Germany

Jogi scheint stur zu bleiben: Portugal-Duell schon vorletztes Länderspiel für Löw?

München -

CR7 gegen JL11. Beim zweiten EM-Vorrunden-Spiel nimmt es Cristiano Ronaldo (36) am Samstag (18 Uhr, ARD/MagentaTV) mit Joachim Löws Elf auf. Portugals Torjäger hat mit seinen beiden Treffern gegen Ungarn zwar einen EM-Rekord (11 Tore) aufgestellt - gegen Deutschland traf der Superstar in bislang vier Duellen aber noch nie.

Daher versuchte es der Bundestrainer am Abend vor dem Spiel mit lockeren Sprüchen. „Ronaldo kann mehr als Cola-Flaschen verschieben“, sagte er grinsend. „Er ist immer noch ein besonderer Spieler, sehr abschluss- und kopfballstark. Aber Portugal ist keine One-Man-Show“. Und Joachim Löw (61) gab sich fast poethisch: „Der Druck wird uns nicht erdrücken“. Denn nach der Auftakt-Niederlage gegen Frankreich wird es kribbelig. Eine zweite Niederlage vor den eigenen Fans könnte schon das Turnier-Aus bedeuten.

Joachim Löw: „Ronaldo kann mehr als Cola-Flaschen verschieben“

Mit einer langen Ansprache schwor der Bundestrainer sein Team vor der Abfahrt nach München noch einmal auf das Schlüsselspiel ein. „Er hat uns noch mal heiß gemacht und uns gesagt, dass wir langsam in den Wettkampfmodus kommen müssen“, sagte Joshua Kimmich (26) nach der emotionalen Ansage des Chefs. „Es ist schön, wenn auch der Trainer heiß ist, aber diese positive Energie muss aus der Mannschaft kommen. Wir sind nicht hier, um Urlaub zu machen oder früh abzureisen. Es geht darum, dass wir das Spiel gewinnen und weiterkommen“.

Joshua Kimmich und seine Mitspieler bereiten sich auf das wichtige Spiel gegen Portugal vor.

Breite Brust beim Abschlusstraining. Auf Joshua Kimmich wird es gegen Portugal auch ganz besonders ankommen.

Der Bundestrainer versucht sein Team stark zu reden. „Ich spüre eine entschlossene Stimmung und Haltung. Jeder weiß, dass wir einige Dinge besser machen wollen, müssen und werden. Wir haben uns zu wenige Torchancen erarbeitet. Daran haben wir gearbeitet. Wir sind optimistisch, obwohl wir wissen, dass sich der Druck erhöht. Mit dem Druck können aber alle umgehen, ich kenne das seit 15 Jahren. Wir haben nicht den Mut insgesamt verloren.“

Joachim Löw: „Taktisch müssen wir was anderes ins Spiel reinbringen“

Löw glaubt, die richtigen Rädchen gefunden zu haben. „Taktisch müssen wir was anderes ins Spiel reinbringen, auch mehr Offensivkraft und mehr Intensität. Wir müssen nach vorne dynamischer, risikofreudiger und präziser spielen. Wir wissen, dass wir uns steigern müssen. Wir haben den Schlüssel noch selber in der Hand und haben unser Vertrauen nicht völlig verloren“.

Auf Löw war nach seiner 33. Niederlage als Bundestrainer im Spiel gegen Frankreich viel Kritik eingeprasselt. Trainer, Ex-Spieler und viele Experten kritisierten System und Ausrichtung gegen den Weltmeister. Nun warten alle gespannt, ob sich der Bundes-Jogi von den Ratschlägen beeindrucken lässt. Die Eindrücke vom Training in Herzogenaurach sehen eher nach sturem Festhalten an der Taktik aus.

Für den Bundestrainer ist die Debatte ohnehin überflüssig. „Wir haben genug Offensivspieler auf dem Platz, aber wir müssen uns anders positionieren. Ich will kein starres System. Wir wollen nicht auf Teufel komm raus das Stadion erstürmen. Es gilt auch die Defensive nicht zu vernachlässigen. Da wird ein Glutofen im Stadion herrschen“, betonte Löw, ohne sich in die Karten schauen zu lassen.

