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Explosion in Beirut: Erstes deutsches Opfer bekannt - Behörden nehmen Dutzende Hafen-Mitarbeiter fest

Mehr als 130 Tote und tausende Verletzte: Nach der gewaltigen Explosion in Beirut geht die Suche nach Verschütteten weiter - und die Ursachenforschung. Frankreichs Präsident Macron reist an.

Update vom 6. August, 22.17 Uhr: Viele Teile der libanesischen Bevölkerung haben das Vertrauen in die herrschende politische Klasse verloren und fordern deshalb internationale Ermittlungen. Dem schlossen sich etwa der frühere Regierungschef Saad Hariri, drei andere frühere libanesische Ministerpräsidenten und der führende drusische Politiker Walid Dschumblatt an. Nach ihrer Auffassung müssten die Vereinten Nationen oder die Arabische Liga einen Ermittlungsausschuss aus unabhängigen Experten bilden. Das hatten auch Menschenrechtsorganisationen gefordert.

Beirut: 16 Hafen-Mitarbeiter nach Explosion festgenommen

Update vom 6. August, 21.20 Uhr: In Beirut sind in Folge der Explosionskatastrophe 16 Hafen-Mitarbeiter von libanesischen Behörden festgenommen worden. Mehr als 18 Angestellte wurden im Zuge von Ermittlungen befragt, 16 von ihnen sind in Gewahrsam genommen worden, wie Fadi Akiki, Militärstaatsanwalt am Donnerstagabend mitteilte. Bei den Festgenommenen handele es sich um Mitarbeiter der Hafenverwaltung und der Zollbehörde. Auch Verantwortliche für Wartungsarbeiten und Arbeiter, die an den Bauarbeiten an dem explodierten Hangar Nr. 12 beteiligt waren, wurden festgenommen. Der Ort der Explosion - ein Industriegebiet am Hafen - werde bis zum Abschluss der Ermittlungen geschlossen bleiben.

Explosionskatastrophe in Beirut: USA schickt Hilfsgüter in libanesische Hauptstadt

Update vom 6. August, 19.41 Uhr: Nach der verheerenden Explosion in Beirut, die mehr als 130 Menschenleben forderte, will der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land Hilfe leisten. Im Gegenzug besteht der IWF allerdings für ein Hilfspaket auf die nötigen Wirtschaftsreformen. Wie IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Donnerstag erklärte, müsse die internationale Gemeinschaft dem Land in diesem Moment der Not helfen. Der IWF „prüft alle Möglichkeiten, dem libanesischen Wolf zu helfen", sagte sie.

Indes haben die USA Hilfsgüter in die libanesische Hauptstadt geschickt. Demnach seien drei Flugzeuglandungen mit Essen, Wasser und medizinischem Material geliefert worden. Genauere Angaben hinsichtlich der Menge und den Produkten gab es zunächst nicht.

Explosion in Beirut: Frankreichs Präsident Macron bei Besuch übel beschimpft

Update vom 6. August, 16.31 Uhr: Viele Politiker und Regierungschefs haben nach der Katastrophe in Beirut der Regierung des Libanon ihre Anteilnahme ausgesprochen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war sogar selbst in die gebeutelte Stadt geflogen, um sich ein Bild von den Verhältnissen zu machen.

Während er mit seinem libanesischen Amtskollegen Michel Aoun durch die zerstörten Straßen ging, versammelten sich dutzende Menschen um den Politiker-Tross. Sie ließen ihrer Wut freien Lauf und skandierten unter anderem „Aoun, du bist ein Terrorist!“, so berichtet es Bild. Viele Bewohner werfen der Regierung vor, Mitschuld an der Explosion zu haben. Auch Macron bekam den Zorn zu spüren. Eine Frau schrie ihm und Aoun von ihrem Balkon entgegen: „Ihr seid alle Mörder. Wo wart ihr gestern?" In dem Mittelmeer-Land herrschte zwischen 1975 und 1990 ein blutiger Bürgerkrieg, doch die Explosion im Hafen, sei das Schlimmste, was vielen Bürgern passiert sei.

Indes geht das Bild einer Krankenschwester, die drei Babys aus den Trümmern in Beirut rettete, um die Welt.

Nach Explosion im Hafen von Beirut sind die Krankenhäuser der Stadt überlastet

Update vom 6. August, 14.29 Uhr: Nach der Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut sind die Krankenhäuser völlig überlastet oder teilweise stark beschädigt worden. Deshalb haben jetzt einige größere Einrichtungen die Tests auf Corona gestoppt, sagt Mahmud Hassun, Arzt im Rafik-Hariri-Krankenhaus.

Auch der Leiter des Verbands der Privatkliniken, Sulaiman Harun, bestätigte einen Stop der Tests in einigen Krankenhäusern. „Die Explosion hat die Coronavirus-Tests unterbrochen, da die meisten Krankenhäuser mit der Katastrophe und der hohen Zahl der Verletzten beschäftigt sind“, sagte Harun. Die Versorgung der Verletzten habe aktuell absolute Priorität.

