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In der Seenplatte: ▶️Riesiges Waldameisen-Volk stört Badegäste und muss umziehen

Es kommt höchst selten vor, dass schwere Technik anrücken muss, um ein Ameisenvolk umzusiedeln. In Zwenzow trat dieser Tage genau so ein Fall auf. Letztlich machten aber alle Beteiligten aus der Not eine Tugend. Doch der Reihe nach. Ausgerechnet an der viel genutzten Badestelle am Großen Labussee in Zwenzow hatte sich schon seit geraumer Zeit die geschützte Waldameise angesiedelt und machte den Gästen das Leben schwer. Doch erst in diesem Sommer wuchs sich die Nachbarschaft zu einem echten Problem aus.

Einerseits hatte sich das Insektenvolk so stark vermehrt, dass es auf Nahrungssuche immer wieder über den Proviant der Badegäste herfiel. Andererseits drohte die Weide, in der sich das Volk angesiedelt hatte, umzustürzen. „Hier musste dringend was passieren“, sagt Bürgermeister Axel Malonek und ist froh, bei Forst- und Naturschutzbehörde gleichermaßen auf Verständnis gestoßen zu sein. Der Umsiedlung wurde zugestimmt, die Kosten dafür trägt die Gemeinde.

Zum Ameisenwart ausgebildet

Doch während sich ein normaler Ameisenhaufen verhältnismäßig unkompliziert mit Schaufel und Säcken an einen neuen Standort umsetzen lässt, erwies sich die Zwenzower Insektenbehausung als kniffliger Fall. Denn das Nest mit der überlebenswichtigen Brut lag im Weidenstamm und nicht, wie sonst üblich, im Haufen. „Zudem hatten die Tiere auch tief unter der Wurzel ihren Staat ausgeweitet“, sagt Ludwig Neumann vom Landesforstamt. Er ist Ameisenwart – der einzige in Mecklenburg-Vorpommern. Bisher mussten die Ämter auf die Hilfe aus dem Nachbarland Brandenburg zurückgreifen. „Dort gibt es zahlreiche ehrenamtliche Ameisenwarte“, sagt er. Doch nun will die Landesforst diese Sache selber in die Hand nehmen und ließ Ludwig Neumann zum Ameisenwart ausbilden.

Sein Wissen gibt er an andere Förster weiter. Die Ausquartierung des Zwenzower Ameisenvolkes war für ihn eine gute Gelegenheit, seine Kollegen zu schulen – und selbst dazuzulernen. Denn mit Bagger und Kettensäge war er bis dahin noch nicht den Insekten beigekommen. Eine ortsansässige Wegebaufirma übernahm die groben Arbeiten. Die Bergung der Tiere war dann Sache der Fachleute. „Die Idee war eigentlich, den Baum zu zerlegen und die Wurzel im Ganzen samt Ameisen zu bergen. Das hat nicht geklappt“, sagt Ludwig Neumann. Dennoch ist er überzeugt, dass die Aktion von Erfolg gekrönt ist. „Wir haben 500 Meter weiter einen idealen Platz für die Tiere gefunden“, zeigt er sich optimistisch. Und tatsächlich legen die Ameisen sofort wieder mit ihrer Arbeit am neuen Standort los. Die gefällte und gerodete morsche Weide samt Inhalt bildet den Grundstock.

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Tage später wird nachgesammelt

Und Ludwig Neumanns Anspruch ist es, kein Tier zurückzulassen. Darum wird Tage später am alten Wohnort an der Badestelle nachgelesen. „Da kommt noch mal ein Eimer voll Ameisen zusammen“, ist Neumann sich sicher. Für ihn ist es mittlerweile kein Problem mehr, mit bloßen Händen in einen Ameisenhaufen zu greifen. „Das gehört zum Job. Die stechen ja nicht. Das ist ja nur Ameisensäure“, sagt er. Seine Dienste sind weniger in der Forst als vielmehr bei privaten und öffentlichen Baumaßnahmen gefragt. „Wir Förster bauen Wege immer um die Ameisenhaufen herum, so wertvoll ist jedes Volk für den Wald. Das ist außerhalb des Waldes nicht immer möglich“, sagt er. Und darum wird seine Arbeit und die seiner frisch ausgebildeten Kollegen auch künftig weiterhin gefragt sein.

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