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Grünschnittannahme in Bad Kösen : Zustimmung für neuen Standort nur unter Protest

Bad Kösen -

Bad Kösen erhält einen neuen Annahmeplatz für Ast- und Grünschnitt, und wahrscheinlich schon Anfang der neuen Saison im nächsten Jahr könnte er eröffnet werden. 2.000 Quadratmeter groß mit ebenerdigen Ablageflächen und an fast vertrauter Fläche: von Bad Kösen kommend, direkt vor der Kläranlage. Bis vor vier Jahren befand sich der Annahmeplatz direkt auf dem Gelände des Abwasserzweckverbandes, musste aber geschlossen werden, da dieser Eigenbedarf angemeldet hatte. Seit dem gibt es einen sich aber inzwischen als untauglich erwiesenen Annahmeplatz in Hassenhausen.

Unliebsamer Favorit

Die soweit positive Nachricht für Bad Kösen - immerhin hat es von hier erheblichen Druck auf die Abfallwirtschaft gegeben, nicht zuletzt durch eine Unterschriftensammlung - hat für die Ortschaftsräte allerdings nicht nur einen gewaltigen Makel, sondern lässt sie feststellen, übergangen worden zu sein. Es geht um nichts Geringeres als die Frage nach dem richtigen Standort.

Bereits zur letzten Sitzung, als das Planungsbüro Boy und Partner die Pläne vorstellte (wir berichteten), rumorte es unter den Räten. Die favorisierte Fläche vor der Kläranlage beschlagnahme besten Ackerboden und zersplittere ein Gebiet, das auch für eine Bebauung tauglich sei, beispielsweise eine Sportstätte. Als sinnvoller sah man entweder ein gleichgroßes Areal hinter der Kläranlage an oder eines genau auf dieser, nämlich anstelle einer der vermeintlich nicht mehr genutzten Klärteiche. Da die Frage, warum Letzteres nicht möglich sein soll, nicht beantwortet werden konnte und eine Stellungnahme des AZV abgewartet werden musste, wurde das Thema vertagt und wiederum zur Sitzung am Dienstag zur Sprache gebracht. Die Aussage liegt nun vor: Man wolle die Becken weiter nutzen, das sei auch eine Forderung der Unteren Naturschutzbehörde, teilte AZV-Chefin Ute Steinberg schriftlich mit.

Damit schied diese Variante aus, womit die Diskussion um die externen Bereiche neu aufflammte. Seitens des Planungsbüros und auch von Abfallwirtschaftschef Henrik Otto, der zur Sitzung anwesend war, wurde verdeutlicht, dass die favorisierte Fläche vor der Kläranlage die kostengünstiger herzurichtende, bodengrundtechnisch untersuchte und verkehrstechnisch besser gelegene sei. Otto sagte zudem, dass alles landwirtschaftliche Fläche sei und letztlich die preisgünstigere Variante den Ausschlag gegeben habe. „Die Kosten sind durch Fördermittel gegenfinanziert“, so der AW-Vorstandsvorsitzende. Unterstützung kam von Vize-OB Armin Müller, der vor allem die Debatte kritisierte. Der Platz sei gefordert gewesen, jetzt komme er und sollte nicht in Frage gestellt werden. „Man kann davon ausgehen, dass man sich Gedanken über den richtigen Standort gemacht hat“, so Müller.

Genau das zweifeln die Kritiker an. Ohne Not überbaue man guten Grund und Boden. Von Seiten der BBK-Fraktion wurde die Frage aufgeworfen, wieso nur eine Fläche bodentechnisch untersucht worden sei und Vorbehalte Dritter unberücksichtigt blieben. So verdeutlichte Uwe Kernchen, dass das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr in der Anhörung klargemacht habe, dass das hintere Grundstück aus „agrarstrukturellen Gründen zweckmäßiger“ sei und wiederum das Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung sagte, dass „der vorgesehene Standort für die Errichtung eines Grün- und Astschnittannahmeplatzes aus landwirtschaftlicher Sicht abgelehnt“, wird. Fraktionschef Frank Doering brachte seinen Unmut darüber zum Ausdruck, dass das Planungsbüro diese Argumente ohne Begründung einfach zurückwies. „Ich bin gespannt wie der Kreis als obere Planungsbehörde darauf reagiert“, so Doering unter Verweis auf eine notwendige zweite Anhörung von sogenannten Trägern öffentlicher Belange.

Letztlich klare Mehrheit

Reiner Zippließ von der CDU monierte, dass die Räte erst zur letzten Sitzung tatsächlich in die Grünschnittplatz-Planung eingeweiht worden und so vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien. Ortsbürgermeister Holger Fritzsche (BBK) sprach sogar von Erpressung. „Stimmen wir nicht zu, sind wir der Buhmann, da wir den Bau verhindert haben und Fördermittel wegfallen“, so Fritzsche, der aber klarmachte, dass man einen Platz in Bad Kösen haben wolle und letztlich nicht gegen diesen votieren werde - im Sinne der Einwohner. Die Abstimmung über erforderliche Änderungen in Flächennutzungs- und Bebauungsplan ging letztlich mit klarer Mehrheit über die Bühne; auch den Naumburger Gemeinderat, der Mittwoch tagte, passierten die städtischen Beschlussvorlagen.

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