Joshua Kimmich hält Plädoyer für Rolle im Mittelfeld-Zentrum

Vor allem Kimmich wünschen sich viele in einer anderen Rolle, nämlich im Zentrum statt an der rechten Außenbahn. „Ich kann auf vielen Positionen spielen“, sagte Kimmich mit einem Schmunzeln. Wo er auflaufen wird, wollte er nicht verraten: „Ich weiß nicht, inwieweit ich den Trainer da übergehen kann“, sagte er grinsend.

Es folgte aber ein flammendes Plädoyer für die Versetzung auf die Sechser-Position: „Es macht mehr Spaß im Zentrum, weil man immer das Gefühl hat, Einfluss auf das Spiel nehmen zu können. Das geht rechts nicht immer, da erreicht man auch in Bezug auf Kommunikation nicht jeden seiner Mitspieler. Auf dem rechten Flügel muss man mehr Geduld mitbringen und ist abhängig davon, dass man angespielt wird. Auf der Sechs kann man sich auch mal den Ball hinten abholen.“

Während Frankreich am Dienstag genau wusste, in welcher Formation die Gastgeber beginnen werden, rätseln nun auch die Portugiesen. „Wir kennen ihre Qualitäten, wir müssen uns aber nicht verstecken, wir haben auch unsere Waffen“, sagte Innenverteidiger Ruben Dias (24). Der Titelverteidiger vertraut natürlich auf Ronaldo. Der hat allerdings noch nie gegen Deutschland getroffen.

Seit über 20 Jahren keine Niederlage gegen Portugal

Ohnehin ist ein Blick in die Statistik der größte Mutmacher. Bei Welt- und Europameisterschaften gab es seit 2006 vier Siege nacheinander (11:2 Tore). Das bislang letzte Duell gewann Deutschland zum Auftakt der WM 2014 mit 4:0. „Wir hoffen, dass wir mit dem fünften Sieg einen draufsetzen können“, sagte Matthias Ginter (27).

Dazu müssen aber Tore her. Thomas Müller (31) wartet auch nach zwölf EM-Spielen immer noch auf seinen ersten Treffer. Beim WM-Auftakt vor sieben Jahren schenkte er Portugal gleich drei Treffer ein, Mats Hummels (32) komplettierte den traumhaften Auftakt-Sieg. Das letzte deutsche Stürmer-Tor bei einer EM oder WM erzielte allerdings Mario Gomez (35) im Achtelfinale der EM 2016.

Football news:

Die Bayern Interessieren sich für Antoni von Ajax und Gakpo von PSV Eindhoven. Der erste kostet 32 Millionen Euro, der zweite 25 bis 30 Millionen Euro, der FC Bayern will die Flanken verstärken. Wie Sky Sport Deutschland berichtet, sind die Münchner an Cody Gakpo von PSV Eindhoven und Antony von Ajax Amsterdam Interessiert. Der Verein aus Eindhoven fordert für den 22-jährigen Niederländer 25 bis 30 Millionen Euro. Der FC Bayern ist mit dieser Summe nicht zufrieden. Das Team schätzt den 21-jährigen Brasilianer auf 32 Millionen Euro. Nach Angaben von Globo Esporte diskutieren die Parteien bereits über einen möglichen Transfer
Koeman über 1-m Gol Депая für Barca in einem Freundschaftsspiel: Memphis spielte gut, er ist wichtig für uns
Julian Nagelsmann: Andere Vereine haben nicht aus Deutschland mehr Geld für Transfers als die Bayern
Kane glaubt, dass Tottenham ihn im Sommer verkaufen wird, um Geld für Investitionen in das Team zu verdienen
Paul Nedved: Ronaldo bleibt bei Juventus. Agent Dybala wird nächste Woche in Turin sein
Wajnaldum über Liverpool-Fans: Manchmal fühlte ich mich nicht genug geschätzt und geliebt
Nagelsmann, das Schwein, scheitert an 1860 München. Rund 20 Fans haben den Bayern-Trainer beleidigt, der FC Bayern hat das erste Heimspiel der Saison absolviert. Kurz nach Spielbeginn riefen rund 20 Bayern-Fans aus dem Südwesten: Nagelsmann, Schwein, scheiß auf 1860 München. Nagelsmann spielte in den Jahren 2002-2007 beim TSV 1860 München. Und als Trainer arbeitete er dort von 2008 bis 2010 als Assistenztrainer im U17-Team