Germany
This article was added by the user . TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Frodeno – „Der Gladiator stirbt in seiner Arena“

Einmal noch möchte Jan Frodeno ganz oben stehen: Die Ironman-WM in Nizza bildet den Abschluss seiner einzigartigen Karriere. Der 42-Jährige ist der einzige Triathlet, der Olympiagold holte (2008) und auf Hawaii triumphierte (2015, 2016 und 2019). Bei der erstmaligen Titelvergabe an der Côte d‘Azur über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen startet er als einer der Topfavoriten. Auch der zweimalige Hawaii-Champion Patrick Lange zählt zu den Favoriten.

„Wir werden auf jeden Fall feiern. Und wir werden auf jeden Fall lachen. Wir werden auch auf jeden Fall weinen“, sagte Frodeno vor dem Showdown in lockerer Runde auf einem Grundstück hoch über Nizza. „Aber es wäre schon schön, wenn ein paar mehr Freudentränen dabei sind.“ Alle Hintergründe zum Rennen und Rennverlauf aus Nizza im Liveticker von vor Ort:

12.35 Uhr: So gehen die Top-Athleten in den Marathon

Sam Laidlow hat sich einen Vorsprung von 5:35 Minuten herausgefahren. Erster Verfolger: Rudy von Berg. Mit knapp sechs Minuten Rückstand auf Laidlow folgt Ditlev.

Patrick Lange geht als Neunter in den abschließenden Marathon (+12:59). Sieben Minuten bis zum Podium. Möglich ist das. Die Frage ist zudem: Hält Sam Laidlow sein hohes Tempo? Frodeno hat bereits knapp 16 Minuten verloren.

12.26 Uhr: „Der Gladiator stirbt in seiner Arena“

Es ist nicht das Rennen, dass sich Jan Frodeno zum Karrierefinale erhofft hat. In diesem Moment steigt er vom Rad und läuft in die Wechselzone. Patrick Lange hat sie bereits verlassen, Sam Laidlow ist längst enteilt.

Zum Reporter, der auf dem Rad kurz an seiner Seite war, sagte Frodeno: „Der Gladiator stirbt in seiner Arena.“

12.10 Uhr: Laidlow nähert sich – Hallo von der Wechselzone!

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Instagram

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine widerrufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an“ stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, u.a. die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du . Du kannst deine Einwilligung jederzeit über den Schalter und über Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

11.30 Uhr: Lange hängt überraschend Frodeno ab

Patrick Lange kann seinen Rückstand halten und sein Tempo sogar anziehen. 10:59 Minuten liegt er nach 130 Kilometern hinter Laidlow - auf Rang neun. Aber was ist mit Frodeno? Dass die Strecke für den 1,94-Meter-Mann nicht gerade gemacht ist, war klar, aber dass er nach 130 Kilometern zwölf Minuten zurückliegt, war nicht zu erwarten. Zumal es auch genügend Abschnitte auf der Strecke gibt, die ihm liegen. Bei den US Open Anfang des Monats hatte er zudem eine sehr starke Leistung auf der 80 Kilometer langen Radstrecke gezeigt - und das bestens besetzte Rennen am Ende gewonnen. Vorn baut Laidlow seinen Vorsprung auf die Verfolger auf knapp fünf Minuten aus.

Langes Trainer Björn Geesmann dürfte an der Strecke jetzt zufrieden sein. „Ich bin enorm nervös“, hatte er WELT in Nizza gesagt. „Ich hoffe, man merkt es mir nicht so an. Patrick ist auf jeden Fall total gut vorbereitet, er hat alles getan, was man hätte tun können.“

11.15 Uhr: Ist die Strecke gemacht für diese Triathlonräder?

Ja und nein. Eine Frage, die sich viele Profis schon 2019 bei der 70.3-WM in Nizza gestellt haben und unterschiedlich beantworteten. Gustav Iden siegte am Ende auf einem Rennrad anstatt einer Zeitfahrmaschine. Jetzt sitzen alle Profis auf Triathlonrädern, während ein Großteil der Altersklassen-Athleten anders entschieden hat.

