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Für mehr Sicherheit - FDP-Politikerin fordert Prostituierten-WGs

München – Anita (55) ist seit 1987 Sex-Arbeiterin. Sie bedient Kunden in ihrem Studio in Franken. Dort arbeitet sie allein – ein Risiko!

FDP-Landtagsabgeordnete Julika Sandt (51) will das ändern. Sie fordert Prostituierten-WGs für Bayern!

▶︎ Denn: Wenn zwei Prostituierte in einer Wohnung arbeiten wollen, gelten die gleichen Voraussetzungen wie für Bordelle – etwa extra-Klos für Freier oder Pausenräume.

Julika Sandt

Foto: Martin Hangen

Oft zu teuer! Sandt: „Das führt dazu, dass sie in Bordellen oder allein arbeiten müssen – mit erheblichem Risiko.“

Sandts Forderung: Weg mit solchen Regeln. Die Politikerin will auch die Sperrbezirke verkleinern – auf maximal 50 Prozent der Stadtfläche. Der Grund: Große Sperrbezirke würden Sexarbeiter in einige wenige Viertel drängen. Für die Bewohner nicht gerade toll. Und: Viele Prostituierte würden wegen des Anbahnungsverbots illegal arbeiten.

Sandt fordert auch mehr Maßnahmen gegen Zwangsprostitution. Mehr Beratung für Aussteiger – „aber auch Beratung für Einstiegsberatung“. Bei der könnte es auch konkrete Tipps geben, „zum Beispiel zum Thema körperschonendes Arbeiten“.

Die Liberale will damit das Image der Sex-Arbeiter verbessern. Das sei einfach noch zu schlecht – das weiß Anita aus eigener Erfahrung. Die Fränkin profitierte gut von ihrem Job, baute in mehr als 30 Jahren als Sex-Arbeiterin ein Haus. Und finanzierte das Studium ihrer Tochter.

Sex-Arbeiterin Anita im Bayerischen Landtag

Foto: Martin Hangen

Ihre Arbeit hielt sie aber sehr lange geheim. Anita: „Ich habe, als meine Tochter klein war, meinen Beruf verleugnet. Ich erfand einen Bürojob, damit sie nicht nie zu Geburtstagen eingeladen wird.“

Anita findet ihre Arbeit ganz normal – „es ist eine Dienstleistung“. Die Gesellschaft sehe das noch ganz anders.

Anita: „Das Schlimmste ist der Makel. Wir sind gesellschaftlich weniger wert. Das wirst du nie mehr los: einmal Hure, immer Hure.“