Bei einem Einsatz am Dortmunder Flughafen hat die Bundespolizei die Ausreise von mutmaßlichen Mitgliedern der rechten Szene nach Sofia verhindert. 22 Menschen seien kontrolliert worden. Sie stünden im Verdacht, an einer auch von Rechtsextremisten besuchten Veranstaltung in der bulgarischen Hauptstadt teilnehmen zu wollen, sagte ein Sprecher.

Nach eigener Aussage untersagte die Bundespolizei insgesamt einer Frau und neun Männern die Ausreise. Die Pässe der Personen wurden vorübergehen eingezogen. Auf Twitter schrieb die Bundespolizei, es handele sich bei den gezielt kontrollierten Personen um Deutsche.

Ziel der Personen aus dem rechten Spektrum sei wahrscheinlich der sogenannte Lukow-Marsch, der am Samstagabend in Sofia stattfindet. Seit 2003 gedenken Neonazis Christo Lukow in Sofia jährlich mit einem Fackelmarsch. Der Generalleutnant und Führer der Partei "Union der bulgarischen Nationalen Legionen" unterstützte während des Zweiten Weltkriegs Nazi-Deutschland und war für seine antisemitischen Ansichten bekannt. Die bulgarische extreme Rechte stilisiert Lukow zum "Kriegshelden" und zum Opfer einer vermeintlich jüdischen Verschwörung.

Auch Neonazis aus Deutschland und anderen europäischen Ländern beteiligen sich jährlich an dem Marsch. Immer wieder wird dagegen von Menschenrechtsorganisationen protestiert. Die Bürgermeisterin von Sofia, Jordanka Fandakowa, versuchte 2017 und 2018 den Marsch zu verbieten. Das Verbot wurde jedoch ignoriert. 2019 nahmen etwa 2.000 Rechtsextreme an dem Fackelmarsch teil.  

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