Die Anstiege, die engen, teils tückischen Abfahrten - da sind Rennräder natürlich im Vorteil. Allerdings gibt es oben auf dem Plateau und insgesamt auch viele wellige Parts, die für die Triathlonräder sprechen. Patrick Lange sagte im WELT-Interview: „Wir haben verschiedene Fahrräder getestet. Generell haben wir extrem viel getestet, die diversen Partner mit ins Boot geholt und jeden gefragt, was man machen kann. Von Reifen, über Laufräder, Kurbeln und mehr. Ich habe jetzt zum Beispiel noch eine neue Kurbel bekommen, mit Carbon-Kettenblättern, um 50 Gramm zu sparen. Interessanterweise waren das Rennrad und das Zeitfahrrad in den ganzen Berechnungen gleich schnell auf dieser Strecke.“ Bei seinem zweiten Test in Nizza hatte er beide Räder dabei und stellte fest: „Das Zeitfahrrad ist dann doch viel schneller.“ Das ganze Interview:

10.57 Uhr: Wie viel Rückstand ist okay für Lange?

Seit der Bekanntgabe, dass Nizza Schauplatz der Ironman-WM ist, stand die anspruchsvolle Radstrecke im Fokus. Nicht optimal für Lange, der seine Stärke beim Laufen hat – oder doch nicht? Mit 65 Kilogramm ist er ein Leichtgewicht. Und der 37-Jährige kommt vom Mountainbike, rasante und technische Abfahrten mag er. Zu WELT sagte er vorher: „In dem Kraft-Gewicht-Verhältnis kommt mir das Rennen in Nizza entgegen, glaube ich. Es wird interessant zu sehen sein, was die technische Komponente ausmacht, die noch dazukommt.“

Der zweimalige Hawaii-Champion verlor in den vergangenen Jahren vor allem auf dem Rad. In Nizza nun zählt also nicht die absolute Power auf dem Pedal, sondern Watt pro Kilo Körpergewicht. Das spricht eigentlich für Lange, zumindest dafür, dass er den Rückstand in Grenzen halten könnte. Die große Frage ist: Wie viel darf er sich erlauben? Aktuell, nach 112 Kilometern, sind es 10:29 Minuten – viel mehr dürften es nicht werden (Frodeno hat den gleichen Rückstand). Allerdings: Laidlow fährt vorn weiter allein, hat mehr als vier Minuten Vorsprung auf Mignon, Ditlev und von Berg.

10.32 Uhr: Frodeno verliert weiter – Laidlow stark

Nach 106 Kilometern liegen Lange und Frodeno weiter dicht beisammen - das ist für Lange positiv, für Frodeno eher weniger. Vor allem der Rückstand von 9:25 Minuten auf den Führenden: An der Spitze fährt Sam Laidlow mittlerweile alleine. Im vergangenen Jahr auf Hawaii dachten bei Laidlows starkem Rad-Auftritt noch alle: „Lasst den mal fahren, der geht beim Laufen hoch.“ Doch der junge Franzose brach nicht ein und wurde am Ende hinter Gustav Iden und vor Kristian Blummenfelt Zweiter. Die Konkurrenz ist also gewarnt.

10.15 Uhr: Frodenos Trainer klingt skeptisch

Seit vielen Jahren ist Dan Lorang der Trainer an Frodenos Seite. Lorang, der unter anderem auch Anne Haug und das Radteam Bora-hansgrohe trainiert, gab WELT vorher folgende Trainingsdaten Frodenos aus dem letzten Jahr bis zum Start in Nizza:

  • Schwimmen: 215 h
  • Rad: ca. 18.000 km
  • Laufen: 2400 km
  • Athletik/Kraft: 45h
  • Alternativ: 100h

Durch Frodenos folgenschweren Radsturz im vergangenen Sommer mit drei Hüft-Operationen im Anschluss sind es vor allem weniger Kilometer beim Laufen als sonst, dafür kam mehr alternatives Training hinzu. Auch auf dem Rad sind es etwas weniger Kilometer.

Bei sportschau.de sagte Lorang nun: „Es ist schon etwas Besonderes, wenn es zum letzten Rennen kommt. Heute Morgen haben wir das ein oder andere Tränchen verdrückt. Es berührt sehr, ein sehr emotionaler Tag.“ Der allerdings nicht läuft, wie geplant und erhofft. „Der Rennverlauf ist nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben. Man merkt, irgendetwas stimmt da nicht so ganz, meiner Meinung nach. Die ein oder andere Minute weniger wäre schon der Plan gewesen.“

9.50 Uhr: Patrick Lange ist an Frodeno dran

Damit war nicht zu rechnen: Frodeno fällt zurück, Patrick Lange ist nach knapp 70 Kilometern zu ihm aufgefahren, zwischen ihnen nur der Pole Robert Wilkowiecki. Dicht dahinter - im gebotenen Windschatten-Abstand - noch drei weitere Athleten. Sieben Minuten beträgt ihr Rückstand auf die Spitze. Die Franzosen Mignon und Laidlow sind weiter deutlich in Führung.

