Germany
This article was added by the user Anna. TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Grüne Baustoffe: Nachhaltig ins Eigenheim

Niedrigenergiehäuser in FreiburgIMAGO / imagebroker

Außen eine edle Holz-Fassade, innen malerischer Kalkputz und Solarzellen auf dem Dach – grünes Bauen sieht nicht nur gut aus, es ist auch die Zukunft des Bauwesens. Für eine erfolgreiche deutsche Klimawende muss sich die Immobilienlandschaft wandeln: Im Jahr 2018 verursachten Gebäude mehr als ein Viertel der deutschen CO2-Emissionen. Regionales und ressourcenschonendes Bauen könnte diese Emissionen drastisch senken und dabei langfristig sogar Kosten sparen – denn für nachhaltiges Bauen gibt es viel Fördergeld vom Staat. Doch was zeichnet einen umweltfreundlichen Neubau aus? Und worauf müssen Bauherren bei der Wahl der Materialien achten? Die wichtigsten Tipps im Überblick.

#1 Holz hilft überall

Die Fachagentur Nachwachsender Rohstoffe e.V. gibt einen Überblick über nachhaltige Baumaterialien. Der Favorit ist klar: Holz ist der beliebteste, nachhaltige Rohstoff. Bäume reduzieren den CO2-Gehalt in der Luft und haben damit eine überzeugende Ökobilanz. Voraussetzung ist aber, dass sie aus einer verifizierten, ökologischen Forstwirtschaft stammen. Ein gutes Kennzeichen dafür ist das FSC-Siegel. Deutschlandweit sind rund zwölf Prozent der Wälder zertifiziert und führen ihre Forstwirtschaft nach den FSC-Standards. Ist das erfüllt, können Bauherren für den Roh- und Außenbau, Böden, Fenster und Haustüren guten Gewissens auf den Rohstoff setzen.

#2 Zellulose hält warm

Ein ähnlicher Dauerbrenner wie Holz ist das Dämmmaterial Zellulose. Es besteht aus zerkleinertem Altpapier und ist einer der beliebtesten Dämmstoffe der Deutschen, auch weil es eine Menge Energie einspart. Damit die Zellulose nicht plötzlich Feuer fängt, wird sie bei der Herstellung mit Brand- und Schimmelschutz gemischt. Der einzige Nachteil: Durch die chemische Behandlung ist Zellulose nur schwer abbaubar.

Eine Alternative bietet eine Dämmung aus Hanf. Die Hanffasern werden zu Matten verarbeitet, die Bauherren in Wand und Decke eingesetzt können. Hanf gilt als besonders feuchtigkeitsbeständig und schimmelresistent und ist zudem dafür bekannt, für ein angenehmes Raumklima zu sorgen.

#3 Kork macht Konkurrenz

Neben dem klassischen Holz-Parkett gilt auch ein Boden aus Kork als sehr nachhaltig. Die Rinde der Korkeichen, die überwiegend in Portugal und Spanien gewonnen wird, ist ein idealer Fußabtreter. Ob als Presskork, als furnierter Bodenbelag oder als Korkmosaik, Kork punktet damit, die Gelenke zu schonen. Einziger Nachteil: Dadurch, dass das Material beim Treten nachgibt, bilden sich im Fußboden schnell Dellen und Kratzer, die nicht mehr raus gehen.

#4 Kalk bringt Charakter

Selbst bei der Wandfarbe können Bauherren eine nachhaltige Ausführung wählen: die Kalkfarben. Früher gab es sie lediglich in klassisch weiß, mittlerweile können dem Kalk aber auch Farben beigemischt werden. Der auf mineralischen Untergründen basierende Rohstoff eignet sich gut für den Anstrich – und ist dabei wischbeständig und sogar geruchsabsorbierend.

#5 Staat reduziert Kosten

Wie bei allen Baumaßnahmen sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Außenkontrolle (BAFA) die erste Adresse, wenn es um Kredite und Zuschüsse von Bauprojekten geht. Das gilt auch für nachhaltiges Bauen: So können Bewerber etwa im Rahmen des KfW-Projektes „Energieeffizient Bauen“ einen Tilgungszuschuss von bis zu 25 Prozent erhalten. Ein weiteres Förderprojekt ist die Anfang 2021 gestartete Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des BAFA. Mit einem Fördersatz von 20 Prozent unterstützt das Amt Dämmungsarbeiten, den Austausch von Fenstern und Außentüren und Maßnahmen für den sommerlichen Wärmeschutz. Aber aufgepasst: Wer nicht genau die Auflagen erfüllt, erhält im Zweifel keine Förderung. Deshalb empfiehlt die BAFA einen Energieeffizienz-Experten in die Antragstellung miteinzubinden – was bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude sowieso Pflicht ist. Dafür verweist sie auf das Energie-Effizienz-Experten-Portal, auf dem qualifizierte Berater für jeden Anlass gelistet sind. Diese muss der Bauherr selbst bezahlen, wobei die BAFA die Beratung zumindest anteilig bezuschusst.

Kennen Sie schon Capital+? Unser werbefreies Premium-Angebot mit dem Besten aus Print und Online. Jetzt 30 Tage kostenlos testen!