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Hotelpläne in Lechbruck: Ein Bürgerentscheid ist unausweichlich

Sieben Monate nach den Kommunalwahlen steuert die Gemeinde Lechbruck auf ihren nächsten Wahlkampf zu: Die auf 470 Mitglieder angewachsene Bürgerinitiative ließ bei der Infoveranstaltung am Donnerstag keine Zweifel aufkommen, dass sie an dem Bürgerbegehren gegen die Hotelpläne am Lechsee festhält. Investor und Betreiber legten derweil in der Lechhalle ihre Pläne offen.

Lechbruck – Es war ein Horrorszenario, das die Bürgerinitiative in der Lechhalle beschrieb: Die Familien Pfanzelt und Wagner sprachen von großen zusätzlichen Verkehrsbelastungen für den Ort – während und nach der Bauzeit. Der Tourismus würde mit einem Schlag um 20 Prozent zunehmen. Das Dorf vertrage das nicht mehr. Von „schwer reichen Urlaubern“ war die Rede, die in Zukunft in den 140 Zimmern des Wellnesshotels am Lechsee absteigen. Sie könnten Geschmack auf mehr bekommen und ihre dicken Geldbeutel für Bauland öffnen. Die Preise steigen ins Unermessliche, junge Familien wandern ab, weil sie sich das nicht mehr leisten können. Die Dorfgemeinschaft verödet, den Vereinen fehlen Mitglieder, der Schule und dem Kindergarten der Nachwuchs. „Und wer bäckt uns dann noch den Kuchen für den Flößermarkt?“, fragte Manuela Wagner.

Betreiber: „Wir planen wunderschönes Hotel an der Uferpromenade“

„Kuchen verkaufen ist gar kein Problem, das mache ich gerne“, sagte Maximilian Lerch, der dem Schreckgespenst der BI sogleich entgegen trat. Der Juniorchef der Hoteliersfamilie verwehrte sich auch gegen den von der BI ins Feld geführten „riesigen Klotz“, der sich auf das Landschaftsbild „wie eine Staumauer“ auswirke. „Wir planen ein wunderschönes Hotel an der Uferpromenade in Lechbruck“, betonte Lerch, dessen Familie unter anderem auch das Wellness-Hotel „Weitblick“ in Marktoberdorf betreibt (wir berichteten).

Familienunternehmen: Die Lerchs sind seit 31 Jahren im Geschäft und betreiben mehrere Hotels. Das Haus in Lechbruck sollen Juniorchef Maximilian Lerch (hinten r.) und sein Schwager Philipp Zwicker (l.) führen.

„Es ist einfach ein Traumgrundstück“, schwärmte der Juniorchef von der knapp drei Hektar großen Fläche zwischen Feriendorf und Campingplatz in Lechbruck, auf der zurzeit das alte Hallenbad und die Tennishalle zusehends verfallen. Bekanntlich würde Investor und Bauunternehmer Gerhard Breher beide Gebäude auf eigene Kosten abreißen und entsorgen.

Kein Angebot für die Super-Reichen

Lerch versicherte den Lechbruckern, dass er mit seinem Hotel- und Wellness-Angebot nicht die Super-Reichen anspricht: „Wir wollen nicht auf High-End-Super-Urlaub machen, wir planen mit den mittelständischen Familien.“ Statt „mit dem Porsche 911 durch den Ort zu heizen“, würden seine Gäste das Fahrrad nehmen, meinte Lerch und verwies auf den geplanten großen Fahrradverleih des Hotels.

Auch externe Besucher sind willkommen

Dass es kein kleines Haus wird, in das rund 30 Millionen Euro investiert werden sollen, räumten die Planer freilich ein. 15 260 Quadratmeter Nutzfläche würde der zum Lechsee geöffnete U-förmige Gebäudekomplex laut Planungsentwurf haben. Sie verteilen sich auf vier Geschosse. Neben einem 1910 Quadratmeter großen Wellnessbereich samt Schwimmbad, Sauna und Bistro sind zwei Restaurants und eine „Sky-Bar“ im dritten Obergeschoss geplant. Es gibt einen Konferenzraum und Appartements für Mitarbeiter. Sogar ein Kino wollen Lerch und sein Schwager Philipp Zwicker ihren Gästen bieten. Alle Angebote sollen sich nicht nur an die gebuchten Urlauber richten, auch externe Gäste mit ihren Kinder sind willkommen.

Bürgermeister genießt die „Sky-Bar“

Den Punkt hob auch Bürgermeister Werner Moll hervor. Im „Weitblick“ in Marktoberdorf genießt er schon jetzt als externer Besucher den Wellnessbereich und die „Sky-Bar“, verriet er. Für Investor und Betreiber brach der Rathauschef eine Lanze: „Wir haben hier keine Heuschrecken am Tisch. Das, was sie gebaut haben, betreiben sie auch über Jahrzehnte.“

In der Lechhalle ging es zur Sache: Bürgermeister Werner Moll begrüßte die Bürgerinitiative (l.) sowie Investor, Betreiber und Planer (r.). Außer den Gemeinderäten war aufgrund Corona kein Publikum zugelassen.

Leicht ins Rudern kam Moll lediglich, als die BI den Fußweg am See auf Tableau hob, der möglicherweise hinter dem Gebäude verschwinden muss. „Soweit sind wir noch nicht, aber ich möchte es nicht ausschließen“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf das Biotop am See. Weil das Hotel näher an den geschützten Bereich heranrückt, ist fraglich, ob der Weg erhalten bleiben kann. Wie auch immer: Für den Gemeinderat sei die Verlegung hinter das Hotel „kein K.o-Kriterium“, bestätigte Moll.

Bürgerbegehren nur eine Frage der Zeit

Die Bürgerinitiative machte klar, dass sie an ihrem Widerstand festhält, das Bürgerbegehren wird gestartet. Mit dem Bürgerentscheid ist im Frühjahr 2021 zu rechnen.

Aufzeichnung im Internet

Aufgrund der Corona-Beschränkungen waren außer den Gemeinderäten bei der Info-Veranstaltung keine weiteren Besucher zugelassen. Die Veranstaltung wurde daher aufgezeichnet und wird demnächst ungeschnitten auf der Gemeinde-Homepage zu sehen sein. Über das Pro und Contra zum Hotel berichtet am kommenden Montag auch das Bayerische Fernsehen in seiner Abendschau.

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