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Kampagne gegen Immunologen? Trump-Regierung diskreditiert Fauci

Die amerikanische Regierung scheint eine Kampagne gegen Anthony Fauci zu führen, den obersten Immunologen des Landes. Wie die „Washington Post“ berichtet, hat ein Mitarbeiter der Administration am Wochenende eine Erklärung verbreitet, in der es heißt: „Mehrere Mitarbeiter des Weißen Hauses sind besorgt über die Vielzahl der Fehler, die Dr. Fauci gemacht hat.“ Angehängt an die Erklärung war eine Liste früherer Äußerungen Faucis, die sich demnach mittlerweile als falsch herausgestellt haben. Wie die Zeitung berichtet, ähnelt die Liste jenen, auf denen in Wahlkämpfen angebliche Verfehlungen politischer Gegner verzeichnet werden.

Fauci ist der Direktor des Nationales Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten. In der Öffentlichkeit wird er als eine wichtigsten Informationsquellen über das Virus wahrgenommen. Im Frühjahr hatte er wochenlang mit Präsident Donald Trump oder Vizepräsident Mike Pence die seinerzeit täglichen Corona-Briefings im Weißen Haus mit bestritten. Einige der Aussagen, die er auf diesen Pressekonferenzen machte, stehen nun auf der vom Weißen Haus verbreiteten Liste.

So hatte Fauci beispielsweise im Februar und März die Gefährlichkeit des neuartigen Coronavirus heruntergespielt. Er sagte damals, die Menschen müssten in ihrem normalen Tagesablauf nichts ändern. Außerdem spiele die Übertragung durch Menschen, die keine Symptome zeigen, auf ihre Mitbürger kaum eine Rolle. Fauci hatte diese Erklärungen damals jedoch nach dem Stand der Wissenschaft abgegeben und sich auf die Erfahrung mit anderen Coronaviren gestützt.

Das Virus Sars-CoV-2- verhielt sich jedoch anders. In einem Interview damals sagte Fauci auch, dass sich die Empfehlungen ändern könnten, wenn man mehr über das Virus wisse. In der Liste taucht auch eine Äußerung Faucis aus dem März auf. Der Immunologe sagte, es sei nicht notwendig, in der Öffentlichkeit eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Diese Haltung hat Fauci mittlerweile genauso wie Virologen in vielen Ländern der Erde revidiert.

Seit einer Weile ist Fauci nicht mehr an Trumps Seite zu sehen. Die Pressekonferenzen zum Coronavirus wurden eingestellt. Weiterhin gibt sich Fauci Mühe, dem Präsidenten möglichst nicht direkt zu widersprechen. Während Trump aber darauf beharrt, dass das Land auf dem richtigen Weg sei, sagte der Immunologe in der vergangenen Woche in einem Interview mit der Online-Plattform „Fivethirtyeight“: „Ich finde nicht, dass die Lage großartig ist.“

Als Reaktion darauf sagte der Präsident in einem Interview auf Fox News, Fauci sei „ein netter Kerl, aber er hat viele Fehler gemacht“. Der stellvertretende Gesundheitsminister Brett Giroir haute am Sonntag in dieselbe Kerbe. Fauci habe nicht immer recht und orientiere sich nicht immer am Gesamtwohl des Landes. Vielmehr betrachte er die Lage nur durch die Brille der öffentlichen Gesundheit. Auch Trumps Handelsberater Peter Navarro kritisiert den Immunologen. Dieser habe „in allen Angelegenheiten, in denen ich mit ihm zu tun hatte, Unrecht“ gehabt.

Wie die „Washington Post“ berichtet, könnte die unterschiedliche Lageeinschätzung der Grund dafür sein, dass Fauci nicht mehr im Fernsehen zu sehen ist, denn das Weiße Haus muss solche Auftritte genehmigen. In einem Gespräch mit der „Financial Times“ mutmaßte Fauci, es sei möglich, dass er wegen seiner Ehrlichkeit „gerade nicht mehr so oft“ im Fernsehen zu sehen sei. Auch zum Präsidenten habe er momentan keinen Zugang. Das bislang letzte Mal habe er ihn Anfang Juni über die Lage informiert.

Die Öffentlichkeit traut Fauci allerdings wohl weiterhin. In einer im vergangenen Monat von der „New York Times“ in Auftrag gegebenen Umfrage sagten 67 Prozent der Menschen, sie hielten Fauci in Pandemie-Fragen für glaubwürdig. Für Donald Trump betrug dieser Wert nur 26 Prozent.

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