Gleich in vier Bundesländern schlugen die Ermittler am Dienstagmorgen gegen verdächtige Tschetschenen zu: Anti-Terror-Razzien in Berlin, Brandenburg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen!

Die Verdächtigen im Alter von 23 bis 28 Jahren sollen Orte für einen späteren islamistisch motivierten Anschlag ausgespäht zu haben, teilten Polizei und Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag mit. Wie B.Z. erfuhr, soll mindestens ein Mann die jüdische Synagoge in Berlin-Mitte ausgespäht haben.

Ihm wird vorgeworfen, einen Anschlag mit scharfen Schusswaffen auf die Synagoge geplant zu haben. Dazu soll er Ende September langsam mit dem Auto an der Synagoge in der Oranienburger Straße vorbeigefahren sein und dabei Aufnahmen mit dem Handy gemacht haben. Entsprechendes Bildmaterial wurde nach Angaben der Polizei dann auch bei einer Polizei-Kontrolle zur Gefahrenabwehr auf einem Handy gefunden.

„Auf dem Handy eines Beschuldigten befanden sich Bilder eines möglichen Anschlagziels“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Deshalb seien die Ermittlungsbehörden in einem „frühen Stadium“ eingeschritten.

Allein in Berlin wurden sechs Objekte von der Polizei durchsucht (Foto: dpa)
Allein in Berlin wurden sechs Objekte von der Polizei durchsucht (Foto: dpa)

Bereits im Oktober hatte die Generalstaatsanwaltschaft nach B.Z.-Informationen die Durchsuchungen beantragt, vermutete in den Objekten Sturmgewehre und Pistolen. Bei Razzien am Dienstagmorgen fanden sie bislang Hieb- und Stichwaffen, Bargeld sowie Datenträger. Die Durchsuchungen sollen mehr Klarheit über die Motivlage bringen.

Zudem sollen die Verdächtigen mehrere Einkaufszentren ausgespäht haben. Welche genau das waren, ist bislang unklar. Eine konkrete Anschlagsgefahr bestand nach Informationen der Polizei jedoch nicht.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstagnachmittag mitteilte, sind es fünf Beschuldigte. Die Voraussetzungen für den Erlasse von Haftbefehlen lägen derzeit aber nicht vor. „Die bisherigen Ermittlungen haben die bestehenden Verdachtsmomente bislang nicht zum dringenden Tatverdacht erhärtet“, hieß es bei Twitter.

Zwei Personen wurden bei einer Durchsuchung in Berlin-Hellersdorf zunächst festgenommen, ein Mann kam im Anschluss direkt wieder frei (Foto: spreepicture)
Zwei Personen wurden bei einer Durchsuchung in Berlin-Hellersdorf zunächst festgenommen, ein Mann kam im Anschluss direkt wieder frei (Foto: spreepicture)