 21 Prozent des Energieverbrauchs.

Solche Hochleistung entspreche etwa dem Sprinten bei Säugetieren und werde nur unternommen, wenn absolut erforderlich, schreibt das Team. Daher müssten die Vögel sehr sorgfältig abwägen, wann und wo sie landen und ob sie unter bestimmten Bedingungen – wie etwa dichtem Herbstnebel, der die Thermik beeinträchtigt – überhaupt starten.

Diese Resultate gelten den Wissenschaftlern zufolge umso mehr für noch wesentlich größere, ausgestorbene Vögel wie Argentavis magnificens. Dieser geierartige Gleiter lebte vor etwa sieben Millionen Jahren ebenfalls in Südamerika: Sein Gewicht wird auf 72 Kilogramm geschätzt, die Spannweite war mit möglicherweise bis zu sieben Metern etwa doppelt so groß wie die des Andenkondors.

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