Am Mittwoch, also einen Tag nach der verheerenden Explosion, gab das Gesundheitsministerium dennoch neue Zahlen bekannt. Demnach hatten sich in den vergangen 48 Stunden 355 Menschen neu mit den Virus infiziert. Erst am 30. Juli hatte der Libanon strengere Auflagen verhängt, weil die offiziellen Zahlen der Corona-Infektionen gestiegen waren.

Explosion in Beirut: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sichert Unterstützung zu

Update vom 6. August, 13.47 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) in einem Telefonat mit dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun deutsche Unterstützung zugesichert. Steinmeier drückte seine Anteilnahme aus und versicherte der libanesischen Bevölkerung Deutschlands Solidarität, wie das Bundespräsidialamt mitteilte. Präsident Aoun habe in dem Telefonat für die schnelle Hilfe gedankt, die Deutschland auf den Weg gebracht hatte.

Gerade in Zeiten der Covid-19-Pandemie sei die Katastrophe eine besondere Herausforderung. Aoun habe den dringenden Bedarf an medizinischen Hilfsgütern für Operationen geschildert, hieß es weiter. Die unfassbare Zerstörung inmitten der Stadt und insbesondere die Vernichtung wichtiger Infrastruktur im Hafen, die auch die Medikamenten- und Nahrungsmittelversorgung gefährde, verlange rasche und effektive Hilfe.

Explosion in Beirut: Bundesregierung sagt Libanon Soforthilfen zu

Der libanesische Präsident bedauerte demnach in dem Telefonat, dass auch die deutsche Botschaft und das Goethe-Institut betroffen sind. Bei der Explosion in Beirut war eine deutsche Botschaftsmitarbeiterin in ihrer Wohnung getötet worden (Update vom 6. August, 12.59 Uhr).

Zahlreiche Regierungen sowie die EU-Kommission sicherten dem Libanon ihre Hilfe zu, nachdem bei zwei Explosionen im Hafen von Beirut am Dienstag die halbe Stadt zerstört oder beschädigt worden war. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch Soforthilfen für den Libanon in Gang gesetzt. Am Donnerstag sollte ein medizinisches Erkundungsteam der Bundeswehr in Beirut eintreffen (Update vom 6. August, 11.38 Uhr).

Verheerende Detonation in Beirut: Macron mahnt „historische Verantwortung“ an

Update vom 6. August, 13.12 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach der verheerenden Explosion in Beirut von einer „historischen Verantwortung“ für die politische Führung im Libanon gesprochen. „Es handelt sich um eine politische, moralische, wirtschaftliche und finanzielle Krise, deren erstes Opfer das libanesische Volk ist, und sie erfordert extrem schnelle Reaktionen“, sagte Macron am Donnerstag nach seiner Ankunft in Beirut.

Die Unterstützung und Solidarität Frankreichs seien selbstverständlich. Der Libanon war früher Teil des französischen Mandatsgebiets im Nahen Osten, die beiden Länder sind immer noch eng verbunden. In Frankreich leben heute zahlreiche Libanesen. Bei der Explosion am Dienstag wurde auch der französische Architekt Jean-Marc Bonfils getötet, der historische Gebäude restaurierte, die im Bürgerkrieg (1975-1990) zerstört wurden. 24 weitere Franzosen wurden verletzt, drei von ihnen schwer.

Macron strebt einen Wiederaufbauvertrag für das Mittelmeerland an und will bei seinem Besuch dafür die Grundlage schaffen. Ob dabei internationale Partner eingebunden werden sollen, blieb zunächst offen. Macron hatte bereits unmittelbar nach der Katastrophe im Hafen von Beirut Unterstützung zugesagt.

Deutsche Diplomatin bei Explosion in Beirut getötet - Maas (SPD): „Unsere schlimmste Befürchtung“

Update vom 6. August, 12.59 Uhr: Bei der verheerenden Explosion in Beirut ist auch eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft getötet worden. Das teilte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Donnerstag mit. „Unsere schlimmste Befürchtung hat sich bestätigt. Eine Angehörige unserer Botschaft in Beirut ist durch die Folgen der Explosion in ihrer Wohnung ums Leben gekommen“, erklärte er. „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amts sind in tiefer Trauer um die Kollegin.“

Er habe den Angehörigen und der Belegschaft der Botschaft Beirut im Namen der gesamten Bundesregierung sein Beileid ausgesprochen. „Allen, die wie unsere verstorbene Kollegin jeden Tag auf der ganzen Welt im Dienst für unser Land große persönliche Risiken eingehen, gilt mein Dank.“ Die getötete Diplomatin galt noch bis Mittwochabend als vermisst.

Beirut-Explosion: Erkundungsteam der Bundeswehr von Köln aus unterwegs

Update vom 6. August, 11.38 Uhr: Ein Erkundungsteam der Bundeswehr ist in die libanesische Hauptstadt Beirut abgeflogen. Die Maschine mit Experten des Sanitätswesens der Streitkräfte startete nach dpa-Informationen am späten Morgen auf dem Flughafen Köln/Wahn. Die Gruppe soll klären, wie die Bundeswehr nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut helfen kann.

