Germany

Duell zweier Kanzlerkandidaten - Merz und Laschet bei der Jungen Union

Duell mit Abstand!

In gut zwei Monaten treten Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59) auf dem CDU-Bundesparteitag gegeneinander zur Wahl für den Parteivorsitz an. Am Samstag liefen sie sich beim Niedersachsentag der Jungen Union in Hildesheim schon mal warm. Ohne persönliches Treffen, ohne Kontakt. Merz um 10 Uhr früh, Laschet kurz nach 14 Uhr am Nachmittag.

Merz, lächelnd, ausgeruht, wird stehend empfangen. Die wichtigste Ansage: eine Absage an CSU-Chef Markus Söder (53)!

Die CSU habe den Kanzlerkandidaten immer dann gestellt, wenn die CDU nicht liefern konnte. „Ich sehe eine solche Lage für das Jahr 2020 nicht“, sagte Merz in der Fragerunde nach seiner Rede. Es bleibe beim vereinbarten Verfahren: Wahl des CDU-Chefs auf dem Bundesparteitag Anfang Dezember, danach werden die Chefs von CDU und CSU einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten vorschlagen.

Mit Blick auf die Bundestagswahl forderte Merz mehr Profil und klare Kante: „Auch auf die Gefahr hin, dass uns Teile der Bevölkerung widersprechen. Wieder müssen wieder klar sagen, wo wir mit diesem Land hin wollen.“ Die Union werde nicht aus Dankbarkeit für die letzten 16 Jahre gewählt.

Seine Agenda: Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen und in der Außen- und Sicherheitspolitik Deutschland und Europa wieder zu einem Machtfaktor der Weltpolitik machen.

Deutlich wurde Merz auch beim Thema Russland. Er habe als Oppositionsführer den Auftritt von Wladimir Putin 2003 im Bundestag erlebt. Putin habe damals Angebote gemacht, die der Westen ignoriert habe. Das sei ein Fehler gewesen. Bei der Sicherheitskonferenz 2007 in München habe er dann einen anderen Putin erlebt: „aggressiv, uneinsichtig, unwahrhaftig“.

„Ich betrachte das mit allergrößter Sorge, was da in Russland geschieht“, sagte Merz. Auch bei der Gas-Pipeline Nord Stream 2 gelte das Prinzip der Souveränität, die sich Deutschland energiepolitisch bewahren müsse.

Man könne stolz darauf sein, wie Deutschland die Corona-Krise bislang bewältigt habe. Aber: „Einen zweiten kompletten Lockdown hält unser Land, hält unsere Gesellschaft nicht aus.“ Vor allem die Schließung der Schulen dürfe sich nicht wiederholen. Rhythmischen Applaus gab’s zum Abschied beim Auszug aus der Halle.

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht während des Niedersachsentags der Jungen Union.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-WestfalenFoto: Peter Steffen / dpa

Auch Laschet (weiße Maske) wird mit freundlichem Applaus empfangen. Seine Strategie: Statt Forderungen und Ansagen mit der Politik Punkte, die er in NRW schon macht. Ausführlich schildert er deshalb seine Corona-Politik und die maßvollen Lockerungen.

„Populär war: Streng sein, alles verbieten. Das war im März auch richtig.“ Doch der Staat müsse sich immer wieder fragen, wo Freiheit wieder zurückgegeben werden könne. „Ich schildere das so ausführlich, weil das der Maßstab ist, wie gutes Regieren geht.“

Wichtigste Botschaft: Wir müssen „den Wählern sagen: Wir wählen jetzt nicht den Bruch mit Angela Merkel. Wir wählen Kontinuität.“ Er kann sich Kaufanreize für saubere Diesel vorstellen und will ab 2022 wieder Schluss mit neuen Schulden machen. Einig sind sich Merz und Laschet darin, möglichst nie wieder Schulen zu schließen.

Es sind vor allem die indirekten Signale zwischen den Zeilen, die beide Bewerber in die Partei hinein senden. Wo immer Merz „wir müssen wieder“ sagt, schwingt unausgesprochene Kritik an Angela Merkel (66, CDU) mit. Laschet will diesen Bruch ausdrücklich nicht, versucht Ängste in der Union vor allem durch Betonung des Team-Gedankens zu zerstreuen mit seinem Düsseldorfer Kabinett als bestem Beispiel.

Dort sei mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann der Chef des Arbeitnehmerflügels ebenso vertreten, wie Verkehrsminister Henrik Wüst als Vertreter des Wirtschaftsflügels. „In meine Mannschaft kommt das gesamte Spektrum von liberal bis konservativ“, sagt Laschet und will das auch in einem möglichen Bundeskabinett so halten.

Deutlich verhaltener wird Laschet verabschiedet.

Football news:

Lopetegui über das 0:0 gegen Chelsea: Sevilla zeigte ein gutes Teamspiel
Rashford über den Sieg gegen PSG: Manchester United hat jetzt eine starke Position in der Gruppe
Ich war nicht ganz zufrieden mit dem Spiel von Leipzig - es war Müdigkeit, nicht das effektivste pressing
Torwart Brügge Horvath über 2:1 gegen Zenit St. Petersburg: ich bin Sehr froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte, in ein paar Episoden aushelfen konnte. Natürlich war es nicht einfach, nach einer langen Pause, nach so viel Zeit ohne Spielpraxis, ins Spiel zu kommen, aber wir haben es gemeinsam geschafft. Ich bin den Partnern sehr dankbar, die mir in mehreren Episoden geholfen haben. Ich denke, wir haben gerade bewiesen, dass wir Brügge nicht als notorischen Außenseiter der Gruppe betrachten sollten, sagte Horvath
Manchester United gewann in Paris erneut mit einem späten Tor von Rachford. Überraschungsheld ist der 22-jährige Reservist, der seit Dezember 2019 nicht mehr auf dem Platz steht
Jürgen Klopp: erst hat Oliver den Moment nicht gesehen, dann hat VAROUFAKIS die Regeln vergessen. Die Folgen kamen nur für Van Dyck und Thiago
Favre über die Niederlage gegen Lazio Rom: Borussia Dortmund fehlt die Entschlossenheit. Wir haben nicht gut gespielt, vor allem in der ersten Halbzeit, und wir konnten den Ball nicht kontrollieren. Wir haben in jeder Folge den Kampf verloren