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E-Scooter in Neubrandenburg: E-Roller-Trend erreicht nun Neubrandenburg

Es sind erstaunte und neugierige Blicke, die seit dieser Woche überall in Neubrandenburg umherschweifen. Plötzlich standen überall die trendigen Elektro-Roller, die sonst in dieser Masse nur in Großstädten zu sehen sind. Einhundert Stück der Marke „MOIN“ wurden von dem Rostocker Anbieter „MIR Solutions GmbH“ gestellt, um den öffentlichen Personennah- und Radverkehr zu ergänzen, heißt es in einer Pressemitteilung des Anbieters. Neubrandenburg.

Mit 20km/h unterwegs auf dem Roller

Bis zu 20 Kilometer pro Stunde schnell und 40 Kilometer weit mit einer vollen Akkuladung könne ein „MOIN“-Roller fahren, heißt es vom Unternehmen weiter. Überall darf damit jedoch nicht gefahren werden. Auf Gehwegen und in Fußgängerzonen sind sie verboten. Stehen dürfen sie jedoch überall, wo auch Fahrräder abgestellt werden dürfen. Die Stadt habe da keine Handhabe, sagte eine Rathaussprecherin.

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E-Scooter würden zum „erlaubnisfreien Gemeingebrauch“ gehören. Entsprechend dürfen sie auch ohne weitere Auflagen in der Öffentlichkeit abgestellt werden. Das löst mitunter nicht immer Behagen aus. „Ich persönlich finde, dass das dem Stadtbild nicht zuträglich ist“, sagte Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) bei der Stadtvertretersitzung am Donnerstag. In Großstädten wie Hamburg und Berlin sind die Roller teilweise längst zum „Stadtmüll“ verkommen, mit denen sich Gesellschaft und Politik herumschlagen.

Ordnungsämter beraten über einheitliches Vorgehen

Die Ordnungsämter der Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern würden derzeit über ein einheitliches Vorgehen beraten, fügte Witt an. Er wisse, dass ein Appellieren an die Nutzer allein nicht immer genügt. Immerhin ist der Anbieter nach Angaben des Rathauses aber bereits proaktiv an die Stadt herangetreten.

Geht es nach Geschäftsführer Adrian Merker, muss sich ohnehin niemand sorgen wegen der öffentlichen Ordnung machen. Um zu vermeiden, dass die Roller den öffentlichen Verkehr durch falsches Parken behindern oder in Gewässern landen, seien auf der Stadtkarte in der für eine Nutzung notwendigen „MOIN“-App rote Flächen gekennzeichnet. Diese stellen Parkverbotszonen dar. „Das Abstellen der Roller ist nur in den Parkzonen möglich, welche sich bewusst abseits von Gewässern befinden“, betont Adrian Merker.

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Sollte doch mal ein Roller in so einer Verbotszone abgestellt werden, laufe die Nutzungszeit weiter. Und die koste die Fahrer immerhin 25 Cent pro Minute. Für eine Bergung der Scooter werde die Firma dann selbst sorgen.

Vier Mitarbeiter seien derzeit in Neubrandenburg vor allem zum Austauschen der Akkus beschäftigt. Weitere sogenannte Charger würden laut Merker noch gesucht.

E-Scooter sind kein Problem für die Polizei

Wenn auch das öffentliche Angebot für jedermann in der Stadt neu ist, gehören die E-Roller längst zum Stadtbild. Zumindest die Polizei hatte bislang noch nicht sonderlich viel Ärger mit ihnen. Fünf Verkehrsunfälle mit E-Scooter-Beteiligung habe es in den vergangenen beiden Jahren gegeben, zudem seien 2020 und 2021 jeweils etwa 30 Verkehrsstraftaten gezählt worden. 2020 zumeist wegen des Fehlens einer Pflichtversicherung. 2021 sei der Großteil der Verstöße bereits auf Fahren unter Alkohol- und Betäubungsmitteleinfluss zurückzuführen, wie aus den Zahlen der Polizeiinspektion hervorgeht.