Die in Köln/Wahn stationierte „fliegende Intensivstation“ der Bundeswehr - ein Airbus A310 „MedEvac“ für den Transport Schwerverletzter - wurde in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt. Darüber hinaus wurde ein schnell verlegbares Luftrettungszentrum des Sanitätsdienstes der Bundeswehr alarmiert. Die Korvette „Ludwigshafen am Rhein“ nahm am Morgen von Zypern aus Kurs auf Beirut.

Khodr Remmo aus Hamm hat die verheerende Explosion in Beirut* überlebt. Er schildert, wie die Lage vor Ort ist. Er hat mitbekommen, dass die Zahl der Todesopfer wohl höher ist, als offiziell bekannt gegeben wurde.

Explosion mit mehr als 130 Toten in Beirut: Sicherheitskräfte mit alarmierenden Details zur Lagerhalle

Update vom 6. August, 10.03 Uhr: Die Ursachen für die verheerenden Explosionen in Beirut, die mehr als 130 Todesopfer forderten, liegen noch im Dunkeln.  Aber es gibt Spuren. So war das Lagerhaus mit Material, das detonierte, in heruntergekommenem Zustand und hatte Risse in den Wänden. Das sagten Behördenmitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP.

Sicherheitskräfte hatten vergangenes Jahr eine Untersuchung geführt, weil aus dem Gebäude merkwürdige Gerüche gedrungen waren. Sie gelangten zu dem Schluss, dass das „gefährliche“ Material aus der Halle entfernt werden müsse - dies geschah aber nicht.

Soldatische Wachen vor der explodierten Lagerhalle im Hafen von Beirut. Hier lagerten zuvor 2750 Tonnen Ammoniumnitrat.

Schon vor dem Unglück hatte es immer wieder Massenproteste gegen die libanesische Regierung gegeben, der viele Menschen Korruption und Inkompetenz vorwerfen. Das Land steckt in der schweren Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten, die zuletzt durch die Corona-Pandemie* verschlimmert worden war.

Nach Explosion in Beirut: Freiwillige räumen Trümmer auf

Inzwischen arbeiten Freiwillige am Ort der Explosion und bemühen sich, die Trümmer wegzuräumen - sie kamen nach AFP-Informationen spontan zusammen. Fotos zeigen die Hilfsbereitschaft:

Beirut-Explosion: Stadt im Libanon zum Katastrophengebiet erklärt - Trump mit neuer These - Macron kommt

Update vom 6. August, 6.46 Uhr: US-Präsident Donald Trump* hat eingeräumt, dass entgegen seinen vorherigen Angaben die verheerenden Explosionen in Beirut doch durch einen Unfall ausgelöst worden sein könnten. Es könne sich um einen „Unfall“ oder um einen „Angriff“ handeln, sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Zum jetzigen Zeitpunkt wisse dies „niemand“.

Am Vortag hatte Trump mit der Aussage für Wirbel gesorgt, bei den Explosionen habe es sich mutmaßlich um einen „furchtbaren Angriff“ mit einer „Art von Bombe“ gehandelt* (siehe Update vom 5. August, 6.36 Uhr). Dies hätten ihm seine Generäle nahegelegt. Dem widersprach jedoch wenig später US-Verteidigungsminister Mark Esper. „Ich informiere mich über das, was passiert ist“, sagte Esper bei einer Online-Diskussionsveranstaltung. „Die meisten Menschen denken, dass es ein Unfall war.“

Der Hafen von Beirut ist nach der Detonation ein Trümmerfeld - die Suche nach Verschütteten dauert an.

Detonation in Beirut: Macron trifft libanesische Regierung - Suche nach Verschütteten geht weiter

Indes geht nach der verheerenden Detonation mit mehr als 130 Toten und Tausenden Verletzten geht die Suche nach ihrer Ursache weiter. Eine Untersuchungskommission der Regierung soll dem Kabinett innerhalb von fünf Tagen einen ersten Bericht vorlegen. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will an diesem Donnerstag bei einem kurzfristig angesetzten Besuch in Beirut mit führenden Politikern des Landes zusammenkommen. Unter ihnen sind laut Medien Staatspräsident Michel Aoun und Regierungschef Hassan Diab. Er wollte damit auch die Solidarität der Franzosen mit dem Land ausdrücken, twitterte Macron:

Die Katastrophe löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus - so schickten mehrere Länder Rettungsmannschaften mit Spürhunden und Experten für die Bergung von Verschütteten. Unter den Trümmern werden weitere Vermisste vermutet.

Beirut-Explosion: Stadt zum Katastrophengebiet erklärt - zweiwöchiger Ausnahmezustand - auch Deutsche betroffen

Update vom 5. August, 23.17 Uhr: Seit Monaten leidet der Libanon an einer Wirtschaftskrise. Dann kam Corona hinzu. Jetzt stürzt die schwere Explosion im Hafen von Beirut die Menschen endgültig in Verzweiflung. Merkur.de* hat mit Augenzeugen gesprochen. Darunter ein Deutscher, der die Katastrophe hautnah erlebte*.

