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Grippewelle wird auf Corona treffen

Mareike Seifert, Jan-Friedrich Christiansen, Frank Starp, Klaus Gutberlet und Andreas Gimbel (von rechts) informierten über den aktuellen Stand der Corona-Pandemie in Delmenhorst und wagten eine Vorausschau in die beginnende kalte Jahreszeit.

Mareike Seifert, Jan-Friedrich Christiansen, Frank Starp, Klaus Gutberlet und Andreas Gimbel (von rechts) informierten über den aktuellen Stand der Corona-Pandemie in Delmenhorst und wagten eine Vorausschau in die beginnende kalte Jahreszeit. (INGO MÖLLERS)

Wenn der Winter naht, kommt die Grippe. Dieses Jahr werden Patienten, die mit Fieber in die Praxen kommen, oftmals wie Corona-Verdachtsfälle behandelt werden müssen. Der Chefarzt für Innere Medizin am Josef-Hospital, Klaus Gutberlet, setzt besonders für die aktuelle Saison auf eine möglichst hohe Impfquote. „Mit einer Grippewelle muss noch bis in den kommenden Januar gerechnet werden“, ergänzt der Allgemeinmediziner Andreas Gimbel. Die Impfung schütze noch, wenn sie vier bis fünf Wochen vor einer möglichen Ansteckung erfolge.

„Wir sind gut vorbereitet“

Mediziner des Josef-Hospitals und Vertreter der niedergelassenen Ärzteschaft kamen am Donnerstag zusammen, um über den aktuellen Stand der Corona-Pandemie zu berichten. „Wir hatten Glück, dass in Delmenhorst und der Region bisher alles so glimpflich verlief“, sagte Frank Starp, Ärztlicher Direktor am Hospital. Gleichzeitig versuchten die Ärzte auch gemeinsam, einen Blick in die nahe Zukunft zu richten. Für den Fall, dass die Zahl der Infizierten plötzlich stark ansteige, „sind wir gut vorbereitet“, sagte Frank Starp. „Wir befanden uns bisher in der guten Situation, jeweils Lehren aus den Geschehnissen an anderen Orten ziehen zu können und haben so profitiert.“

Aktuell beklagt Klaus Gutberlet, dass es täglich Veränderungen bei der Festlegung von Risikogebieten gebe. „Wir fragen nicht mehr, ob unsere Patienten auf den Kanarischen Inseln waren, aktuell interessiert es uns, ob sie in Remscheid oder Hamm gewesen sind.“ Wer mit einem Fußbruch in die Klinik komme und zuvor ein Risikogebiet bereist hat, wird nicht in die Unfallchirurgie eingewiesen, sondern muss zunächst in die eigens dafür ausgestattete Isolierstation. Das Krankenhaus sei zudem vom Gesetzgeber verpflichtet worden, im Falle stark steigender Corona-Fallzahlen das Hospital innerhalb von 48 Stunden komplett leeren zu können, um ausschließlich die Covid-19-Fälle aufzunehmen. Seit Beginn der Pandemie mussten im Josef-Hospital 20 Prozent der Intensivbetten für Corona-Notfälle freigehalten werden, hinzu kam eine Kapazitätsbeschränkung im übrigen Klinikbetrieb auf 90 Prozent. „Inzwischen müssen wir nur noch zehn Prozent, das sind zwei Intensivbetten, und vier Prozent, also neun Betten im übrigen Krankenhaus, zur Notaufnahme freihalten“, sagte Gutberlet. Insgesamt verfügt man an der Wildeshauser Straße über eine Kapazität von 240 Betten.

Krankenhausmediziner und niedergelassene Ärzte haben noch eine andere, gemeinsame Sorge: „Die Patientenzahlen in den Praxen und auch im Krankenhaus sind seit Beginn der Pandemie zurückgegangen“, sagte der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Jan-Friedrich Christiansen. „Die Leute hatten einen riesigen Respekt vor einer Ansteckungsgefahr.“ Dabei hätten die Ärzte selbst das größte Interesse, mit einem geeigneten Hygienekonzept einer Infektion aus dem Wege zu gehen.

Dazu zählt er die Maskenpflicht, eine Wegeführung, bei der sich die Patienten nicht kreuzen, Händewaschmöglichkeiten und weitere Abstandsregeln. Unter schärfsten Hygieneanforderungen zu arbeiten, sei mittlerweile medizinischer Standard, man habe erste Erfahrungen in diese Richtung schon bei der SARS-Welle zu Beginn des Jahrtausends gesammelt und sei seitdem sensibilisiert. Im zweiten Quartal dieses Jahres habe es aber einen Patientenrückgang in den Arztpraxen um ein Drittel bis zu einem Viertel gegeben. Andreas Gimbel hat bei dieser Zurückhaltung von Patienten auch einen tragischen Ausgang erlebt. Weil jemand coronaverängstigt seinen Arztbesuch aufgeschoben und einen schwarzen Fleck auf der Haut unterschätzt hatte, war es nach vier Monaten Untätigkeit zu spät gewesen, für eine erfolgreiche Genesung des Hautkrebses.

Vorsorge weiter ernst nehmen

„Im Hospital wurden keine dringlichen Operationen ausgesetzt“, berichtete Frank Starp. Auch die Klinik verzeichnete einen Patientenrückgang. „Das darf aber nicht auf Kosten von Vorsorgeuntersuchungen gehen“, appellierte er. Es sei fatal, wenn aus falsch verstandener Zurückhaltung ein Herzinfarkt zu spät entdeckt würde.

Krankenhaus und Arztpraxen seien auf die kalte Jahreszeit eingestellt. Sicher würde keinem Patienten geraten, nicht die Ärzte aufzusuchen, wenn eine Atemwegserkrankung vermutet wird. „Wir können doch nicht vom Patienten verlangen, dass er selbst weiß, ob er krank ist“, sagte Andreas Gimbel. Insbesondere chronisch Erkrankten rät er, rechtzeitig den Arzt aufzusuchen. Gegen volle Wartezimmer könne ein Zeitmanagement helfen. Für Notfälle würden die Ärzte in den Morgenstunden ohnehin Kapazitäten freihalten.

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