9.35 Uhr: Der Sieger des Ironman-Hawaii 1978 ist aus dem Wasser

Gerade noch im Zeitlimit geschafft! Eine Legende dieser Sportart hat das Schwimmen beendet: Der Amerikaner Gordon Haller absolvierte die 3,86 Kilometer in 2:16:39 Stunden. 73 Jahre ist er alt. Haller gewann den ersten Ironman Hawaii 1978, damals auf der Insel Oahu. Seitdem ist der Amerikaner bei 24 weiteren Ironman-Rennen gestartet und kam davon 23 Mal ins Ziel. Seine Siegerzeit 1978: 11:46:40 Stunden.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Instagram

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine widerrufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an“ stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, u.a. die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du . Du kannst deine Einwilligung jederzeit über den Schalter und über Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

Das Zeitlimit, in dem die Starter in Nizza das Schwimmen beendet haben müssen: 2:20 Stunden. Für Haller dürfte es schwierig werden, beim Radfahren erneut den Cut-Off zu schaffen.

9.20 Uhr: Frodeno verliert – Lange bisher gut am Berg

Was ist los mit Jan Frodeno? Nach seinem starken Schwimmen hat er jetzt große Probleme am langen Anstieg, verliert in kurzer Zeit zwei Minuten – während Patrick Lange scheinbar gut klarkommt. Bei Kilometer 53,3 liegt Frodeno plötzlich 4:40 Minuten hinter dem Führungsduo Laidlow/Mignon. Ditlev hat sich bereits an Position drei nach vorn gearbeitet.

Und Patrick Lange? Der 37-Jährige hat einen Rückstand von 5:55 Minuten. Das ist noch vollkommen im Rahmen.

9.00 Uhr: Niemand kennt die Strecke besser als Rudy von Berg

Klar, alle Profis haben die Strecke bestens studiert. Patrick Lange zum Beispiel war zweimal in Nizza, um Strecke und Material ausgiebig zu testen, um sich jede brenzlige Kurve einzuprägen. Niemand aber kennt die Radstrecke besser als Rudy von Berg. Er wuchs hier auf, sein Vater lebt noch immer direkt an der heutigen Radstrecke, 2022 gewann er hier den „normalen“ Ironman in Nizza. Derzeit fährt er an dritter Position, führt die Verfolgergruppe an.

Bei der Pressekonferenz am Freitag sagte der 30-Jährige: „Ich kenne jede kleine Straße. Schon als kleines Kind habe ich zugeschaut, wenn die Sportler hier zum Ironman herkamen. Ich bin mit meinem Mountainbike zu bestimmten Punkten an der Strecke gefahren, habe diese Kämpfer hochfahren sehen. Ich sagte damals zu mir selbst: ‚Eines Tages werde ich hier racen.‘ Es war immer ein Traum für mich. Und jetzt ist es auch noch die Ironman-WM; für mich das wichtigste Rennen im Triathlon.“

8.45 Uhr: Brenzlige Situation für Frodeno

Das läuft alles andere als optimal für Jan Frodeno: Als er über eine Speedbump fährt, verliert er eine Getränkeflasche, die in einer Halterung hinter seinem Sattel war. Dann ist plötzlich ein Auto, vermutlich ein Anwohner, vor ihm auf einer der engen Straßen. Er kann ausweichen, es passiert nichts. Und: Sein Anzug ist an der Seite eingerissen.

Kurios: Die Profis überholen gerade ganz normale Hobbyfahrer. Keine Altersklassen-Athleten - sie haben keine Startnummer. Jetzt geht es bergauf, der lange Anstieg könnte das Feld weiter sprengen.

Der Zwischenstand nach 40,9 Kilometern:

  1. Mignon
  2. Laidlow (+6 Sekunden)

8.32 Uhr: Zwei Franzosen fahren davon

Vorn machen zwei Franzosen Tempo: Clément Mignon, Sieger des Ironman Nizza in diesem Jahr, und Sam Laidlow, der schon im vergangenen Jahr auf Hawaii mit einer atemberaubenden Radleistung brilliert hatte. Ihr Vorsprung zur Verfolgergruppe beträgt nach 34 Kilometern mehr als zwei Minuten.

Dahinter fünf Athleten: Gregory Barnaby, Bradley Weiss, Rudy Von Berg, Niek Heldorn - und Frodeno. Patrick Lange verliert, während Magnus Ditlev und Cameron Wurf auf ihrem Weg nach vorn sind.