Libanesische Flagge nach Explosion in Beirut auf Rathaus in Tel Aviv projiziert

Update von 22.45 Uhr: In einer Geste der Solidarität nach der verheerenden Explosion im Hafen Beiruts ist am Mittwochabend die libanesische Flagge auf das Rathaus im israelischen Tel Aviv projiziert worden. "Menschlichkeit ist wichtiger als jeder Konflikt", schrieb Bürgermeister Ron Huldai im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Unsere Herzen sind beim libanesischen Volk." Die Aktion stieß jedoch nicht bei allen Israelis auf Zuspruch - offiziell befinden beide Länder sich im Krieg.

Israels Minister für Jerusalem-Angelegenheiten, Rafi Peretz, von der nationalreligiösen Siedlerpartei Jüdisches Heim verurteilte die Reaktion auf die Katastrophe in Beirut, bei der mindestens 113 Menschen ums Leben kamen und rund 4000 verletzt wurden. Humanitäre Hilfe sei eine Sache, die Flagge eines feindlichen Landes im Herzen Tel Avivs zu zeigen aber sei "moralische Verwirrung".

Israel und der Libanon befinden sich formal noch immer im Kriegszustand. In den vergangenen Wochen nahmen die Spannungen nach Schusswechseln an der Grenze wieder zu. 2006 bekämpften sich Israel und die vom Iran unterstützte schiitische Hisbollah-Miliz in einem monatelangen Krieg. 1200 Libanesen wurden getötet, die meisten davon Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 160 Menschen, die meisten davon Soldaten.

Seit Monaten leidet der Libanon an einer Wirtschaftskrise. Dann kam Corona hinzu. Jetzt stürzt die schwere Explosion im Hafen von Beirut die Menschen endgültig in Verzweiflung. Wir haben mit Augenzeugen gesprochen. Darunter ein Deutscher, der die Katastrophe hautnah erlebte. Auch fr.de* berichtete darüber.

Update vom 5. August, 21.15 Uhr: Die verheerende Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Mark Esper ein Unfall gewesen. Diese Aussage revidiert die seines Präsidenten Donald Trump über einen "Anschlag".

Ein Brautpaar war gerade dabei Hochzeitsfotos zu schießen, als es etwa zwei Kilometer von ihnen entfernt explodierte. Die Druckwelle reißt die Braut von den Füßen. Die Gäste und das Paar können sich noch in einen Hauseingang retten, während es um sie herum Trümmer und Glassplitter regnet.

Nach Explosion in Beirut: UN-Tribunal verschiebt Urteilsverkündung zu Attentat im Libanon

Update vom 5. August, 20.29 Uhr: Angesichts der verheerenden Explosion in Beirut hat das UN-Sondertribunal zum Libanon die Urteilsverkündung im Fall des ermordeten früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri verschoben. Das Urteil sollte am Freitag in Den Haag verlesen werden. Die Entscheidung „geschah aus Respekt für die unzähligen Opfer der zerstörerischen Explosion, die Beirut am 4. August erschütterte, und der dreitägigen öffentlichen Trauer im Libanon“, erklärte das Gericht am Mittwochabend in Leidschendam bei Den Haag.

Das Gericht drückte seine Solidarität mit dem libanesischen Volk in „diesen schwierigen Zeiten“ aus. Das Urteil soll nun am 18. August verlesen werden. Vier Mitglieder der militanten Hisbollah-Bewegung sind wegen des Terroranschlages von 2005 angeklagt worden. Der Prozess war in ihrer Abwesenheit geführt worden.

UN: Schäden nach Explosion am Hafen in Beirut gefährden Hilfen für Syrien

Update vom 5. August, 19.37 Uhr: Die großen Schäden am Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut könnten sich nach Angaben der Vereinten Nationen auch auf die Lage vieler Menschen in Syrien auswirken. Der Hafen werde zum Umschlag von humanitären Hilfsgütern für das Bürgerkriegsgebiet genutzt, sagte ein Sprecher am Mittwoch in New York. „Dies wird unsere Fähigkeit zur Unterstützung in Syrien beeinträchtigen.“

Der bei einer Explosion mit Dutzenden Toten und Tausenden Verletzten zerstörte Hafen ist für das gesamte Land eine immens wichtige Einrichtung und eine zentrale Stelle für Importe und Exporte. Syrien grenzt im Osten und im Norden an den Libanon.

Der UN-Sprecher ging davon aus, dass angesichts des Schadens zusätzliche internationale Unterstützung für das Land gebraucht werde. Auch rund 100 UN-Mitarbeiter seien durch die Explosionen verletzt worden, sagte der Sprecher; zwei Familienangehörige der UN-Kräfte seien verstorben.

Kreuzfahrtschiff „Orient Queen“ sinkt nach Explosion im Hafen Beiruts

Update vom 5. August, 19.08 Uhr: Nach der Explosion im Hafen von Beirut ist auch das Kreuzfahrtschiff „Orient Queen“ gesunken. Zwei Besatzungsmitglieder seien ums Leben gekommen, sieben weitere verletzt worden, teilte die libanesische Kreuzfahrtgesellschaft Abou Merhi Cruises mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Mittwoch meldete. Das 1989 fertiggestellte und rund 121 Meter lange Schiff fuhr unter der Flagge der Bahamas und hatte nach Angaben des Dienstes „Marine Traffic“ Ende Juni in Beirut angelegt.

