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Im Privatjet nach Libyen - Darum flog Maas nicht mit der Bundeswehr

Privatjet statt Militärtransporter Darum flog Maas nicht mit der Bundeswehr nach Libyen

Bundesaußenminister Heiko Maas (53, SPD) reiste im Privatjet zu General Chalifa Haftar (76)
Bundesaußenminister Heiko Maas (53, SPD) reiste im Privatjet zu General Chalifa Haftar (76)Foto: Xander Heinl/photothek.net / Reuters
Bams

Wie gefährlich war diese Reise wirklich?

Am Donnerstag vergangener Woche reiste Außenminister Heiko Maas nach Bengasi (Libyen). Seine Mission: General Chalifa Haftar überzeugen, nach Berlin zur Libyen-Konferenz zu kommen.

Maas wollte wie üblich mit der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums fliegen. Und zwar mit der Global 5000, dem komfortablen Regierungsjet.

Daraus wurde nichts. Die Luftwaffe bewertete das Risiko als zu hoch, mit einer Regierungsmaschine, die gegen Angriffe nur leicht geschützt ist, in der Rebellenregion Bengasi zu landen.

Stattdessen sollte Maas mit der Global bis nach Griechenland fliegen, dort in den umfassend geschützten Militärtransporter Transall umsteigen. Ein Sprecher der Luftwaffe: „Unsere Bedrohungsanalyse hat ergeben, dass die Transall das geeignetste Mittel ist. Es geht um maximalen Schutz der Gäste und der Besatzung.“

Allerdings hätte das eine ca. drei bis vier Stunden längere Reisezeit für Maas bedeutet, und er hätte in der Transall nicht wirklich arbeiten können. Das Auswärtige Amt entschied: So gefährlich ist es nicht, schließlich fährt der Minister in Bengasi Auto, läuft zu Fuß. Für Maas wurde ein privater Learjet für den Flug Berlin-Bengasi und zurück gebucht. Experten schätzen die Kosten auf eine niedrige sechsstellige Summe.

Der Militärtransporter Transall
Der Militärtransporter TransallFoto: picture alliance/dpa

► Der grüne Verteidigungsexperte Tobias Lindner (38) nennt es „absurd“, dass Auswärtiges Amt und Verteidigungsministerium „zu widersprüchlichen Einschätzungen der Sicherheitslage kommen“. Es sei zwar gut, dass Maas nach Bengasi reise. „Warum er dafür einen teuren Privatjet braucht und nicht die Luftwaffe nimmt, ist unverständlich.“

► Katrin Budde, (54, SPD), Mitglied im Verteidigungsausschuss, kritisiert hingegen: „Das Verteidigungsministerium mit seiner Flugbereitschaft sollte Heiko Maas die Außenpolitik ermöglichen, nicht erschweren.“

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