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Germany

Eheverbot für Priester: Benedikt XVI. distanziert sich von Buch über Zölibat

Der frühere Papst Benedikt XVI. hat sich von einem Buch über das Eheverbot für Priester distanziert. Auf Anweisung des emeritierten Papstes habe er Herausgeber Kardinal Robert Sarah aufgefordert, "den Verlag zu bitten, den Namen von Benedikt XVI. vom Bucheinband zu entfernen", sagte sein Privatsekretär Georg Gänswein der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Das Gleiche gelte für Benedikts Unterschrift unter Einleitung und Schlusswort des Buchs.

Die französischen Zeitung Le Figaro hatte am Sonntag vorab Auszüge aus dem Buch Aus den Tiefen unserer Herzen veröffentlicht. Darin wird Benedikts Nachfolger Franziskus vor einer Aufweichung des Zölibats für katholische Priester gewarnt. Vatikan-Experten äußerten den Verdacht, ultrakonservative Geistliche im Vatikan könnten den 92-Jährigen früheren Papst für ihre Zwecke benutzen wollen. Nach seinem Rücktritt im Jahr 2013 hatte sich Benedikt vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Sarah hingegen hatte sich gegen "außerordentlich schwere Verleumdungen" gewehrt, dass er Benedikt manipuliert habe. Er veröffentlichte einen Briefwechsel mit dem ehemaligen deutschen Pontifex. Später teilte er mit, es solle nun nur noch auf dem Titel stehen: "Mit einem Beitrag von Benedikt XVI." 

Privatsekretär spricht von Missverständnis

Der 92-Jährige Benedikt habe von dem Buchprojekt des Kurienkardinals aus Guinea gewusst und Sarah einen seiner Texte zum Zölibat zur freien Verfügung überlassen, sagte Gänswein weiter. Auf keinen Fall aber habe er einer Mitautorenschaft zugestimmt, noch sei er über die Aufmachung des geplanten Buches informiert gewesen. Gänswein sprach von einem "Missverständnis", das aber die "guten Absichten von Kardinal Sarah" nicht in Frage stelle.

Papst Franziskus prüft derzeit, ob etwa in bestimmten Gebieten des Amazonas, in denen es einen großen Priestermangel gibt, Geistlichen die Ehe erlaubt werden soll. Es wird erwartet, dass er seine Entscheidung in den nächsten Wochen verkündet. Bei einer Synode im Oktober in Rom hatten Bischöfe den Papst aufgerufen, in der Amazonasregion das Priesteramt für verheiratete Männer zu öffnen.

Papst Franziskus hatte am Montag mit einem generellen Bekenntnis zum Zölibat auf die Veröffentlichung der Buchauszüge reagiert. Allerdings könnte es künftig Ausnahmen für katholische Pfarrer in besonders entlegenen Weltgegenden geben, teilte er über einen Sprecher mit.

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