„Leider wurde das Schiff, das im Hafen von Beirut anlegte, vor dem Eindringen des Wassers schwer beschädigt. Alle Rettungsbemühungen waren erfolglos“, zitierte die NNA aus einer Erklärung des Eigners Mari Abu Merhi. Er trauere um die Opfer auf dem Schiff und um andere, die bei der Explosion gestorben seien.

Nach Explosion: Opferzahl in Beirut steigt immer weiter: 135 Tote, 5000 Verletzte

Update vom 5. August, 18.52 Uhr: Die Zahl der Opfer nach der verheerenden Explosion in Beirut steigt immer weiter. Dabei seien in der libanesischen Hauptstadt mindestens 135 Menschen getötet und weitere 5000 verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Hassan Hamad laut einem Bericht des Fernsehsenders MTV am Mittwoch. Zuvor war nach offiziellen Angaben von mindestens 113 Toten und etwa 4000 Verletzten die Rede.

Beirut: Münchner Kabarettist spricht über Tragödie in seiner Wahlheimat

Update vom 5. August, 18.37 Uhr: Der Münchner Kabarettist Christian Springer ist oft im Libanon, um mit seinem Hilfsprojekt den Menschen in der krisengebeutelten Region zu helfen. Die Katastrophe von Beirut trifft ihn ins Mark.  Im Interview mit Merkur.de* spricht er über das Desaster und Ausmaß der Explosion am wichtigsten Hafen des Landes.

Update vom 5. August, 18.03 Uhr: Bei der verheerenden Explosion in Beirut sind mindestens 21 französische Staatsbürger verletzt worden. Das teilte der Pariser Chef-Staatsanwaltschaft Rémy Heitz am Mittwoch mit. Die Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen. Ermittler werden aktiv, falls Franzosen im Ausland zu Schaden kommen.

Explosion in Beirut: Libanons Regierung beschließt zweiwöchigen Notstand und Hausarrest für Hafen-Offizielle

Update vom 5. August, 17.14 Uhr: Nach der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut will die Regierung Verantwortliche des dortigen Hafens unter Hausarrest stellen. Dabei handele es sich um Personen, die in den vergangenen Jahren für die Lagerung und Bewachung von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat zuständig gewesen seien, erklärte Informationsministerin Manal Abdel Samad am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete. Unklar war zunächst, wie viele Personen davon betroffen sind.

Die Regierung beschloss der Ministerin zufolge zudem einen zweiwöchigen Notstand für Beirut. Eine Untersuchungskommission solle dem Kabinett innerhalb von fünf Tagen einen ersten Bericht zu den Umständen der Detonation vorlegen, sagte Abdel Samad weiter. Die Stadt wurde auf Empfehlung des Höheren Verteidigungsrats zum Katastrophengebiet erklärt.

Beirut-Explosion: Mindestens acht Deutsche verletzt

Update vom 5. August, 17.11 Uhr: Bei der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut sind auch acht Deutsche verletzt worden. Das geht aus einem internen Lagebericht des Technischen Hilfswerks (THW) vom Mittwoch hervor. Einsatzkräfte des THW sollten am Abend zur Unterstützung der Deutschen Botschaft nach Beirut fliegen. Das Botschaftsgebäude war durch die Detonation beschädigt worden.

Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministers Hassan Hamad kamen durch die Explosion am Dienstag mindestens 113 Menschen ums Leben, etwa 4000 weitere wurden verletzt. Die Ursache für die gewaltige Detonation ist noch nicht geklärt. Möglicherweise wurde sie durch eine große Menge Ammoniumnitrat ausgelöst, die dort gelagert worden war.

und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier haben sich erschüttert über die Detonationen in Beirut gezeigt und rasche Hilfe zugesagt. Der Libanon könne „in dieser schweren Zeit“ auf die „Hilfe und Unterstützung der Bundesregierung zählen“, schrieb Merkel am Mittwoch in einem Kondolenztelegramm an Ministerpräsident Hassan Diab. Sie habe „mit großer Bestürzung“ von den Explosionen erfahren und wolle ihr „tief empfundenes Beileid aussprechen“.

Steinmeier zeigte sich in einem Schreiben an Libanons Präsident Michel Aoun „betroffen und schockiert“ über die Ereignisse. „Gerade in Zeiten der Covid-19-Pandemie wiegt diese Katastrophe besonders schwer“, schrieb er. Deutschland werde „tun, was es kann, um den Menschen im Libanon zur Seite zu stehen“.

Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab eingerichtet, um nach den verheerenden Explosionen in der libanesischen Hauptstadt Beirut helfen zu können. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, es gehe jetzt vor allem um kurzfristige humanitäre Hilfe. Eine Gruppe des Technischen Hilfswerkes (THW) solle noch im Laufe des Tages in den Libanon aufbrechen. Die libanesische Regierung hatte angefragt, ob Deutschland bei der Suche nach Vermissten und Verschütteten helfen könnte. Zudem wurde über medizinische Hilfeleistungen, Hilfsgüter und logistische Unterstützung nachgedacht, wie ein Sprecher erklärte.

