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Im Porträt: Donald Trump - der „America First“-Präsident

Washington -

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sorgte vor knapp vier Jahren für einen Schock bei den Verbündeten der Vereinigten Staaten. Ohne jede politische Erfahrung wurde er zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Erde - mit dem Versprechen, mit der Politik seines Vorgängers Barack Obama zu brechen und Amerika stets an die erste Stelle zu setzen. Am 3. November will der 74 Jahre alte Republikaner das Kunststück von 2016 wiederholen und gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden gewinnen.

TRUMP - DER GESCHÄFTSMANN

Trump wurde am 14. Juni 1946 in New York City als Sohn eines Immobilienmoguls und Enkel eines deutschen Auswanderers geboren. Er wurde Bauunternehmer wie sein Vater. Als er im Juni 2015 erklärte, er wolle Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden, war er ein krasser Außenseiter. Kaum jemand traute dem früheren Reality-TV-Star zu, sich gegen die Mitbewerber durchzusetzen - geschweige denn, tatsächlich Präsident zu werden. Völlig überraschend gewann der Milliardär bei der Wahl im November 2016 dann aber gegen seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton.

TRUMP IM WEISSEN HAUS

„Ich höre mich nicht an wie ein typischer Politiker aus Washington. Das liegt daran, dass ich kein Politiker bin“, sagte Trump im Wahlkampf wiederholt. Das geht gegen Biden, Berufspolitiker seit fast einem halben Jahrhundert. Einen US-Präsidenten wie Trump hat die Welt noch nicht gesehen. Er setzte Normen und Gepflogenheiten außer Kraft, auch die alte Weltordnung hat er auf den Kopf gestellt. Den Nato-Bündnisstaaten drohte er mit dem Rückzug aus der Allianz. Mit China und der EU brach er Handelskonflikte vom Zaun. Weltpolitik macht der „America First“-Präsident per Twitter, wo ihm mehr als 87 Millionen Menschen folgen. Seine Gegner greift er ebenfalls über Twitter an, gelegentlich auch unter der Gürtellinie.

DIE FAMILIE

An der Seite des 45. US-Präsidenten steht First Lady Melania. Die 50-Jährige ist seine dritte Ehefrau, gemeinsam haben sie den Sohn Barron. Die CNN-Journalistin Kate Bennett schrieb in ihrer nicht autorisierten Biografie „Free, Melania“, die Eheleute hätten getrennte Schlafzimmer im Weißen Haus. Die First Lady habe hinter den Kulissen großen Einfluss auf den Präsidenten. Im diesjährigen Wahlkampf hat sie kaum eine Rolle gespielt. Im Weißen Haus stehen Trump zudem Tochter Ivanka aus der ersten Ehe und deren Gatte Jared Kushner als Berater zur Seite. Trumps Firmen werden von den Söhnen Donald Jr. und Eric geführt, seit der Vater im Oval Office sitzt.

Wenig schmeichelhaft war ein Enthüllungsbuch von Präsidentennichte Mary Trump, das kurz vor der Wahl erschien. Die promovierte Psychologin bescheinigt ihrem Onkel darin, ein Narzisst zu sein. In ihrem Buch warnt Mary Trump vor einem „Ende der amerikanischen Demokratie“ im Falle einer Wiederwahl ihres Onkels - den sie für einen pathologischen Lügner und für einen Rassisten hält.

ANSCHULDIGUNGEN GEGEN TRUMP

Die Liste der Vorwürfe gegen Trump ist lang. Auf der persönlichen Seite wurden ihm aus der Zeit vor seinem Amtsantritt sexuelle Übergriffe und mehrere Affären vorgeworfen. Trump hat das stets dementiert. Politisch wurde seine Amtszeit von Anschuldigungen überschattet, die Trump ebenfalls pauschal zurückwies: Etwa die Russland-Affäre, bei der es um mögliche Geheimabsprachen zwischen seinem Wahlkampfteam und Vertretern Russlands ging - FBI-Sonderermittler Robert Mueller fand keine Beweise dafür.

Bald darauf folgte die Ukraine-Affäre, in der Trump vorgeworfen wurde, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Ermittlungen gegen Biden gedrängt zu haben. Trump musste sich deswegen als erst dritter Präsident in der Geschichte der USA einem Amtsenthebungsverfahren unterziehen. An dessen Ende wurde er durch die Mehrheit seiner Republikaner im Senat freigesprochen. Dass Trump trotz der massiven Vorwürfe gegen seine Person weiterhin im Amt ist, beweist: Er ist ein Überlebenskünstler und Machtpolitiker.

TRUMP UND DIE VERBÜNDETEN

Traditionelle US-Verbündete wie Deutschland ist Trump in seiner Amtszeit hart angegangen. Im Streit um Verteidigungsausgaben bestrafte er Deutschland mit der Ankündigung, ein Drittel der US-Soldaten abzuziehen. Zu Autokraten wie Kremlchef Wladimir Putin pflegt der US-Präsident dagegen ein gutes Verhältnis. Über seine Beziehung zum nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un sagte Trump einst: „Wir haben uns ineinander verliebt.“ (dpa)

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