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Germany

Dortmund - Auch das noch! Garagen und Wohnungen im Hannibal geplündert

Seit etwa drei Wochen ist der Hannibal jetzt komplett stillgelegt. Ein privater Sicherheitsdienst bewacht das Gebäude. Nach und nach wird jetzt klar: Dort wurde eingebrochen und geplündert.

Fadi Abdel-Latief ist fassungslos. Seine Tiefgarage im Hannibal wurde komplett leergeräumt. Teure Werkzeuge, Auto- und Motorradzubehör, Umzugskartons mit Dokumenten – alles weg. Der 38-jährige Dortmunder hat erst am Montag den Gerichtsbeschluss erhalten, der es ihm erlaubt, das Gebäude weiter zu betreten. Als er am gleichen Tag nach seinen Sachen schauen will, findet er ein Bild des Schreckens vor. Sämtliche Garagentore in der Tiefgarage wurden aufgebrochen und leergeräumt.

“Die haben die Tiefgaragen einfach aufgemacht, obwohl wir doch noch gültige Mietverträge dafür haben”, sagt Abdel-Latief. Mit den Gittern der Garagen hat Vermieter Intown das Erdgeschoss des Wohnblocks verbarrikadiert. Der 38-Jährige meint, dass ihnen der Vermieter wenigstens die Chance hätte geben müssen, die Sachen rauszuholen. Fadi Abdel-Latief denkt nicht, dass er seine Sachen noch einmal wiedersehen wird: “Wir sind sowieso schon arm dran. Und dann klauen sie uns noch das letzte Hemd.”

Der 38-Jährige hat bislang noch keine neue Wohnung gefunden. Im Hannibal wohnte er auf 25 Quadratmetern. Die sind bislang unberührt geblieben. Anders sieht das bei Marcin Sborowski aus. Bei ihm wurde sogar in die Wohnung eingebrochen. Er sagte gegenüber den Ruhr Nachrichten, dass ihm Werkzeug und Schränke gestohlen wurden. Außerdem randalierten die Einbrecher und hinterließen ein Trümmerfeld.

Etwa 200 Haushalte haben zurzeit noch gültige Mietverträge für den Hannibal. Aber nur zehn von ihnen dürfen ihre Wohnungen betreten. Sie hatten sich vor Gericht den Zutritt erstritten. “Das ist ein Problem, dass nicht alle den Hannibal betreten können. Deshalb haben wir auch kein komplettes Bild, ob noch woanders eingebrochen wurde”, sagt Kim Ben Freigang, Pressesprecher der Polizei Dortmund.

Bislang sind zwei Anzeigen bei der Polizei eingegangen und somit wurde bei 20 Prozent der Personen, die noch in ihre Wohnung dürfen, eingebrochen. Noch fehlt die Anzeige von Fahdi Abde-Latif, dann wären es sogar 30 Prozent. Was mit den Wohnungen der übrigen Mieter ist, ist völlig unklar.

Denn die Polizei kann bei ihren Ermittlungen nicht beurteilen, wo genau eingebrochen wurde, und wo es sich um die Maßnahmen des Vermieters Intown handelt. Die Plünderungen werden behandelt wie jeder normale Einbruch. Es werden Spuren aufgenommen und mögliche Zeugen befragt.

Hier hat die Polizei allerdings einzig den privaten Sicherheitsdienst – und der ist für den gesamten Gebäudekomplex zuständig. Freigang betont außerdem, dass es nicht Aufgabe der Polizei sei, im Gebäude Streife zu gehen, da es sich ja um ein privates Gelände handele. Allerdings sind auf der Straße häufiger Polizeistreifen unterwegs.

Allerdings wirft der Polizeisprecher auch die Frage auf, warum der Sicherheitsdienst die Einbrüche nicht verhindern konnte. Sascha Hettrich, Geschäftsführer des Vermieters Intown, sagte gegenüber den Ruhr Nachrichten, dass er sich die Diebstähle nicht erklären könne. Es sei ausreichend Wachschutz vor Ort.

Fadi Abdel-Latief zeichnet allerdings ein anderes Bild. Er hat in den vergangenen Tagen sämtliche Medien angerufen, um auf die Plünderung aufmerksam zu machen. Mit dem Reporter der Bild sei er unbehelligt in die Tiefgarage und ins Haus gekommen. Am Mittwoch (14. März) sieht die Sache anders aus. Am Hannibal wimmelt es nur so vor Sicherheitskräften. Die wollen – und dürfen – aber nichts zu der Situation sagen.

Dortmund24.de

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