Außerdem erklärte er, dass ein älteres Gebäude der Deutschen Botschaft vor Ort wieder eingerichtet wurde, damit sie sowie der dortige Krisenstab trotz des Schadens am eigentlichen Botschafts-Gebäude arbeitsfähig blieben. Ein abschließendes Lagebild bezüglich der Deutschen vor Ort sei noch nicht möglich. Einige Meldungen über Verletzte unter den Deutschen gebe es aber schon jetzt.

Beirut-Explosion: Experten zerpflücken Trumps Theorie

: Wie Focus Online berichtet, ist unwahrscheinlich, dass die Detonation in Beirut durch eine Bombe verursacht wurde. Die Erklärung des libanesischen Ministerpräsidenten Hassan Diab sei realistisch: dass die Explosion durch eine große Menge der chemischen Substanz Ammoniumnitrat* ausgelöst wurde, laut libanesischer Regierung konkret 2750 Tonnen.

„Für mich ist Diabs Argumentation schlüssig“, erklärte Sprengstoffexperte Marc Wende vom Bayerischen Landeskriminalamt gegenüber Focus Online. Zum einen zeigten die Videos aus Beirut, dass es bereits vor der Explosion in dem Gebäude gebrannt habe. Eine Rucksack-, Koffer- oder übliche Fliegerbombe könne einen Schaden „der Dimension, wie wir sie in Beirut sehen“ nicht verursachen.

Dies bestätigte laut Focus Online auch Norbert Gebbeken, der das Forschungszentrum RISK (Risiko, Infrastruktur, Sicherheit und Konflikt) in München leitet: „Eine derartige Menge an Explosivstoff wird üblicherweise nicht in einer Bombe untergebracht, die per Definition eine meist metallische Hülle hat.“ Große Hitze oder ein starker Schlag könne dafür sorgen, dass der chemische Stoff detoniert, der unter anderen als Düngemittel oder Sprengstoff in der Bauindustrie verwendet wird, detoniert.

Beirut: Bis zu 250 000 Menschen obdachlos

: Die Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut hat die Wohnungen von Zehntausenden Menschen zerstört. Beiruts Gouverneur Marwan Abbud sagte am Mittwoch dem libanesischen Sender MTV, zwischen 200 000 und 250 000 Einwohner seien nun obdachlos. Der Schaden liege zwischen drei und fünf Milliarden Dollar, erklärte Abbud weiter, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete.

Experten warnten vor den wirtschaftlichen Folgen. Die Wirtschaft des Landes leidet ohnehin unter einer der schwersten Krisen in der Geschichte des Libanons. „Diese Explosion ist der Sargnagel für die Wirtschaft des Libanons und für das Land im Allgemeinen“, sagte der libanesische Analyst Makram Rabah der Deutschen Presse-Agentur.

Um ihre Häuser wieder aufzubauen, fehle den Menschen das Geld. Der Hafen in Beirut sei zudem die Lebensader des Landes. Unter anderem seien dort Getreidesilos zerstört worden, sodass das Land mit Hunger und Engpässen bei Brot rechnen müsse.

Nach Explosion in Beirut: Krankenhäuser überfordert

Update vom 5. August, 11.20 Uhr: Auf Twitter schreibt Ex-Ministerpräsident Saad Al Hariri: „Beirut schreit um Hilfe, und der Hurrikan, der sie getroffen hat, lässt das Herz bluten. Jeder ist aufgerufen, der Stadt zu helfen und sich mit unseren Menschen in allen betroffenen Vierteln zu solidarisieren. Das Ausmaß der Opfer ist zu groß, um beschrieben zu werden und der größte Schaden sind Dutzende von Toten und Verletzten.“

Das ohnehin instabile und von der Corona-Pandemie belastete Gesundheitssystem kann die Masse der Verletzten nicht auffangen, zudem wurden einige der Rund 30 Krankenhäuser zerstört. Zum Teil müssen Verletzte auf Parkplätzen behandelt oder gar abgewiesen werden, die Bild berichtet. Zudem werden Blutkonserven knapp - deshalb ruft das libanesische Rote Kreuz zu Blutspenden auf.

Mehrere Länder wie Frankreich oder Israel haben dem Libanon bereits konkrete Hilfen zugesichert. DRK-Pressesprecher Dr. Dieter Schütz erklärte gegenüber Bild, dass derzeit über mögliche Hilfsangebote aus Deutschland beraten wird.

Beirut ist nach der Explosion zu großen Teilen zerstört.

Update vom 5. August, 9.30 Uhr: Das libanesische Rote Kreuz hat die Zahl der Toten auf mindestens 100 nach oben korrigiert. Zudem gebe es mehr als 4000 Verletzte. „Unsere Teams setzen die Such- und Rettungsaktivitäten in den umliegenden Gegenden fort", hieß es.

Zwei Militärflugzeuge aus Frankreich sollen mehrere Tonnen medizinisches Material in den Libanon bringen und 55 Angehörige des französischen Zivilschutzes befördern. Das teilte der Élyséepalast mit. Zudem schickt Frankreich etwa ein Dutzend Notärzte, um die Verletzten vor Ort zu behandeln. Bereits am Dienstag hatte der französische Staatschef Emmanuel Macron seine Hilfe zugesagt. Der Libanon ist ein ehemaliger Teil des französischen Mandatsgebiets im Nahen Osten, die Länder sind immer noch eng verbunden.

