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Katholische Kirche: Bis zu 50.000 Euro für Opfer sexuellen Missbrauchs

Georg Bätzing, der Bischof von Limburg und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, beim Eröffnungsgottesdienst der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe im Dom zu Fulda. Bild: dpa

Die Bischofskonferenz der katholischen Kirche in Deutschland einigt sich auf ein neues Verfahren zur „Anerkennung des Leids“ für Menschen, die sexuell missbraucht wurden.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich während ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda auf ein neues Verfahren zur „Anerkennung des Leids“ verständigt, das Menschen durch sexuelle Gewalt seitens kirchlicher Amtsträger zugefügt wurde und wird.

Daniel Deckers

Daniel Deckers

in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

Wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, am Donnerstag in Fulda erläuterte, soll es vom 1. Januar an einen „einheitlichen Leistungsrahmen für alle 27 Diözesen“ geben. An die Stelle der einzelnen Bistümer, die seit 2011 für die Festsetzung individueller Zahlungen und die Übernahme von Therapiekosten zuständig waren, soll künftig eine noch zu berufende weisungsunabhängige Kommission treten. Diese könne auf Antrag Zahlungen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro festsetzen und dabei auch Personen berücksichtigen, die schon einmal Anerkennungszahlungen erhalten hätten. Neu ist, dass nun auch Betroffene berücksichtigt werden sollen, die von Ordensangehörigen missbraucht wurden, die nicht unter die Jurisdiktion der Diözesen fielen.

Über die mutmaßliche Summe der künftigen Anerkennungszahlungen, das Ausmaß der finanziellen Beteiligung der Orden an diesem Verfahren und die Herkunft der diözesanen Gelder äußerte sich Bätzing nicht. Wie die einzelnen Bistümer die auf sie entfallenden Beträge aufbrächten, ob etwa aus dem Kirchensteueraufkommen oder nicht, könnte nur von den jeweils zuständigen Gremien entschieden werden.

Bätzing kündigte auch an, dass die katholische Kirche einen Betroffenenbeirat einrichten werde. Bei dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs existiert ein solcher Beirat seit dem Jahr 2015.

Gemeinsames Abendmahl?

Gesprächsthema in Fulda war auch eine kurz vor der Vollversammlung erfolgte Intervention aus dem Vatikan gegen das Votum des traditionsreichen „Ökumenischen Arbeitskreises“ (ÖAK) zugunsten der Möglichkeit, als Katholik oder Protestant unter bestimmten Umständen an der Abendmahlsfeier der jeweils anderen Konfession teilzunehmen. Bätzing verteidigte das Votum und sich daraus ergebende Perspektiven für den kommenden Ökumenischen Kirchentag als durch die katholische Theologie gedeckt. Mit den entgegenstehenden Ansichten der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre würden sich die Ökumene- und die Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz sowie der ÖAK selbst auseinandersetzen.

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