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Germany

Exklusivkonzert im Kölner Bootshaus: DJ-Star Felix Jaehn trifft Schüler

Exklusivkonzert im Kölner Bootshaus: DJ-Star Felix Jaehn trifft Schüler

DJ Felix Jaehn trat im Bootshaus vor den Schülern auf.

DJ Felix Jaehn trat im Bootshaus vor den Schülern auf.

Köln -

Ganz ohne Smartphone geht es dann doch nicht. Als DJ-Star Felix Jaehn auf die Bühne des Bootshauses stürmt, ist es um die Schülermenge geschehen: Handy raus, Video an, heftiger Jubel. Dabei hat sie der Erfolg, über Monate bewusst das Handy auch mal zur Seite zu legen, an diesem Samstagnachmittag in den Kölner Club geführt. Auf der Tanzfläche stehen die Schüler dicht gedrängt. Alles strahlt in Neongrün: Leuchtröhrchen auf den Köpfen, Schminke im Gesicht, Scheinwerfer. Ein LED-Roboter bahnt sich seinen Weg durch die Meute und versprüht Discorauch. Felix Jaehn ist ihre Belohnung: Dafür, dass sie bis zuletzt jeden Tag für einige Stunden das Smartphone in der Tasche ließen.

Handyverzicht für den Lieblingsstar. Mit der Sendepause-App der AOK-Krankenkasse traten 221 Schulklassen monatelang in einem Wettbewerb gegeneinander an – 28 Klassen haben sich die Einladung zur Party mit Felix Jaehn erkämpft. Die App registrierte, wie viele Minuten die Jugendlichen das Smartphone täglich zwischen 14 und 20 Uhr nutzten und vergab Punkte für eingelegte Sendepausen, sprich: für die Zeit ohne Handy.

„Ich fühlte mich schon eingeschränkt”

„Ich habe meinen Tagesablauf anders strukturiert. Es war mal etwas anderes“, berichtet der 16-jährige David Schmeier von der Ursulinenschule in Köln, der bereits zum zweiten Mal dabei ist. „Ich bin durch David auf die App gestoßen. Ich musste mich daran gewöhnen: Ich habe dann öfter Freunde getroffen, fühlte mich aber schon eingeschränkt, das Handy nicht zu benutzen“, erzählt die 14-jährige Zoey Hoffmann. Die beiden Schüler sind als Einzelteilnehmer beim Wettbewerb dabei. Das Prinzip lautet: Je mehr Leute man mobilisiert, desto mehr Punkte bekommt man. Der Abiturjahrgang des Kölner Rheingymnasiums holte sogar den zweiten Platz und kassierte ein Preisgeld von 500 Euro. Den Erstplatzierten Gymnasiasten aus Erftstadt stattete Felix Jaehn sogar ein Besuch in der Schule ab.

„Es war nervig, immer daran zu denken. Wir haben uns dann gegenseitig informiert. Einige benutzen das Smartphone sehr viel, andere sehr wenig. Dadurch haben wir es gewonnen“, beschreibt Schülerin Chaymae Elkhannaji die Zeit des Wettbewerbs. Am schwersten fiel es ihnen, auf die sozialen Netzwerke zu verzichten.

Zähne zusammenbeißen und durch, haben sich die Schüler also gedacht. Einigen fiel es während der Prüfungsphase leichter, und während der Schulzeit ist Handykonsum in vielen Schulen ohnehin komplett verboten.

Wie nachhaltig die Aktion letztlich ist und ob die Schüler ihr Handyverhalten dauerhaft ändern, kann man nach dem Wettbewerb zwar nicht nachvollziehen. Aber das Thema ist mitten unter ihnen. „Wir möchten ein Gespräch darüber initiieren, wie oft man das Handy in die Hand nimmt und ein Bewusstsein für den Medienkonsum schaffen. Fernes Ziel der Aktion ist Suchtprävention“, sagt AOK-Mitarbeiterin Sandra Eschholz, die Organisatorin. Auch Familien könnten die App benutzen und das reale Nutzungsverhalten überprüfen, denn häufig klafften die Wahrnehmung von Eltern und Kindern auseinander.

„Bei uns ist das Handy ein großes Thema und aus der Erziehung nicht wegzudenken. Wir schauen uns alle zwei Wochen die Bildschirmzeiten an und sprechen darüber“, so Vater Heiko Jansen aus Jülich, der seine 14-jährige Tochter zu dem Konzert begleitet.

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