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Germany

Firma Glück investiert in Sicherheit beim Abbiegen

Die Firma Glück stattet derzeit ihren gesamten Lkw-Fuhrpark mit Abbiegeassistenten aus, obwohl diese bislang nicht gesetzlich vorgeschrieben sind. Die Hilfssysteme sollen Fußgänger und Radfahrer im toten Winkel des Fahrzeugs schützen.

Gräfelfing – Alois Gamsreiter setzt den Blinker. Sofort schaltet sich der kleine Bildschirm in der rechten Ecke des Führerhäuschens seines Kieslasters ein. Darauf zu sehen: der gesamte rechte Außenbereich neben dem Fahrzeug – auch der Bereich, der vom Außenspiegel nicht erfasst wird, der sogenannte tote Winkel.

Alois Gamsreiter ist Fuhrparkleiter bei der Firma Glück in Gräfelfing. Er trägt nicht nur Verantwortung für seine Fahrer, sondern auch für die 25 Fahrzeuge umfassende Lkw-Flotte am Standort. Ihm war es ein Anliegen, dass alle Lkw des Kieswerks mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet werden. Also ging der Fuhrparkleiter damit auf die Geschäftsleitung zu – mit Erfolg.

Im Mai hat die Firma Glück mit der Nachrüstung angefangen. Inzwischen sind etwa 70 Prozent der Fahrzeuge mit der kleinen, für Laien kaum sichtbaren Kamera mit Weitwinkelobjektiv an der rechten Seite des Führerhauses bestückt. Ende des Monats sollen alle Fahrzeuge der Firma über solche Abbiegeassistenten verfügen. Kosten pro Fahrzeug: zwischen 1250 und 1500 Euro.

Gamsreiter geht es neben dem Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer auch um den seiner Mitarbeiter. „Jeder redet von den Verkehrstoten. Aber natürlich will kein Lkw-Fahrer, dass jemand durch sein Fahrzeug zu Schaden kommt“, gibt er zu bedenken. Und sollte einmal ein Passant unter die Räder eines Lkw geraten, „leidet der Fahrer ja auch seelisch darunter“. Denn an einem Rechtsabbiegeunfall haben immer zwei Familien schwer zu tragen: die des Opfers und die des Fahrers.

Natürlich haben die verschiedenen Assistenzsysteme alle ihre Vor- und Nachteile. So springt etwa das System mit der Außenkamera nur an, wenn der Blinker gesetzt wird, da es an dessen Signal gebunden ist.

Abbiegeassistenten sind, obwohl immer wieder Fahrradfahrer von rechtsabbiegenden Lkw erfasst werden, gesetzlich nicht vorgeschrieben. Ginge es nach Gamsreiter, hätten die Politik und insbesondere Verkehrsminister Andreas Scheuer längst handeln müssen. „Es ist nicht in Ordnung, dass die Verantwortung auf einzelne Betriebe oder einzelne Fahrer abgewälzt wird“, sagt Alois Gamsreiter.

Doch so lange keine gesetzliche Pflicht zum Einbau von Abbiegeassistenten besteht, hängt es an den Unternehmen, ob sie ihren Lkw-Fuhrpark mit der hilfreichen Technik ausstatten. Markus Wahl, Geschäftsführer der Firma Glück, kann sich zwar nicht daran erinnern, dass es in den vergangenen dreißig Jahren, die er nun bei Glück ist, einen Abbiegeunfall mit Personenschaden mit einem Glück-Lkw gegeben habe. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht. Und als Unternehmen solle man immer versuchen, Vorkehrungen zu treffen, „möglichst viele Gefahrenquellen auszuschalten“, sagt Wahl.

Anders als Lkw, die lange Strecken auf der Autobahn zurücklegen, fahren seine Fahrzeuge vor allem Baustellen im Münchner Umland an. Und die liegen oft in Wohngebieten. Wahl rechnet vor: Ein Lkw koste etwa 150 000 Euro, die Nachrüstung der ganzen Flotte nur einen Bruchteil davon. „Da geht es um die Sicherheit“, betont er. Für die müsse man als Unternehmen Geld in die Hand nehmen. Gerade, wenn mit einer verhältnismäßig kleinen Summe viel gewonnen werde. Fuhrparkleiter Alois Gamsreiter: „Jeder Tote weniger lohnt die Investition.“

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