Helfer tragen ein Opfer weg, während im Hintergrund Rauch aufsteigt.

Nach Explosion in Beirut: Zahl der Toten steigt dramatisch

Update vom 5. August, 6.36 Uhr: Die Explosion in Beirut hat verheerende Folgen*: Die vorläufige Zahl der Opfer des Unglücks in der libanesischen Hauptstadt* gaben die Behörden in der Nacht zum Mittwoch mit 73 an. Zuvor war von 50 Toten die Rede gewesen. Mindestens 3700 weitere Menschen wurden verletzt, unter ihnen auch Mitarbeiter der deutschen Botschaft. Die Ursache der Detonation war noch unklar.

Von der Wucht der Explosion sind Autos umgekippt worden.

Laut Ministerpräsident Hasan Diab waren 2750 Tonnen Ammoniumnitrat* detoniert. Das Material sei seit sechs Jahren ohne Vorsichtsmaßnahmen in einem Lagerhaus untergebracht gewesen. Ammoniumnitrat kann zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden.

Explosion in Beirut im Libanon: Trump spricht von einer „Art von Bombe“

US-Präsident Donald Trump sprach von einem „furchtbaren Angriff“ mit einer „Art von Bombe“*. Er berief sich dabei auf Angaben von US-Generälen. Weder vom Pentagon noch den libanesischen Behörden kamen jedoch irgendwelche öffentlichen Hinweise darauf, dass es sich möglicherweise um einen Anschlag gehandelt haben könnte.

Große Teile des Hafens und der umliegenden Stadtgebiete wurden verwüstet. Auf Bildern waren unter Trümmern eingeklemmte Menschen zu sehen, viele von ihnen blutüberströmt. Die Krankenhäuser seien mit den vielen Verletzten komplett überlastet, sagte Gesundheitsminister Hamad Hassan beim Besuch eines Hospitals. „Es ist eine Katastrophe im wahrsten Sinne des Wortes.“ Der Oberste Verteidigungsrat des Landes erklärte die Stadt zur „Katastrophenzone“.

Detonation in Beirut: Merkel verspricht Libanon Hilfe

Auch das Gebäude, in dem sich die deutsche Botschaft befindet, wurde nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin beschädigt. Angesichts der starken Schäden im Stadtgebiet schloss das Ministerium nicht aus, dass weitere deutsche Staatsangehörige unter den Todesopfern und Verletzten sein könnten.

Eine schwere Explosion hat die Innenstadt von Beirut verheerend zerstört.

Noch Stunden nach den Explosionen kreisten Hubschrauber über der Gegend, um gegen die Flammen anzukämpfen. Die Detonationen waren im gesamten Land zu hören gewesen - und auch im 240 Kilometer entfernten Nikosia auf der Mittelmeerinsel Zypern.

Diab bat in einer Fernsehansprache alle befreundeten Staaten um Hilfe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte dem Libanon Unterstützung zu. Hilfszusagen kamen aus aller Welt, darunter auch von Israel und dem Iran. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte die Lieferung „mehrerer Tonnen“ medizinischem Hilfsmaterials an. Der Libanon befindet sich seit Jahren in einer Abwärtsspirale: Das Land leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise, fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Die Krise wurde in den vergangenen Monaten durch die Corona-Pandemie verschlimmert.

Schwere Explosion am Hafen von Beirut: Tausende Verletzte, mindestens 50 Tote

Ursprungsmeldung vom 4. August: Beirut - Bei einer schweren Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut sind am Dienstag mindestens 50 Menschen getötet und weitere 2700 verletzt worden. Das teilte Gesundheitsminister Hassan Hamad am späten Dienstagabend mit. Der Generalsekretär des libanesischen Roten Kreuzes, Georges Kettaneh, berichtete der Deutschen Presse-Agentur ebenfalls von mehr als 2000 Verletzten.

Über die genaue Zahl der Opfer herrschte am Abend weiter Unklarheit. Das libanesische Rote Kreuz war mit 30 Teams im Einsatz. Augenzeugen berichteten von Leichen auf den Straßen. Anwohner berichteten der dpa von zwei aufeinanderfolgenden Explosionen. Die Gegend rund um den Beiruter Hafen glich nach der Detonation einem Trümmerfeld, noch in mehreren Kilometern Entfernung sind Fenster in die Brüche gegangen.

Die libanesische Armee half dabei, Verletzte in Krankenhäuser zu bringen. Bürger wurden aufgerufen, Blut zu spenden. Im Internet kursierten Fotos und Videos von zerstörten Fenstern an Wohnhäusern und Trümmern auf den Straßen. Hunderte Autos wurden beschädigt. Ein Polizist sagte, die Schäden erstreckten sich kilometerweit. Kurz nach der Explosion fielen Telefon und Internet in der Stadt aus. „Wir saßen in unserem Wohnzimmer, und plötzlich fielen uns die Wand und Glas auf den Kopf“, sagte ein Anwohner namens Rumi.

