Hertha BSC macht Stimmung fürs Hauptstadtderby. Wenn an diesem Freitag schon keine Zuschauer ins Olympiastadion (20.30 Uhr/DAZN, im B.Z.-Liveticker) wegen der Corona-Pandemie dürfen, sollen die Fans des Berliner Fußball-Bundesligisten sich wenigstens standesgemäß auf das Duell zwischen Hertha und dem 1. FC Union vorbereiten.

Also stellten in der Nacht zu Dienstag rund 100 Personen „mehrere zehntausend blau-weiße Flaggen in allen zwölf Bezirken“ Berlins auf, erklärte Herthas Medien- und Kommunikationschef Marcus Jung.

Ob am Olivaer Platz in Kudammnähe, am Bierpinsel in Steglitz oder in den östlichen Bezirken auf Union-Territorium – die Fahnen der Hertha wehten am frühen Morgen. „Wir wollen die ganze Stadt für uns gewinnen“, sagte Jung.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter

Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Das könnte aber ein Nachspiel haben. Der Stellvertretende Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat für Bürgerdienste, Wirtschafts- und Ordnungsangelegenheiten in Charlottenburg-Wilmersdorf, Arne Herz, sagte: „Die Aktion war nicht genehmigt, sie wäre auch niemals genehmigt worden. Ich weiß nicht, ob sich Hertha mit dieser Aktion einen Gefallen getan hat.“

Seit dem frühen Vormittag seien die Polizei, die Ordnungsämter und die Straßen- und Grünflächen-Ämter damit beschäftigt, die Fahnen einzusammeln.

Lesen Sie auch

► Passend zum Stadt-Derby: Hertha flaggt Berlin in blau-weiß

► Neuer Hertha-Boss legt los: „Ich komme mit klaren Vorstellungen“

Hertha selbst steht laut eigener Aussage in Kontakt mit den Behörden: „Es war uns von Anfang bewusst, für die Entsorgung der Flaggen verantwortlich zu sein, sollten die Fans nicht alle Flaggen mitnehmen“, sagte Jung der Deutschen Presse-Agentur.

Speziell auf Grün-Inseln zwischen den Fahrbahnen stehen in Berlin derzeit sehr viele Hertha-Fahnen (Foto: zvg)
Speziell auf Grün-Inseln zwischen den Fahrbahnen standen sehr viele Hertha-Fahnen (Foto: zvg)

Ihren Anfang hatte die Aktion bereits in der Partie gegen Borussia Dortmund genommen. Bei der 2:5-Niederlage trugen die Herthaner ein Trikot mit der Vereinsflagge und dem Motto „Wo die Fahnen blau-weiß weh’n“ auf der Brust. Unter diesem Motto wurden auch die Fahnen in der Stadt aufgestellt.

Eine „schöne Aktion“, beschied Unions Mittelfeldspieler Robert Andrich. „Sie interessiert uns aber weniger.“ Es bringe nicht viel. Union plane auch nichts derartiges, sagte der 26 Jahre alte ehemalige Herthaner.