8.05 Uhr: Wer attackiert am Berg?

Die Profis sind auf der Radstrecke, erst mal raus aus der Stadt: 180,2 Kilometer durch die französische Landschaft. 2427 Höhenmeter mit Anstiegen, bei denen die Steigung auch mal kurz in den zweistelligen Bereich geht. Später Abfahrten, die es in sich haben: enge Straßen, Kurven und Speedbumps. Nicht vergleichbar mit Hawaii. Erst mal geht es jetzt bergauf:

Der Radkurs von Nizza

Der Radkurs von Nizza

Quelle: IRONMAN

Patrick Lange sagte vorher: „Die Frage ist, welche Renndynamik entstehen wird und welche Profis bereit sind, am Berg zu attackieren.“ Gut möglich, dass es Ausreißer geben wird. Wer geht dann mit, wer traut es sich zu? Die Strecke ist lang, und schließlich folgt noch ein Marathon.

7.45 Uhr: Frodeno steigt als Erster aus dem Wasser

Frodeno und Braden Currie erreichen als Erste die Küste, direkt dahinter Athleten wie Laidlow, Denis Chevrot und Rudy van Berg. In der Wechselzone hat Frodeno leichte Probleme mit seinem Anzug, verliert ein paar Sekunden (+26). Ähnlich ergeht es Laidlow (+55). Erster auf der Radstrecke: Matthew Marquardt (USA). Die erste Gruppe aus zwölf Athleten ist nun 55 Sekunden auseinandergezogen.

Als Erster einer großen Gruppe aus dem Wasser, aber andere liefen schnell vorbei: Jan Frodeno (l.)

Als Erster einer großen Gruppe aus dem Wasser, aber andere liefen schnell vorbei: Jan Frodeno (l.)

Quelle: picture alliance/dpa/MAXPPP/Frantz Bouton

Patrick Lange hat seinen Rückstand in Grenzen gehalten: 1:28 Minuten. Das dürfte im Plan liegen. Der Däne Markus Ditlev, Sieger der Challenge Roth, starker Radfahrer und Mitfavorit liegt 2:21 Minuten zurück, Cam Wurf hat mehr verloren: 3:37 Minuten.

7.35 Uhr: Frodeno macht Tempo, Lange und Cam Wurf zurückgefallen

Die Bedingungen sahen in der Dunkelheit noch so einfach aus, aber draußen auf dem Meer ist es unruhig. Und die Athleten in der Führungsgruppe machen Druck. Frodeno hält sich nicht nur vorn, sondern übernimmt auch die Führung. Ein starkes Schwimmen des 42-Jährigen. Laidlow und Braden Currie zeigen sich ebenfalls an der Spitze der ersten Gruppe.

Cam Wurf - nicht nur Triathlon-, sondern auch Radprofi – ist erwartungsgemäß aus der ersten Gruppe zurückgefallen, auch Patrick Lange wird mit Rückstand aus dem Wasser steigen. Beides keine Überraschungen, aber sie dürfen den Rückstand nicht zu groß werden lassen.

7.25 Uhr: Age Grouper – Deutschland stark besetzt, der Älteste kommt aus Japan

Die Altersklassenathleten starten noch bis 7.40 Uhr in ihr Abenteuer. Die Statistik zeigt: Mit 54 Prozent stellen die Europäer erwartungsgemäß die größte Gruppe, gefolgt von Nordamerika (25 %). Die einzelnen Nationen betreffend, liegen die USA mit 480 Startern vor Deutschland (249) und Frankreich (210). Aber auch aus Indonesien, El Salvador, Uruguay und Zimbabwe sind Sportler ins Rennen gestartet.

Mehr als 2000 Altersklassen-Athleten warten auf ihren Start

Mehr als 2000 Altersklassen-Athleten warten auf ihren Start

Quelle: picture alliance/dpa/MAXPPP/Frantz Bouton

Der älteste Teilnehmer von allen: der 79-jährige Ryuji Nakagawa aus Japan. Der älteste deutsche Starter ist Hans-Joachim Weißflog (70) aus Cottbus.

7.10 Uhr: Zwei deutsche Überraschungsleute im Wasser

Das Feld hat sich schnell in zwei Gruppen geteilt, an der Spitze: der Franzose Sam Laidlow, im vergangenen Jahr Zweiter auf Hawaii. Auch Cam Wurf, der beste Radfahrer des Feldes, ist in der ersten Gruppe. Frodeno, erkennbar an der goldenen Badekappe, hatte keinen perfekten Start erwischt, sich aber schnell in Position gebracht.