Explosion in Beirut/ Libanon: Hintergründe zunächst unklar - Berichte über Brand in Lager für Feuerwerkskörper

Die Nachrichtenagentur NNA berichtete, am Hafen sei in einem Lagerhaus Feuer ausgebrochen. Innenminister Mohammed Fahmi sagte, nach vorläufigen Informationen sei ein hochexplosives Material detoniert, das seit Jahren am Hafen gelagert wurde. Anderen Berichten zufolge ereignete sich die Explosion in einem Lager für Feuerwerkskörper.

Am Abend gab es Spekulationen, eine große Menge Ammoniumnitrat sei im Hafen explodiert. Die Zersetzung des Stoffs, der auch zur Herstellung von Sprengsätzen dienen kann, führt bei höheren Temperaturen zu Detonationen. Die Substanz diente zum Raketenantrieb und vor allem zur Düngemittelherstellung. Berichten zufolge hatten libanesische Behörden vor einigen Jahren 2700 Tonnen des Stoffs an Bord eines Schiffs sichergestellt und ihn seit mehreren Jahren im Hafen gelagert. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

In Beirut ist es am Dienstag in der Nähe des Hafens zu einer schweren Explosion gekommen.

Hinweise auf einen Anschlag oder einen politischen Hintergrund gab es zunächst nicht. Wenige Kilometer vom Ort der Explosion entfernt waren 2005 der damalige libanesische Ministerpräsident Rafik Hariri und 21 weitere Menschen bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden. Die Residenz seines Sohnes, der frühere Ministerpräsident Saad Hariri, wurde bei der Explosion am Dienstag beschädigt.

An diesem Freitag will das UN-Libanon-Sondertribunal in Den Haag sein Urteil gegen vier Angeklagte in dem Fall von 2005 verkünden. Viele Libanesen machen die Führung des Nachbarlandes Syrien für den Anschlag auf Hariri verantwortlich. Er hatte vor seinem Tod den Abzug der damals im Libanon stationierten syrischen Truppen verlangt. „Wir haben keine Informationen darüber, was genau passiert ist und was der Auslöser war, ob es ein Unfall oder ein herbeigeführter Akt war“, sagte ein UN-Sprecher kurz nach der Tat am Dienstag in New York. „Zu diesem Zeitpunkt sind unsere Gedanken bei den Menschen im Libanon. Was auch immer passiert ist: Wir hoffen, dass der Schaden begrenzt ist und dass die Sicherheit des libanesischen Volkes garantiert ist.“

Explosion in Beirut: Macron sichert Hilfe Frankreichs zu

Frankreich hat nach nach den Ereignissen am Dienstag Unterstützung zugesagt. Frankreich schicke Hilfe in den Libanon, schrieb der französische Staatschef Emmanuel Macron am Dienstagabend auf Twitter. Frankreich stehe immer Seite an Seite mit dem Libanon, so Macron auf Arabisch.

Macron habe mit seinem libanesischen Amtskollegen Michel Aoun telefoniert, teilte der Élyséepalast mit. In dem Gespräch drückte Macron demnach seine Unterstützung und die der Franzosen für das libanesische Volk aus. Der heutige Libanon war früher Teil des französischen Mandatsgebiets im Nahen Osten, die beiden Länder haben immer noch eine enge Beziehung.

Nach Explosion am Hafen von Beirut: Israel weist Spekulationen von sich

Auch das Nachbarland Israel hat humanitäre Hilfe angeboten. „Unter Anweisung von Verteidigungsminister Benny Gantz und Außenminister Gabi Aschkenasi hat Israel sich an den Libanon durch internationale diplomatische und Verteidigungs-Kanäle gewandt“, teilten beide Minister in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Der libanesischen Regierung sei „medizinische humanitäre Hilfe“ angeboten worden.

Der Libanon und Israel haben keine diplomatischen Beziehungen. Offiziell befinden sich die beiden Nachbarländer noch im Krieg. Libanesen sind jegliche Kontakte mit Israelis verboten. An der Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah. Diese befand sich zuletzt im Jahr 2006 in einem rund einmonatigen Krieg mit Israel.

Spekulationen, dass Israel hinter der Explosion stecken könnte, räumte Außenminister Aschkenasi aus. Es handle sich um einen „von einem Brand ausgelösten Unfall“, sagte Aschkenasi dem israelischen TV-Sender Channel 12. Bei Spekulationen sei Vorsicht geboten, sagte Aschkenasi. „Ich sehe keinen Grund, die Berichte aus Beirut (über einen Unfall) nicht zu glauben.“

Zuschauer des ARD und ZDF regten sich dagegen über deren Berichterstattung auf. Zuerst ging es um Fußball, dann um Corona Demonstrationen. Die Explosion in Beirut wurde es im Nachrichtenblock erwähnt. Was sonst noch in der Welt geschieht, lesen Sie auf merkur.de* nach. (dpa/fmü)

Emotionaler Erfahrungsbericht einer deutschen Studentin: So hat sie den Moment der Explosion erlebt.* *merkur.de, ludwigshafen24.de und wa.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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