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Jugend forscht: Zwei Gymnasiastinnen sagen Mikroplastik den Kampf an

– Mikroplastik versteckt sich in Kosmetikartikeln, Schuhen und Autoreifen und ist für unser Auge kaum sichtbar. Umso deutlicher sind aber die Auswirkungen dieser Teilchen auf den Organismus. Melina Krupp und Anna Sommerfeld haben die Kunststoffteilchen im Rahmen des Wettbewerbes „Jugend forscht“ genauer unter die Lupe genommen – und gingen beim Regionalentscheid als Sieger hervor.

„Die Idee, am Wettbewerb teilzunehmen, hatte unser Seminarleiter, nachdem wir unsere Seminararbeit zum Thema Mikroplastik abgegeben haben“, erklären die Ickinger Gymnasiastinnen. Sie untersuchten die Populationen von Wasserflöhen in unterschiedlichen Modell-Ökosystemen, um die Wirkung von Mikroplastik auf den aquatischen Organismus „Daphnia magna“ festzustellen.

„Wir haben die Population der Wasserflöhe jede Woche über einen Zeitraum von vier Wochen untersucht. Dabei haben wir eine Schöpfkelle, Pipetten und eine viergeteilte Petrischale verwendet“, erklärt die 17-jährige Melina Krupp. Anschließend zählten sie die Anzahl der Daphnien, auch Wasserflöhe genannt, und kamen zu einem eindeutigen Ergebnis. „Im Modell-Ökosystem ohne Plastik hat sich die Population positiv entwickelt. In ausnahmslos allen Modellen mit Plastik hat sie sich dagegen verringert“, analysiert die 18-jährige Anna Sommerfeld.

Experimente mit Pipette und Wasserflöhen

Obwohl die Nachwuchsforscherinnen mit einem solchen Verlauf gerechnet hatten, erstaunte sie das deutliche Ergebnis. „Die Wirkung von Mikroplastik auf den aquatischen Organismus war schon erschreckend“, resümiert Krupp, und Sommerfeld fügt hinzu: „Wir konnten zwar mit unseren Mitteln nicht herausfinden, woran die Daphnien gestorben sind, aber die Schädlichkeit von Mikroplastik auf jeden Fall belegen.“ Grund genug, dem Thema weiter auf den Grund zu gehen. So führten die beiden eine Marktanalyse in einem Drogeriemarkt durch und stellten fest, dass dort Peelings mit Mikroplastikanteil angeboten wurden.

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„Mit Hilfe von Filterversuchen haben wir die festen Mikroplastikpartikel aus Peelings, Seifen und Duschgels extrahiert und mikroskopisch untersucht“, erklärt Sommerfeld. Zwar weisen diese Partikel durch ihre raue Struktur nützliche Eigenschaften auf, doch werden sie nicht zwingend benötigt. Krupp: „Hier können auch umweltfreundliche Alternativstoffe wie Kieselerde oder Bambuspeelingperlen eingesetzt werden, wie es in der Naturkosmetik der Fall ist.“ Der leichtfertige Umgang mit Mikroplastik verdeutlicht auch ihre abschließende Untersuchung einer Kinderseife. „Die Glitzerpartikel haben keine kosmetische Wirkung und sollen nur attraktiver für den Käufer wirken“, sagt Sommerfeld. „Im Sinne der Umwelt könnte man also gut darauf verzichten“, so Krupp.

Mit ihren umfassenden Experimenten überzeugten die Nachwuchs-Biologinnen auch die Jury. Sie wurden von Hoerbiger, dem Patenunternehmen des Wettbewerbs, zu Siegern des Regionalentscheids gekürt. Gemeinsam mit zwölf weiteren erfolgreichen Jungforschern des Voralpenlands dürfen die beiden nun am bayerischen Landeswettbewerb teilnehmen. Dominik Hager

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