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In polnischer Partnerstadt Tschenstochau wird historische Ecke wieder hergerichtet

Tschenstochau/Pforzheim. Es ist erstaunlich, wie vielfältig und überraschend eine Stadt sein kann. Wie zum Beispiel Tschenstochau, Pforzheims Partnerstadt in Polen. Berühmt für den Wallfahrtsort Jasna Góra mit der Schwarzen Madonna, aber auch mit einer großen industriellen Tradition. So konnte das krisengezeichnete Stahlwerk Huta Częstochowa, dank eines indischen Investors wieder die Produktion aufnehmen. Dazu zählt aber auch das Textilunternehmen Polontex, das zu einem der größten Hersteller von Deko-Stoffen in Polen gehört, oder Brembo, dessen Bremsen in Autos führender deutscher Hersteller für Sicherheit sorgen.

Wie weit die Geschichte Tschenstochaus zurückreicht, sieht man seit kurzem beim restaurierten Markplatz, auf Polnisch „Stary Rynek“. Dieser älteste Teil befindet sich am Ende repräsentativen Allee der Heiligen Jungfrau Maria, die zum Kloster Jasna Góra führt. Im 14. Jahrhundert wurde dort die Stadt mit dem Rathaus, dem Markplatz und den Häusern der reichen Kaufleute gegründet. Tschenstochau wuchs mit der Zeit, das Zentrum befand sich im 19. Jahrhundert woanders – der Stary Rynek verlor seine Bedeutung. Er verarmte buchstäblich, Anfang 2000 war er nur noch ein großer Platz mit verfallenen Häuserzeilen und äußerst renovierungsbedürftig.

2006 beschädigte ein Lieferwagen die Bodenplatten. Und das, was zum Vorschein kam, überraschte viele: Sichtbar wurden die Reste des alten Rathauses. Die archäologische Arbeit begann. Die Funde bestätigten, dass dort das alte Tschenstochau war. Von 2019 bis 2021 wurde der Platz renoviert, revitalisiert und zu einem lebendigen Ort für Kunst und Kultur. Am 31. März 2021 wurde der neue Alte Marktplatz feierlich eröffnet. Dort, wo früher das Rathaus stand, befindet sich ein Glaspavillon mit Restaurant und dem Archäologisch-Historischen Museum mit einer multimedialen Dauerausstellung im Untergrund.

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Das Erste, was dem Besucher des Platzes auffällt, sind die 14 großen Skulpturen, die auf der Höhe des ersten Stockwerks in der Luft zu schweben scheinen. Der weltbekannte Tschenstochauer Künstler Jerzy Kędziora hat sie auf dem Platz verteilt. Meine Lieblingsskulptur ist die Zauberkünstlerin, die ihren Bauch verschwinden lässt.

Die Frage ist nur, was erstaunlicher ist: In nur zwei Jahren Bauzeit einen großen Platz neu zu gestalten oder große Skulpturen schweben zu lassen? Überzeugen Sie sich selbst, besuchen Sie Tschenstochau!

Aneta Zalewska schreibt für die Deutsch-Polnische Gesellschaft (DPG) über Pforzheims Partnerstadt Tschenstochau.