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Interview in portugiesischem TV: Staatsanwalt hat Beweise für Maddies Tod

Noch immer ist unklar, was genau vor 13 Jahren mit der kleinen Maddie McCann passiert ist. Sicher ist nur, dass das britische Mädchen tot ist. Laut Staatsanwalt Hans Christian Wolters gibt es dafür inzwischen auch "materielle Beweise". Welcher Art diese Beweise sind, will er jedoch nicht sagen.

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft hat im Fall der seit 2007 verschwundenen dreijährigen Madeleine "Maddie" McCann Beweise dafür, dass das Mädchen tot ist. In einem Interview mit dem portugiesischen TV-Sender RTP sagte Staatsanwalt Hans Christian Wolters auf die Frage der Reporterin, ob es "materielle Beweise" für Maddies Tod gibt: "Ja". Als sie nachhakt und wissen will, um welche Beweise es sich handelt, sagt Wolters, dazu könne er nichts weiter sagen. Auf die Vermutung hin, dass es ein Video des toten Mädchens gebe, erwidert er: "Das kann ich weder bestätigen noch dementieren". 

Als Verdächtiger in dem spektakulären Kriminalfall gilt der 43-jährige Deutsche Christian B. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er das Mädchen ermordet hat. B. ist vielfach und erheblich vorbestraft, unter anderem auch wegen Sexualdelikten an Kindern. Un er hielt sich früher oft in Portugal auf, wo er laut deutschen Ermittlern in Ferienanlagen und Hotels einbrach. Aus einer derartigen Anlage verschwand auch Maddie.

Anfang September wurde zudem bekannt, dass gegen B. in einem anderen Fall ermittelt wird. Es laufe ein separates Verfahren gegen ihn wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Kindes, hatte Wolters bestätigt. Im April 2007, also wenige Woche vor dem Verschwinden der kleinen Maddie, soll der Mann an der Algarve vor einem zehnjährigen Mädchen aus Deutschland masturbiert haben.

Maddie war dann am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. Die Eltern aßen zu der Zeit in einem nahe gelegenen Restaurant. Das ungeklärte Schicksal des Mädchens sorgte weltweit für Schlagzeilen. Anfangs gerieten auch die Eltern unter Verdacht: Ermittler gingen davon aus, dass ein Unfall passiert war und die Leiche versteckt werden sollte.

Das Paar selbst ließ indes nichts unversucht, um auf das Verschwinden ihrer Tochter aufmerksam zu machen: Privatdetektive, Besuch beim Papst, die Gründung einer Stiftung - alle Hebel wurden in Bewegung gesetzt. Vor drei Monaten erklärte die Staatsanwaltschaft dann, dass davon ausgegangen werden muss, "dass das Mädchen tot ist".

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