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Gold erstmals über 2000 Dollar: Ölpreis legt nach Explosionen in Beirut zu

Die Explosionen in Beirut beeinflussen auch das Geschehen an der Wall Street. Die Preise für Erdöl klettern nach den ersten Meldungen aus der libanesischen Hauptstadt ins Plus. Auch der Goldpreis verteuert sich und erreicht eine neue Rekordmarke.

Nachdem sich die US-Aktienmärkte über weite Strecken uneinheitlich zeigten, hat es am Ende doch für ein neuerliches Plus gereicht. Beobachter erklärten die neuerlichen Kursgewinne mit der bislang überzeugenden Bilanzsaison und der Hoffnung auf ein neues Corona-Hilfspaket.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,6 Prozent auf 26.829 Punkte, der S&P-500 legte um 0,4 Prozent zu. Der Nasdaq-Composite schloss ebenfalls 0,4 Prozent höher auf einem neuen Rekordhoch, das aber nur wenige Punkte über dem vom Montag lag.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 10.941,17

Die politischen Risiken sind unverändert hoch, auch wenn sich Republikaner und Demokraten bei der Suche nach einem Kompromiss für eine Verlängerung der Corona-Hilfen weiter annähern. Noch ist nichts in trockenen Tüchern und der Weg zu einer Verständigung bleibt holprig. "Der Markt geht davon aus, dass die US-Wirtschaft noch nicht auf eigenen Füßen stehen kann. Es scheint Einigkeit darüber zu bestehen, dass mehr getan werden muss. Es geht nur um die Form dieses Pakets", sagte Marktstratege Hugh Gimber von JP Morgan Asset Management.

Erdöl drehte nach anfänglichen Verlusten ins Plus, nachdem es im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut zu einer schweren Explosion gekommen war. Die Ursache war zunächst unklar. Der Fasspreis für US-Leichtöl der Sorte WTI kletterte jedoch in Reaktion auf die Nachricht um 1,7 Prozent auf 41,70 Dollar, europäisches Referenzöl der Sorte Brent verteuerte sich um 1,2 Prozent auf 44,43 Dollar. Gold erhielt von den Nachrichten aus Beirut ebenfalls einen Schub. Der Preis für eine Feinunze kletterte erstmals über 2.000 Dollar. Im späten US-Handel notierte das Edelmetall 2 Prozent höher bei 2.017 Dollar.

Rohöl WTI
Rohöl WTI 41,52

Der Dollar zeigte anfangs Stärke, kam dann aber zurück. Der ICE-Dollarindex sank um 0,1 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen auf die sich hinziehenden Verhandlungen über ein neues Corona-Hilfspaket in den USA. Der Euro notierte im späten US-Handel bei rund 1,18 Dollar.

Am Aktienmarkt stiegen Boeing um 1,7 Prozent. Die US-Luftsicherheitsbehörden hatten zum ersten Mal öffentlich das gesamte Spektrum an Änderungswünschen vorgelegt, um der 737 MAX von Boeing wieder die Zulassung zu erteilen. Viele der vorgeschlagenen Konstruktionsänderungen und zusätzlichen Ausrüstungstests folgen aber schon bekannten Sicherheitsverbesserungen, die Boeing bereits auf den Weg gebracht hat.

Die Aktie des Boeing-Zulieferers Spirit Aerosystems fiel derweil um 1,8 Prozent, nachdem das Unternehmen einen überraschend hohen Verlust ausgewiesen hatte. Dafür machte Spirit nicht nur die Coronapandemie verantwortlich, sondern auch das Flugverbot für den 737 Max, wodurch das Geschäft mit Boeing eingebrochen ist.

Boeing
Boeing 165,07

Spielehersteller Take-Two Interactive hat im ersten Geschäftsquartal einen Umsatzboom mit einem Plus von 54 Prozent ausgewiesen. Die Aktie verteuerte sich um 5,9 Prozent. Die Aktie von KLA verlor 1,3 Prozent. Der Ausrüster der Halbleiterbranche hat die Ergebnisschätzungen übertroffen und die Dividende angehoben. Die Titel hatten bereits vor der Veröffentlichung des Geschäftsausweises zugelegt.

Der Versicherer American International Group (AIG) ist im zweiten Quartal in die Verlustzone gerutscht - belastet durch erhebliche Kosten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Die Aktie sackte um 7,5 Prozent ab. YRC Worldwide sprangen um 6,6 Prozent nach oben, nachdem der Verlust des schuldengeplagten Transportkonzerns nicht so schlimm ausgefallen war wie befürchtet.

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