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Digitalwährungen: Die wunderbare Welt des Mining

Digitalwährungen sind das große Thema. Immerhin beträgt ihre Marktkapitalisierung mittlerweile mehr als 2500 Milliarden Dollar. Ihre Kursgewinne sind atemberaubend, wer zum richtigen Zeitpunkt investiert hat, kann schon längst Millionär sein. Die Finanzbranche beginnt sich mehr und mehr für das Thema zu interessieren, auch Unternehmen beginnen, Teile ihrer Barreserven in Kryptowährungen anzulegen. Doch Digitalwährungen waren nicht schon immer da. Sie werden erstellt durch Computer. Doch wie funktioniert das eigentlich – und was hat das für Auswirkungen?

Um das zu verstehen, ist ein Blick in den Maschinenraum der Internetwährung vonnöten. Bitcoin wie auch andere Digitalwährungen basieren auf einer Technik namens Blockchain. Das sind Daten, die in digitalen Blöcken verpackt und in einer Kette aneinandergereiht sind. In diesen Blöcken sind die verschlüsselten Transaktionen geschrieben. Jeder Block wird an seinen vorhergehenden Block „angekettet“ und dazu in Kurzform wieder verschlüsselt. Alle vorausgegangenen Transaktionen finden sich so in diesem Block wieder. Versucht jemand, eine Transaktion zu manipulieren, würde die Datenblockkette reißen und der Betrug sofort auffallen.

So funktioniert Mining

Was komplex klingt, ist es auch: Die am Blockchain-Netzwerk teilnehmenden Computer nehmen die zu überprüfenden Daten, stecken sie in eine Formel und berechnen eine Aneinanderreihung von Zahlen und Buchstaben – den Hash; auf gut Deutsch „das Zerhäckselte“, oder besser: die Prüfsumme. Dieser Hash steht am Ende eines Blocks. Je größer das Netzwerk, umso aufwendiger wird die Berechnung ebenjenes Hashs. Jeder Hashcode ist also die Lösung eines aufwendigen mathematischen Verfahrens, das viel Computerkraft und damit viel Strom braucht. Ist ein Hash ermittelt, erstellt derjenige Computer, der ihn errechnet hat, den Block. Daraufhin erhält er eine gewisse Anzahl an Bitcoin für jeden Block, aktuell 6,25 Bitcoin, derzeit rund 375 000 Dollar wert. Ein solcher Block wird alle zehn Minuten errechnet. Damit entstehen am Tag rund 900 Bitcoin.

Allerdings erhält nur der Miner, der die Aufgabe als Erstes gelöst hat, den Block mit den Bitcoin, der dann zur Dokumentation an das Netzwerk weitergegeben wird. Alle Mitglieder des Netzwerkes überprüfen nun die Richtigkeit des neuen Blocks. Wenn die Mehrheit den Block legitimiert hat, wird er an die Blockchain angehängt. Die anderen Miner, welche die Aufgabe nicht lösen konnten, fangen wieder von vorn an. Wegen dieser Komplexität verschlingt das Bitcoin-Netzwerk so viel Strom.

Grafikkarten werden Mangelware

Damit sich das für Miner lohnt, haben sie im Prinzip zwei Stellschrauben: Sie können versuchen, dass ihre Geräte so effektiv wie möglich sind – oder eben dass der Strom so günstig wie möglich ist. Und das führt zu allerlei kuriosen Situationen.

Beginnen wir bei der Hardware: Mit herkömmlichen Rechnern, die im Büro oder Arbeitszimmer stehen, sind diese kaum zu vergleichen. In den spezialisierten Rechnern finden sich am ehesten Grafikkarten. In den Anfangszeiten des Computers wurde die grafische Berechnung größtenteils im Prozessor ausgeführt. Seit den 90er-Jahren gibt es allerdings spezielle Karten, die sich nur auf die Aufgabe spezialisiert haben, 3-D-Elemente zu zeichnen. Diese Grafikkarten sind seitdem immer wichtigere Teile des Computers geworden.

Das Problem aktuell für die Computerspieler: Diese Grafikkarten eignen sich auch perfekt für die Blockchain-Berechnungen. Das hat zu einer hohen Nachfrage seitens der Miner geführt, gleichzeitig zum Chipmangel. Für die Computerspieler bedeutete das vor allem, dass die Grafikkarten teurer wurden oder gar nicht mehr erhältlich waren und sind.