logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo
o
q
y
Nothing found
ICO
starBookmark: Tag Tag Tag Tag Tag
Germany

Ihre neun Kinder lebten im Müll: Prozess-Start gegen die Messie-Eltern aus Düsseldorf

Düsseldorf -

Für die Kinder muss es die Hölle gewesen sein!

Über Jahre mussten neun Geschwister zusammengepfercht in einem Messie-Haus leben – zwischen Müll und Exkrementen, vollkommen vernachlässigt von ihren eigenen Eltern (Hier mehr lesen).

Deshalb standen Leonard S. (36) und Michaela S. (30) am Mittwoch nun endlich vor Gericht, nachdem das Paar die erste Verhandlung vor einer Woche platzen ließ und erst per Haftbefehl gesucht werden mussten.

So wurde im Amtsgericht jetzt das ganze Ausmaß des Messie-Wahnsinns bekannt, als der Staatsanwalt die Anklage verlas: Ein Dokument, gespickt mit gruseligen Details.

Kinder hatten Knochenbrüche und Bisswunden

Zum Frühstück etwa bekamen die Kinder oft nur Gummibärchen und ungekochte Nudeln.

Und nachdem die Polizei die Kinder im Januar 2015 aus dem Haus befreit hatte, brachten ärztliche Untersuchungen in der Uniklinik weitere schlimme Details ans Licht: Beim ältesten Sohn (10) wurden Bissspuren und Hämatome festgestellt. Bei einer Tochter entdeckten die schockierten Ärzte sogar mehrere alte Knochenbrüche!

Und das war nicht die einzige schwere Verletzung. 2014 hatte Michaela S. ihre wenige Monate alte Tochter mit Rippenbrüchen in die Klinik und damit die Ermittlungen überhaupt ins Rollen gebracht.

„Die besten Eltern, die man sich vorstellen kann“

Wie es zu diesem Fall kommen konnte, dazu hat Johann S. (62) eine eigene Theorie: „Die beiden ältesten Jungs hatten einen Erste-Hilfe-Kurs in der Schule. Und dann haben sie wohl an der Kleinen die Herzmassage geübt. Anders kann ich es mir nicht erklären“, sagte der Vater der Angeklagten auf dem Gerichtsflur.

Opa_Messie_Eltern

Der Vater der Angeklagten Johann S. (62) sagt, dass seine Tochter sich immer vorbildlich um ihre Kinder gekümmert hat.

Und S. schwärmt weiter von seiner Tochter, obwohl sie 2011 zum Jugendamt ging, weil sie wohl mit den Kindern überfordert war: „Das sind die besten Eltern, die man sich vorstellen kann!“

Den Angeklagten drohen mehrere Jahre Haft

Die Anklage zeichnet da ein ganz anderes Bild: So sei der Nachwuchs monatelang vernachlässigt worden. Dadurch war „keine gesunde Entwicklung der Kinder möglich, stattdessen wurden krankhafte Zustände gefördert“.

Das dürften die verschiedenen Kinderheime bestätigen, in denen die neun Geschwister aktuell untergebracht sind: „Die massiven Verhaltensstörungen zeigen sich hier durch den häufigen Gebrauch von sexuellen Schimpfwörtern. Zudem sind die Kinder sehr aggressiv und verrichten ihr Geschäft in Papierkörben, Zimmerecken oder Waschbecken“, heißt es in der Anklage weiter.

Richter_Messie_Eltern

Das Gericht um den vorsitzenden Richter Dr. Uwe Heemeyer und zwei Schöffen wird am Ende das Urteil sprechen.

Bei einer Verurteilung, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, drohen den Eltern mehrere Jahre Haft. Ein Urteil fällt wohl am 21. März.

(exfo)