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Kahlschlag in Hamburg: Tierschutzverein soll Platz für Innovationspark machen

Bergedorf -

Zwischen alten Obstbäumen stromern Igel durch die Sträucher, und Eichhörnchen flitzen die Äste entlang. Direkt hinter der Lärmschutzwand der A25 am Pollhof in Bergedorf liegt der Looki Tierschutzverein. Die Mitarbeiter dort päppeln verletzte Tiere auf, bieten ihnen ein endgültiges Zuhause oder entlassen sie gesund in die Freiheit. Durch die Verschiebung des am Curslacker Neuer Deich geplanten Innovationsparks Richtung Osten soll der Verein jetzt allerdings weichen.

Während des Gesprächs mit der Leiterin Vanessa Haloui (39) und einer der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Annette Rumöller (61) schleicht sich ein Eichhörnchen immer dichter heran. „Brause“ heißt sie, ein ehemaliges Flaschenkind, das mittlerweile in den umliegenden Bäumen ein Zuhause gefunden hat und sogar Mutter geworden ist. „Viele ausgewilderte Tiere kommen uns wieder besuchen“, sagt Haloui. Die über Jahre verwilderte Natur ist ein perfekter Lebensraum für die Tiere.

Der Looki Tierschutzverein liegt idyllisch zwischen alten Obstbäumen und verwilderter Natur.

Der Looki Tierschutzverein liegt idyllisch zwischen alten Obstbäumen und verwilderter Natur – der perfekte Lebensraum für Wildtiere.

Nach zweieinhalb Jahren Suche hatte die 39-Jährige Tierschützerin 2016 das Grundstück für die Tierstation gefunden. Durch die Nähe zur Holtenklinker Straße und zum Bergedorfer Kern ist das Grundstück für alle Helfer gut zu erreichen. Der ehemalige Obstgarten gehörte früher zu dem Grundstück auf der anderen Seite der A25 – das steht mittlerweile unter Naturschutz.

Bergedorf: Der Tierschutzverein soll Industrie weichen

Seit 2019 sind die Arbeiten auf dem Gelände des Tierschutzvereines beendet, nur kurze Zeit später bekamen sie die Hiobsbotschaft: Sie sollen einem Innovationspark weichen. Das eigentliche Gelände des Parks belief sich auf die Fläche östlich vom Curslacker Neuer Deich, begrenzt durch die A25 und die alten Schienen zwischen Bergedorf und Geesthacht. Das Gebiet endet Höhe Brookdamm.

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Nach Angaben des Bergedorfer Bezirksamtes werden allerdings neue Pläne konkreter. Zehn Hektar des eigentlichen Innovationsparks direkt am Curslacker Neuer Deich sind für den möglichen Umzug des Boberger Krankenhauses reserviert. Also prüft der Bezirk jetzt die Erschließung des Grundes bis zum Pollhof – inklusive dem Grundstück auf dem der Tierschutzverein liegt.

Hamburg: Tierstation in Innovationspark integrieren

„Der Umzug des Krankenhauses ist wichtig“, sagt die Ehrenamtliche Annette Rumöller. „Es geht auch nicht um das Krankenhaus, sondern um die Erweiterung des Innovationsparks“, erklärt sie. „Warum also nicht um uns herum bauen“, sagt die Leiterin Haloui. Insgesamt würden sie eine Fläche von 9000 Quadratmetern benötigen, ihr eigenes Grundstück und die jeweils angrenzenden.

Mit Haselnüssen lassen sich die kleinen Fellknäule immer gerne bestechen.

Mit Haselnüssen lassen sich die kleinen Fellknäule immer gerne bestechen.

Auch der Bezirkspolitiker Dennis Gladiator (CDU) sieht die Lösung eher in der Integration des Tierschutzvereines: „Wir sind grundsätzlich nicht gegen die Industrie, aber wir können hier im Einklang mit der Natur bauen.“ Immerhin würde es sich hier um einen sehr alten Obstbaumbestand und nicht um einen erst kürzlich angelegten Wald handeln, ergänzt der Christdemokrat.

Innovationspark vernichtet den Lebensraum der Tiere

Nach Auffassung des Bezirksamtes ist die Verlagerung des Vereins allerdings wahrscheinlich, so eine Sprecherin zur MOPO. „Das Bezirksamt hat angeboten, dem Verein Alternativstandorte vorzuschlagen.“ Um welche es sich dabei handelt, wird auf MOPO-Nachfrage nicht erklärt. Der Verein habe entsprechende Gesprächsangebote bisher nicht wahrgenommen, heißt es.

Die Igel und Eichhörnchenleben hauptsächlich noch in der Nachbarschaft des Vereins.

Die Igel und Eichhörnchen, die in der Wildtierstation wieder fit für die Freiheit gemacht werden, leben hauptsächlich noch in der Nachbarschaft des Vereins.

Im MOPO-Gespräch stellen Vanessa Haloui und Annette Rumöller klar: „Wir sind bereit zu reden.“ Dem Verein geht es um den Schutz der Tiere, denn diese haben hier am Pollhof nahe der Stadt ein Zuhause gefunden. Wird die Natur zu Gunsten des Innovationsparks vernichtet, verschwindet der Lebensraum für Eichhörnchen, Igel, Graureiher, Falter, Libellen Fledermäuse und Co.

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