Dass die beiden Deutschen Jonas Hoffmann und Leonard Arnold bei den Profis mitmischen, hätten sie selbst Anfang des Jahres nicht gedacht. Beide qualifizierten sich bei ihrer ersten Langdistanz überhaupt. Der 28 Jahre alte Arnold schaffte dies als Zweiter beim Ironman Switzerland im Juli, Hoffmann im Juni beim „normalen“ Ironman Nizza.

6.50 Uhr: Der Startschuss ist gefallen

Los geht es. Mit einem Wasserstart etwa 25 Meter vor dem Ufer sind die Profis ins Rennen gegangen. Eine Minute später starten die Athleten mit Handicap, danach in Wellen die Altersklassenathleten. Die Wassertemperatur beträgt 24,8 Grad an diesem Morgen, das heißt: Neoprenanzüge sind verboten.

3,8 Kilometer Schwimmen im Mittelmeer, aufgeteilt in zwei Runden ohne Landgang. Das Meer ist ruhig an diesem Morgen, perfekte Bedingungen. Der Neuseeländer Braden Currie setzt sich an die Spitze.

Die Schwimmstrecke der Ironman-WM

Die Schwimmstrecke der Ironman-WM

Quelle: IRONMAN

6.30 Uhr: Lange, Frodeno, Ditlev – oder ein ganz anderer?

„Der Sieg ist natürlich das Ziel“, sagte Jan Frodeno WELT in Nizza. „Darauf ist alles ausgerichtet und daran will ich auch gemessen werden. Aber ich lasse das auf mich zukommen. Ich versuche, mental in diesen Zustand zu kommen, in dem der Erfolg unvermeidbar ist. Aber wie der Erfolg dann letztendlich ausschaut, hängt ja nicht nur von mir ab.“

Die Strecke hat es vor allem auf dem Rad in sich: 2427 Höhenmeter, das hat mit Hawaii und den meisten anderen Langdistanzen wenig zu tun. Und: Das macht es spannend und unvorhersehbar. Favoriten gibt es deshalb einige: neben Frodeno und Lange unter anderem den Hawaii-Zweiten aus 2022: Sam Laidlow (Frankreich). Außerdem Challenge-Roth-Sieger Magnus Ditlev aus Dänemark. Dazu Rudy Von Berg und Clement Mignon, die Sieger der „normalen“ Ironman-Rennen hier der vergangenen zwei Jahre. Der Brite Joe Skipper… und weitere. Gustav Iden, Hawaii-Sieger 2022, ist nicht am Start, hat seine Saison nach persönlichen Schicksalsschlägen und durchwachsenen Resultaten beendet und konzentriert sich auf die Kurzdistanz bei Olympia 2024 in Paris. Letzteres gilt auch für Kristian Blummenfelt.

6.10 Uhr: Bonjour de Nice! Der Countdown läuft

Es ist noch dunkel am Strand von Nizza, aber Tausende Menschen tummeln sich bereits an der Promenade und am Wasser, die ersten Cafés haben geöffnet. In 40 Minuten fällt hier der Startschuss zur Ironman-WM für 52 Profis und mehr als 2200 Altersklassenathleten. Die Startnummer 1 trägt der dreimalige Hawaii-Sieger Jan Frodeno beim letzten WM-Rennen seiner Karriere, danach ist Schluss. Die Startnummer zwei hat der zweimalige Hawaii-Sieger Patrick Lange. In Franz Löschke, Jonas Hoffmann und Leonard Arnold haben sich drei weitere Deutsche qualifiziert.

Erstmals überhaupt findet die Ironman-WM in Europa statt. Schon seit dem Wochenende tummeln sich in der französischen Küstenstadt Hunderte Hobby- und Profi-Triathleten. Sie laufen die Promenade entlang wie sonst den Alii Drive auf Big Island. In einer viel kritisierten Entscheidung hatte Ironman die traditionell auf Hawaii ausgetragene WM örtlich und nach Geschlechtern gesplittet: die Männer jetzt in Nizza, die Frauen am 14. Oktober auf Hawaii, nächstes Jahr wird getauscht. Nizza hat eine lange Triathlon-Tradition, hier fand am 20. November 1982 der erste Wettbewerb dieser Sportart auf europäischem Boden statt, bei der Premiere noch über 1,5 km Schwimmen, 100 km auf dem Rad und 42,195 km Laufen.