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Geretsried: Breitbandausbau in Sicht

An einigen Stellen in Geretsried lässt die Surf-Geschwindigkeit zu wünschen übrig. Nun bekommen Schulen und Rathaus Glasfaseranschluss. Und auch im restlichen Stadtgebiet ist Besserung in Sicht.

Geretsried – „Leider können wir Ihnen aktuell noch keine Highspeed-Produkte anbieten.“ Das zeigt die Verfügbarkeitsprüfung der Deutschen Telekom bei vielen Geretsrieder Adressen an. Was das schnelle Internet betrifft, gibt es in der größten Stadt des Landkreises noch einige weiße Flecken. „Die Telekom hat hier dringend Nachholbedarf“, sagte Volker Reeh (CSU), Wirtschaftsreferent des Stadtrats, jüngst in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Das Gremium sprach über das Thema Breitbandausbau. Anlass war ein bayerisches Förderprogramm, das den Anschluss von Schulen und Rathäusern ans Glasfasernetz unterstützt. Um diese Chance zu nutzen, vergab der Ausschuss die Aufträge, die entsprechenden Kabel zur Isardamm- und zur Karl-Lederer-Grundschule sowie zur Adalbert-Stifter- und zur Karl-Leder-Mittelschule zu verlegen. Die Arbeiten zur Anbindung des Rathauses sollen ausgeschrieben werden. „Wir haben aktuell mehrere Verträge, um unseren Bedarf zu decken“, erläuterte Wirtschaftsförderin Rebecca Geisler das Problem der Verwaltung.

Dass die Schulen und das Rathaus mithilfe des Förderprogramms besser versorgt werden sollen, darüber herrschte unter den Ausschussmitgliedern Einigkeit. „Ich wünschte, dass es das für Betriebe genauso gäbe“, ergänzte Reeh. Viele Unternehmen müssten Klimmzüge machen, um online arbeiten zu können. Wenn Staat und Telekom hier nicht handeln würden, müsste eben die Stadt in Vorleistung gehen.

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„Wir sollten herausfinden, wo die Kosten liegen, wenn wir es selber machen“, erklärte Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (SPD) mit Blick auf die verfügbaren Geschwindigkeiten, die sich innerhalb der Stadt stark unterscheiden, etwa in Gartenberg oder dem Musikerviertel. Die Gemeinde Icking, so Hopfner, habe in Vorleistung zwei Millionen Euro in den Glasfaserausbau investiert. Reeh: „Ein Gewerbestandort wie Geretsried sollte überlegen, wie er dem nachkommt.“

In Stadtteilen, in denen die Telekom eigenwirtschaftliche ihr Netz ausbauen will, sei die Stadt allerdings handlungsunfähig, erklärte Wirtschaftsförderin Geisler. Das Unternehmen will Geretsried bis 2021 mit Hochgeschwindigkeitsnetzen versorgen (siehe unten). Einzelne Anschlüsse werden in den Plänen nicht berücksichtigt, laut Geisler sind dies größtenteils einzelne im Außenbereich liegende Gehöfte wie zum Beispiel Schwaigwall. Diese kann die Stadt mit öffentlichen Mitteln erschließen. 80 Prozent der Kosten übernimmt der Freistaat.

Das entsprechende Förderprogramm sollte schon vergangenes Jahr genutzt werden, allein es fand sich kein Anbieter für den Ausbau. „Nun wurden wir vom Bayerischen Breitbandzentrum informiert, dass ein Telekommunikationsanbieter mitgeteilt hat, wieder Angebote auf Ausschreibungsverfahren abzugeben“, sagte Geisler. Die Stadt will daher erneut ihr Glück versuchen und die Ausschreibung wiederholen.

Telekom will Breitbandnetz ausbauen

Die Telekom hat im Rahmen eines Markterkundungsverfahrens der Stadt zugesagt, Geretsried bis 2021 im Eigenausbau zu versorgen. „An diese Zusage fühlen wir uns weiterhin gebunden“, erklärt Telekom-Sprecher Markus Jodl. Geplant sei der Ausbau von 56 Kabelverzweigern und Geschwindigkeiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde – ein „wirklich großflächiger Ausbau“. Das überplante Gebiet reicht von Geretsried Nord bis nach Stein. Starten soll der Ausbau 2020. Laut Jodl dauert es in der Regel zwölf Monate, bis die Anschlüsse für den Kunden nutzbar sind.

sw