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Interview mit Theas-Intendant: „Es ist Zeit für frischen Wind“

Vor einem großen Einschnitt steht das private Theas-Theater in Bergisch Gladbach. Intendant David Heitmann beendet seine Tätigkeit für Theater und Theaterschule, Nachfolgerin wird Claudia Timpner. Über seine Motive und seine Gefühle beim Abschied sprach Heitmann mit Thomas Rausch.

Was sind Ihre Beweggründe, Ihre Arbeit für das Theas-Theater zu beenden?

Heitmann: Ich habe Theas vor zwölf Jahren gegründet und mich immer mit Leidenschaft und Herzblut eingesetzt. Inzwischen hat es sich in Bergisch Gladbach etabliert, der Trägerverein und viele Aktive füllen es heute mit Leben. Es ist nun Zeit, die Theaterarbeit mit neuen Impulsen voranzubringen. Durch die Corona-Krise habe ich festgestellt, dass ich vor allem den kreativen Part nicht mehr ausreichend erfüllen kann. Ich bin nicht mehr der Richtige für den Job. Es ist einfach Zeit für frischen Wind. Krisen sind immer gut für Veränderungen.

Was sollte sich im Theas verändern?

Es könnten neue Angebote dazukommen, zum Beispiel könnten Theater und Theaterschule digitaler werden – auch über die Zeit der Pandemie hinaus. Das muss aber jemand mit viel Energie und neuen Ideen in die Hand nehmen.

Wie könnten digitale Angebote der Zukunft aussehen?

Mit Online-Kursen könnte Theas auch Interessierte von weither ansprechen, nicht nur aus der näheren Umgebung. Das würde ganz neue Perspektiven eröffnen. Auch Streaming-Angebote könnten das bisherige Programm ergänzen. Aber natürlich lebt Theater immer vom direkten Live-Erlebnis, von der Begegnung mit Menschen. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Welche Gefühle haben Sie, wenn Sie auf Ihre zwölf Jahre im Theas zurückblicken?

Meine Arbeit bei Theas beende ich nicht leichten Herzens. Ich bin sehr dankbar, dass es sich nach Höhen und Tiefen so entwickelt hat und so viele Menschen dafür aktiv sind. Der Trägerverein hat inzwischen über 200 Mitglieder. Neben der finanziellen Unterstützung durch Förderer und der Arbeit des Vorstands engagieren sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer, ohne die wir zum Beispiel gar keine Aufführungen machen könnten. Für diesen großen Einsatz möchte ich allen danke sagen. Ich bin auch stolz auf erfolgreiche Inszenierungen, mit dem Jungen Ensemble haben wir zweimal den Kulturpreis des Stadtverbandes Kultur „Der Bopp“ gewonnen. Auch die Erfahrung, mit Jugendlichen zu arbeiten, sie zu prägen, war bedeutend.

Empfinden Sie auch Abschiedsschmerz?

Natürlich ist es für mich zurzeit sehr bewegend, meinen Ausstieg vorzubereiten. Ich bin gerade dabei auszusortieren, da stoße ich auf Fotos und Filme, auf viele schöne Erinnerungen an besondere Begegnungen. Ich sehe die Veränderung aber hauptsächlich als Chance.

Wie geht es nun weiter mit dem Theas?

Ich habe den Vorstand des Trägervereins im Sommer über meine Pläne informiert, anschließend haben wir uns gemeinsam mit der Nachfolge beschäftigt und auf die Suche gemacht. Wir haben mit Claudia Timpner eine sehr gute Lösung gefunden. Sie ist Kommunikationstrainerin, Autorin und Schauspielerin. Von Anfang an ist sie als Dozentin bei Theas dabei und hat oft auf der Bühne gestanden. Es ist natürlich optimal, dass wir jemand gewinnen konnten, der mit Theas bereits verwurzelt ist.

Kann Ihre Nachfolgerin auch den Schwung und die neuen Ideen einbringen, die Sie sich für das Theas wünschen?

Auf alle Fälle. Man merkt, dass sie sehr viel Energie und Lust hat. Sie ist mit Leidenschaft im Theater aktiv. Zum Jahreswechsel wird sie dann offiziell die Leitung übernehmen.

Und wohin führt Ihr beruflicher Weg? Werden Sie noch hier und da für das Theas aktiv sein – auf der Bühne, als Regisseur oder Kursleiter?

Das ist noch völlig offen, das kann ich wirklich nicht sagen. Natürlich bleibe ich Theas irgendwie erhalten, aber vielleicht wird Theater künftig gar nicht mehr mein Schwerpunkt sein.

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