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Geburtenstation abgemeldet: Politiker entsetzt über neuen Ärger im Sana-Krankenhaus auf Rügen

Dem Sana Krankenhaus in Bergen auf Rügen droht weiterer Ärger. Nachdem bekannt geworden war, dass ab dem 17. Mai die Geburtsklinik vom Krankenhausplan des Landes zwischenzeitlich abgemeldet werden muss, droht dem Krankenhaus nun der Verlust von 14 Arbeitsplätzen bis zum 31. Dezember 2021. Ein Tochterunternehmen des Sana-Konzerns wird bundesweit mehr als 1000 seiner nach eigenen Angaben mehr als 2500 Mitarbeiter kündigen. Neben Bergen sind in Mecklenburg-Vorpommern auch noch Standorte in Wismar und Bad Doberan mit 50 beziehungsweise 10 Mitarbeitern, die entlassen werden sollen, betroffen.

Die Sana DGS pro.service GmbH ist im Logistik- und Servicebereich aktiv. Das heißt, es fallen konkret Mitarbeiter in den Bereichen Hol- und Bringedienst, Patientenbegleitdienst, Info/Pforte, Stationshilfsdienst, Wäscheservice, Archiv und Modul weg, wie Geschäftsführer Klaus Wiendl sagt.

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Keine Aussage vom Minister zu den Kündigungen

Die Politik reagiert höchst unterschiedlich darauf. Während sich das Gesundheits- und Wirtschaftsministerium unter Harry Glawe (CDU) laut dessen Sprecher Gunnar Bauer in Verhandlungen mit der Münchner Konzernspitze in Bezug auf die Zukunft der Geburtenstation befinde, gibt es auch nach mehrmaliger Anfrage des Nordkurier beim Ministerium keine Aussage zu den Kündigungsplänen von Sana in Bergen und den anderen beiden Standorten.

Heiko Miraß wird da schon etwas konkreter. Der SPD-Staatssekretär im Finanzministerium will im September für den Wahlkreis 33 – der Nordwesten der Insel Rügen – ein Direktmandat für den Landtag gewinnen. Er sagt: „Es ist äußerst kontraproduktiv, dass Mitarbeitern in Bergen gekündigt wird.” Das sei unsensibel, vor allem hinsichtlich des Kampfes um eine schnelle Rehabilitierung der Geburtenstation.

Links- und SPD-Politiker kämpfen gemeinsam

Miraß, der 2017 für den Wahlbereich 16 (Anklam, Neubrandenburg, Pasewalk) in den Bundestag wollte, wurde aktiv. Zusammen mit Kerstin Kassner, Bundestagsabgeordnete für die Linkspartei, demonstrierte er bereits für den Erhalt der Geburtenstation. „Das soll keine parteipolitische Nummer sein”, sagt Miraß dazu. Kein Wunder, dass er das Transparent der Linkspartei gleich mit anpackte. Die Politik steht zum Krankenhaus – das ist die Botschaft dahinter.

Und eben gerade deshalb findet nicht nur Miraß, sondern auch Kerstin Kassner die geplante Entlassung von 74 Mitarbeitern des Servicebereichs unpassend. „Das ist ein bedenkliches Zeichen vom Sanakonzern. Bisher zeichnete den Konzern auf Rügen ein guter Ruf aus. Das ist jetzt gefährdet”, sagt die Bundestagsabgeordnete. Sie wolle sich entsprechend auch für die Mitarbeiter einsetzen.

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Gewerkschaft reagiert entsetzt

Der Sanakonzern begründet die Entlassungen damit, dass die aktuelle Struktur der Servicegesellschaft nicht mehr ausreiche für Herausforderungen in dieser Zeit. Service und Logistik sollen entsprechend in eigenen Dienstleistungsunternehmen aufgegliedert werden. Ausgenommen davon ist der Bereich der Krankenhausreinigung, dieser verbleibt in der Sana DGS pro.service GmbH. Geschäftsführer Klaus Wiendl: „Die neuen Anforderungen an eben diese verlangen in der Zukunft eine deutlich höhere fachliche Führung und auch Prozessbegleitung sowie -überwachung. Um dies zu erreichen wird die Sana DGS pro.service GmbH in Zukunft ausschließlich mit den Reinigungsdienstleistungen im Krankenhaus betraut. Ein Sozialplan und Interessensausgleich für die Mitarbeiter, die gehen müssen, soll im Mai und Juni mit dem Gesamtbetriebsrat erörtert werden.

Die Gewerkschaft sieht das kritisch: „Beschäftigten im Gesundheitswesen zu kündigen, ist für sich genommen schon ein Unding. Das auch noch mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie zu tun, schlägt dem Fass den Boden aus“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand. Ein funktionierendes Krankenhaus bestehe aus weit mehr als Ärzten und Pflegefachkräften. Womit auch wieder der Bogen zu Kassner gespannt ist, die sagt: „Es geht um Hygiene und Service. Da ist bisher nie etwas Schlimmes passiert in Bergen. Diesen Standard muss man beibehalten.” Verdi fordert den Vorstand auf, „diese Maßnahmen sofort zu stoppen.” Die immer weitergehende industrielle Zersplitterung schade nicht nur den Beschäftigten, sondern gefährde auch die Patientenversorgung, wenn nicht mehr Hand in Hand gearbeitet werden könne.

Geburtenstation bleibt abgemeldet

Womit man letztlich auch wieder bei der Geburtenstation ankommt. „Wir sind im Gespräch mit dem Konzern. Als Ergebnis des Gespräches soll ein gemeinsames Konzept entwickelt werden, damit der Wiedereinstieg in die Gynäkologie und bei der Beschäftigung von Hebammen gelingen kann”, sagt Minister Harry Glawe. Konzept hier, Personalbeschaffung dort. Im Moment würden verschiedene Lösungsmodelle diskutiert, „die für unseren Standort auf der Insel Rügen, sicher, funktional, nachhaltig und auch realistisch umsetzbar wären”, sagt Bergens Kliniksprecherin Doreen Ohlhoff. Die Geburtenstation bleibt vorerst weiter abgemeldet.

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