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Keine Chemo mehr? Paradigmenwechsel im Kampf gegen Krebs

Die Vortragsrednerinnen und –redner beim 3. Allgäuer Onkologentag

Kempten – Künstlicher Intelligenz, Roboter, Immuntherapie: Bei der Krebsbekämpfung am Klinikum Kempten hat sich einiges getan.

Der 3. Allgäuer Onkologentag am Klinikum Kempten stand ganz im Zeichen diverser Paradigmenwechsel im Kampf gegen den Krebs: Rund 100 Teilnehmer tauschten sich dabei vor Ort und digital über medizinische Innovationen aus.

„Bei der Diagnose und Therapie von Tumor-Erkrankungen gibt es derzeit große Veränderungen.“ Das sagte Prof. Dr. Christian Langer der Fachtagung, die er als Sprecher des Cancer Centers Kempten/Allgäu (CCKA) gemeinsam mit seinem Team veranstaltet hat.

Unterstützung durch Künstliche Intelligenz

Bei der Darmkrebsvorsorge können Mediziner in Zukunft von Künstlicher Intelligenz (KI) unterstützt werden. In Kombination mit hochauflösenden Endoskopen ermöglicht diese laut dem Chefarzt für Gastroenterologie am Klinikum Kempten Dr. Nguyen-Tat, eine noch genauere Beurteilung des Dickdarms. Polypen, die potenzielle Krebsvorstufen sein können, können so entdeckt werden. „Manche Polypen wachsen flach auf der Darmschleimhaut und sind oft erst auf den dritten oder vierten Blick zu erkennen“, so Dr. Nguyen-Tat. Im kommenden Jahr soll die Technologie auch am Klinikum Kempten eingesetzt werden.

OP-Assistenz durch Roboter

Bereits in Betrieb befindet sich das robotergestützte OP-Assistenzsystem Da Vinci. Die High-End-Technologie gilt in Fachkreisen als Meilenstein der Chirurgie. Die Mediziner des Klinikverbunds Allgäu können damit Eingriffe vornehmen, die nur minimal invasiv sind. Das System sorgt dabei für deutlich mehr Präzision während der chirurgischen Eingriffe sowie eine bessere Wundheilung.

Auch im Bereich Diagnostik hat sich viel getan. „Mit den Möglichkeiten der molekularpathologischen Untersuchung können wir Tumorzellen immer genauer untersuchen. Um die Tumore gezielt zu behandeln, kann so eine individuell abgestimmte Medikation eingesetzt werden“, sagte PD Dr. Konrad Aumann bei seinem Vortrag; er ist Ärztlicher Leiter des Zentrums für Pathologie Allgäu (ZfPA) am Klinikum Kempten.

Immuntherapie statt Chemo

Für einen Paradigmenwechsel hat auch die Immuntherapie gesorgt, die sich in den vergangenen Jahren als weitere Säule der Krebstherapie neben Operation, Bestrahlung und Chemotherapie etabliert hat.

„Die Chemotherapie gleicht einem Kahlschlag, bei dem möglichst viele bösartige Zellen abgetötet werden. Leider werden dabei auch gesunde Zellen beschädigt“, erklärte Prof. Dr. Christian Langer, Sprecher des CCKA sowie Chefarzt für Onkologie und Hämatologie am Klinikum Kempten, „die Immuntherapie hat einen anderen Ansatz. Bei ihr wird das Immunsystem durch Infusionen spezifisch so aktiviert, dass es Tumorzellen erkennt und sie im besten Fall zerstört.“

Bei manchen Tumoren könne man so bereits komplett auf Chemotherapien verzichten.