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Ermittlungen nach Krawallnacht: Ministerium verteidigt Stuttgarter Polizei

Dass Stuttgarter Polizisten nach den Randalen im Juni den familiären Hintergrund der Tatverdächtigen untersuchen wollen, stößt im Bundesinnenministerium auf Zustimmung. Das Vorgehen sei "polizeilicher Standard", sagt auch CDU-Innenexperte Schuster - und kritisiert die Äußerungen linker Politiker.

Das Bundesinnenministerium hält die Nachforschungen der Polizei zur Herkunft der Tatverdächtigen der Stuttgarter Krawallnacht für angemessen, wenn es der Verhinderung erneuter Gewaltexzesse dient. "Der familiäre Hintergrund kann besonders bei Jugendlichen und Heranwachsenden von Relevanz sein, wenn es darum geht, Strategien für die Prävention zu entwickeln", sagt der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter.

Auch der CDU-Innenexperte Armin Schuster verteidigt die Stuttgarter Polizei gegen Kritik wegen der Aufklärung des Migrationshintergrunds von Tatverdächtigen. "Ich kann beim Vorgehen der Polizei Stuttgart keinen Fehler erkennen", sagt der Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg. "Soziologische Täteranalysen sind nach solchen Exzessen polizeilicher Standard. Wie soll die Polizei denn sonst zielgerichtete Strategien und Präventionsmaßnahmen für kommende Lagen entwickeln?" Schuster fügte hinzu: "Vielleicht halten sich einige politische Hobby-Sicherheitsexperten einfach mal zurück. Die andauernden rhetorischen Tritte linker Politiker gegen die Polizei werden immer mehr zum eigentlichen Sicherheitsrisiko."

Bei ihren Ermittlungen zur Stuttgarter Krawallnacht nimmt die Polizei auch das Umfeld der Verdächtigen und deren familiären Hintergrund unter die Lupe. Die Polizei bestätigte am Sonntag, dass sie bei ihren Ermittlungen in Einzelfällen bei Standesämtern nachforscht, welche Nationalität die Eltern von Tatverdächtigen haben. Es gehe darum, weitere Täter zu identifizieren sowie die Lebens- und Familienverhältnisse der bereits bekannten Verdächtigen umfassend festzustellen. Das Vorgehen löste bundesweit Kritik aus.

In Stuttgart war es in der Nacht zum 21. Juni zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Randalierer hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Polizei waren 400 bis 500 Menschen an den Randalen beteiligt oder hatten zugeschaut. 32 Polizisten wurden verletzt. Inzwischen seien 39 Verdächtige ermittelt. 14 säßen in Untersuchungshaft, sechs weitere Haftbefehle seien außer Vollzug gesetzt worden, hieß es.

Quelle: ntv.de, chf/dpa

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