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FC Bayern krönt sich zum Doublesieger

Es durften lediglich wenige Fans des FC Bayern auf die Tribüne. Doch die waren hochrangig und applaudierten den Spielern sehr laut, als diese den DFB-Pokal am späten Samstagabend im Berliner Olympiastadion in die Höhe streckten. 

Die Vereinsführung um Ehrenpräsident Uli Hoeneß, Klubchef Karl-Heinz Rummenigge und Vorstand Oliver Kahn hatte sich von ihren Plätzen erhoben und bejubelte strahlend das 4:2 (2:0) des deutschen Fußball-Rekordmeisters gegen Bayer Leverkusen. Es war der 20. Sieg des Klubs in dem Wettbewerb. Und das 13. „Double“ des Vereins. Hans-Dieter „Hansi“ Flick ist der erste Trainer der Bundesliga, der eine Mannschaft während einer Saison übernahm und dann Meisterschaft und Pokal gewann.

Bayer 27 Jahre ohne Titel

Leverkusen verpasste auch diese Chance auf einen Titel, der Verein hat seit 27 Jahren keine Trophäe gewonnen. Es passt also, dass der Klub gerade die Marke „Vizekusen“ beim Deutschen Patent- und Markenamt für weitere zehn Jahre hat schützen lassen.

Wegen der Corona-Pandemie war es das erstes „Geisterfinale“, das Olympiastadion musste nahezu leer bleiben. Leverkusens Trainer Peter Bosz verzichtete zunächst auf Kevin Volland und ließ ohne „echten“ Stürmer spielen. Bei den Bayern gehörte Nationalverteidiger Niklas Süle erstmals seit seinem im Oktober 2019 erlittenen Kreuzbandriss wieder zum Kader.

FC Bayern

Die Führung für die Bayern: Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky ist ohne Chance, den Freistoß von David Alaba abzuwehren

Quelle: REUTERS

Flick setzte auf dieselbe Startelf wie beim 4:2 in Leverkusen in der Bundesliga vor vier Wochen, ließ den nach einer Verletzung genesenen Mittelfeldstar Thiago draußen. Der Spanier soll vor einem Wechsel zum FC Liverpool stehen.

Bei Bayer gab es im Vergleich zu jener Partie drei Änderungen. Der von den Bayern umworbene Kai Havertz hatte die beiden Ligapartien gegen den Meister verpasst, im Finale spielte er nun. „Wir haben uns eine Spielweise ausgedacht, mit der wir die Bayern schlagen können“, so Bosz vor dem Spiel. Doch sein Plan ging nicht auf.

Die Münchner waren von Beginn an die dominierende Mannschaft. Einer der besten Bayern war Thomas Müller, er war an den meisten Angriffen beteiligt. Für den Weltmeister war es der achte Einsatz in einem DFB-Pokal-Endspiel, er zog mit Rekordhalter Franck Ribery gleich. David Alaba schoss die Bayern per Freistoß von der Strafraumgrenze in Führung (16.), Serge Gnabry traf nach einem klugen Pass Joshua Kimmich zum 2:0 (24.). Es war Alabas erster Treffer in einem DFB-Pokal-Finale.

Lob von Schweinsteiger

Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky, der mit Eintracht Frankfurt 2018 im Finale die Bayern bezwang, hatte vor der Partie gesagt: „Wir brauchen kein Wunder, nur einen guten Tag.“ Doch Leverkusen war in der Defensive nicht konsequent genug und in der Offensive oft zu ungenau. „Die Bayern führen verdient. Sie haben Leverkusen für die Fehler knallhart bestraft“, sagte Bayerns Mittelfeldlegende Bastian Schweinsteiger während der Halbzeitpause in der ARD. „Alaba ist für mich der beste Spieler auf dem Platz. Er hat sich als Innenverteidiger sehr gut entwickelt.“ 

Bundestrainer Joachim Löw, der ebenfalls auf der Tribüne saß, sagte: „Die Spieler sind sehr konzentriert. Alaba spielt auf höchstem Niveau, die ganze Bayern-Defensive macht es sehr gut.“ Alaba wird dem Vernehmen nach von internationalen Topklubs umworben, seinen bis 30. Juni 2021 gültigen Vertrag bei den Bayern hat der Österreicher bislang nicht verlängert. „Ich würde sofort mit ihm verlängern. Er gehört für mich zu den Top drei der Innenverteidiger in Europa“, betonte Schweinsteiger.

Zur zweiten Halbzeit brachte Bosz dann Volland in die Partie. Doch seine Mannschaft konnte die souveränen Bayern nur selten aus der Ruhe bringen, Robert Lewandowski erzielte das 3:0 (59.), Hradecky hätte diesen Schuss halten müssen. Sven Bender köpfte das 1:3 für Leverkusen (64.). Lewandowski traf danach sogar nochmal (88.), Havertz schoss in der Nachspielzeit per Handelfmeter das 2:4.

Die nationale Saison ist für die Bayern und Leverkusen nun beendet. Montag treffen sich die Münchner Spieler noch einmal in der Klubzentrale an der Säbener Straße, unter anderem stehen Sponsorentermine an. Anschließend verabschieden sich die Stars in den Urlaub. „Alles ist geplant. Ich denke schon, dass ich Zeit habe, den ein oder anderen Tag abzuschalten. Das ist auch für einen Trainer wichtig, auch wenn es nicht einfach ist“, sagte Flick.

Anfang August geht es dann mit der Champions League weiter, im Rückspiel des Achtelfinals trifft der Rekordmeister auf den FC Chelsea (Hinspiel 3:0). Das Finale der Königsklasse soll am 23. August steigen. Die Spiele sollen in Portugal ausgetragen werden.

Die Pause bis zum Wiederbeginn der Königsklasse nutzen die Bayern für eine besondere Auslands-Tour. Eigentlich wären sie im Sommer nach China gereist, es sollte eine Mischung aus Trainingslager und PR-Tour werden. Diese Tour veranstaltet der Klub nun virtuell. Es ist im Weltfußball ein Pilotprojekt.

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Die Tour geht vom 25. Juli bis 2. August und soll den Fans die Möglichkeit geben, die Vorbereitung der Mannschaft in Echtzeit miterleben zu können. Teil der Tour sind digitale Autogrammstunden mit den Spielern. Zudem werden die Bayern ein Testspiel bestreiten – ganz echt, nicht virtuell. 

Klubchef Rummenigge sagte, man wollte mit der Tour den „weltweiten Zusammenhalt der FC Bayern Familie insbesondere in Zeiten von Corona“ leben und festigen. Mit über 290.000 Mitgliedern ist der FC Bayern der mitgliederstärkste Verein der Welt. Die Mannschaft reist seit Jahren im Sommer abwechselnd in die USA und Asien.

Die Leverkusener haben im August beim Final-Turnier der Europa League eine weitere Möglichkeit, ihre Titel-Flaute zu beenden. „Wir müssen uns vor keiner Mannschaft verstecken“, sagte Sportdirektor Simon Rolfes.

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