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Geschenkte Zeit am Lebensende: So helfen Hospizbegleiter Sterbenden

Wenn das Leben zu Ende geht, sind sie da: Ehrenamtliche Hospizbegleiter besuchen Todkranke. Ihre Arbeit ist nicht nur für die Sterbenden eine wichtige Hilfe – sondern auch für deren Angehörige.

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München – Brigitte Brückner war immer eine starke, unabhängige Frau. Sie war aus der DDR geflüchtet, hatte studiert und lebte später für einige Zeit in den USA. Ihre Tochter Gabriele zog sie allein groß, nebenbei zu arbeiten war ihr wichtig. Auch als Rentnerin hatte sie viele Pläne: Sie wollte reisen, die Bayreuther Festspiele besuchen, das Leben genießen.

Dann, im Frühjahr 2019, kam „die Vollbremsung“, wie es ihre Tochter Gabriele Brückner ausdrückt: Krebs. Die 84-Jährige kämpfte – doch im Mai dieses Jahres war klar: Sie kann die Krankheit nicht besiegen. „Es war mir wichtig, meine Mutter aus dem Krankenhaus nach Hause zu holen“, sagt Gabriele Brückner.

In so einer Situation sind Angehörige erst einmal überfordert, schließlich muss viel organisiert werden und die Belastung ist enorm. So ging es auch Gabriele Brückner. Die 51-Jährige arbeitet Vollzeit und lebte zwar wie ihre Mutter in München – aber am anderen Ende der Stadt. „Manche Sachen schaffte ich leider zeitlich nicht“, sagt sie. Und genau hier kam Robert Oertel ins Spiel, ein freundlicher Mann, der offen auf andere zugeht. Der 60-Jährige engagiert sich als Hospizbegleiter beim ambulanten Malteser Hospizdienst in der Erzdiözese München und Freising. Dort begleiten Ehrenamtliche todkranke Erwachsene und auch Kinder mit deren Familien. Doch nicht der Tod steht im Mittelpunkt – sondern das Leben. „Die Begleitung soll guttun und Freude machen“, erklärt Ina Weichel, Leiterin der Malteser Hospizarbeit. Bei einigen reicht es, am Bett zu sitzen, die Hand zu halten, einfach da zu sein. Andere freuen sich, wenn sie mit dem Hospizbegleiter etwas unternehmen können.

Kontakt halten trotz der Corona-Pandemie

Zurzeit ist wegen der Corona-Pandemie alles etwas schwieriger. „Aber wir versuchen, den Kontakt zu halten“, sagt Weichel. Während der strengen Beschränkungen waren Versorgungsdienste, Briefe und Telefonate besonders wichtig. „Die Menschen sollen spüren, dass wir sie nicht vergessen haben.“ Im Gegenteil: Sie bekommen ein großes Geschenk. „Die Hospizbegleiter verschenken Zeit.“

Die Hospizbegleiter verschenken Zeit

Doch nicht jedem fällt es leicht, das anzunehmen. So war es auch bei Brigitte Brückner. Sie, die immer über alles informiert war und großen Wert auf Selbstständigkeit legte, war zuerst skeptisch, als ihre Tochter ihr den ambulanten Hospizdienst vorschlug. Doch dann besuchte Robert Oertel sie zum ersten Mal. Normalerweise ist beim ersten Treffen ein Mitarbeiter der Malteser dabei, wegen Corona ging das nicht. Also erwartete er sie allein mit Maske vor dem Haus. „Es war ausgemacht, dass wir zum Friseur fahren“, erzählt er. „Im Auto haben wir geredet und uns gleich gut verstanden.“ Noch auf dem Rückweg vereinbarten die beiden das nächste Treffen – einen Besuch beim Ohrenarzt und in der Blutenburger Schlossanlage.

Dass es so gut geklappt hat, war auch für Gabriele Brückner eine Erleichterung. Kurz darauf brachte sie ihrer Mutter Essen vorbei. „Mit strahlendem Gesicht hat sie mich empfangen“, berichtet sie. Die Haare waren gemacht, der Friseurbesuch war Gesprächsthema. „ Herr Oertel hat mich gefahren“, erzählte die Mutter. „Er ist ein richtig gestandener Mann. Ich muss ihn nicht bitten, er bietet sich an.“ Da wusste Gabriele Brückner, dass die Begleitung die richtige Entscheidung war.

Auch für die Helfer ist die Aufgabe bereichernd

Auch Robert Oertel hat es nicht bereut, letztes Jahr den Lehrgang zum Hospizbegleiter gemacht zu haben. Zuvor nahm er an einem sogenannten „Letzte Hilfe-Kurs“ teil. „Meine Mutter war pflegebedürftig“, sagt er. „Leider weiß man viel zu wenig über das Thema Sterben.“ Nach dem Kurs beschloss er, sich weiter damit zu beschäftigen. „Es ist auch für mich bereichernd“, sagt er. „Manche Dinge im Leben bekommen eine andere Bedeutung und Wertschätzung.“ Wo sich der Tod anschleicht, spürt man, was wirklich zählt. Oft ist es auch einfach eine schöne Zeit, die Oertel mit den Kranken erlebt. „Wir haben interessante Gespräche“, sagt er. „Auch ich lernte dazu.“

Dreimal trafen sich Robert Oertel und Brigitte Brückner. Ein vierter Termin war schon ausgemacht, die 84-Jährige wollte eine Freundin besuchen. Doch dazu ist es nicht mehr gekommen. Brigitte Brückner starb am 24. Juli.

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