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Germany

Falscher Ausweis: Busfahrer bleibt hart – und wird attackiert

Lübeck. Der Vorfall ereignete sich gegen 7.45 Uhr auf der Linie 2. Etwa 15 Fahrgäste seien im Bus gewesen, berichtete eine Augenzeugin. Sie möchte ihren Namen aus Angst vor dem Täter nicht nennen. Der unbekannte, eher jüngere Mann sei schon auf dem Weg in den hinteren Teil des Busses gewesen, als der Fahrer ihn zurückgerufen habe – wegen der fehlenden Wertmarke im Behindertenausweis. Ein Ausweis mit Marke berechtigt zur freien Fahrt in Bus und Bahn. Der Schwarzfahrer habe gesagt, er müsse den Bus nehmen und habe kein Geld. Der Busfahrer habe nicht nachgegeben. „Alles in höflichem Ton“, berichtet die Augenzeugin.

Täter schlägt ihm ins Gesicht und flieht

Dann sei der Mann handgreiflich geworden: „Auf einmal nimmt der die Faust und hat ihn ins Gesicht geschlagen!“ Der Busfahrer habe stark an der Lippe geblutet, sei aber dennoch dem Mann nachgesetzt, der sich in drohender Haltung vor dem Bus aufgebaut habe. Der Täter sei aber geflohen, als ein Fahrgast zu Hilfe gekommen sei.

Tatsächlich hatte der Fahrer nach Angaben des Stadtverkehrs den Mann einige Tage zuvor schon einmal mit dem Schwerbehindertenausweis mitfahren lassen, obwohl der keine gültige Marke trug – „aus Kulanzgründen“, sagt Carolin Höhnke, stellvertretende Sprecherin des Stadtverkehrs. Das sei in Ordnung. Genauso richtig sei es aber auch gewesen, dass er ihn beim zweiten Mal nicht mehr habe befördern wollen. „Es gab keine andere Möglichkeit.“ Angriffe auf Busfahrer sind nach Höhnkes Aussage in Lübeck „kein häufiges Phänomen“.

Polizei will Videoaufnahmen auswerten

Nach Aussage der Polizei vom Mittwochnachmittag war der Täter noch nicht gefasst. Es gebe Videoaufnahmen aus dem Bus, die noch ausgewertet werden müssten, sagte eine Sprecherin. „Wir haben ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet.“

Ein vergleichbarer Fall hatte sich im August 2016 an der Haltestelle Märkische Straße in St. Lorenz Süd ereignet. Damals hatte ein Mann einen Busfahrer geschlagen, nachdem dieser einen 50-Euro-Schein auf seine Echtheit prüfte, mit dem der Mann seinen Fahrschein bezahlen wollte. Der Mann wurde zur Fahndung ausgeschrieben und stellte sich wenige Wochen später der Staatsanwaltschaft.

Von Hanno Kabel

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