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Germany

Kolumne: Hier in NRW: Kindesmissbrauch härter bekämpfen

Die Landesregierung muss die Kinder in Zukunft besser schützen.

Es ist eine Zahl, die unter die Haut geht. Sage und schreibe 557 Durchsuchungen können im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Kinderpornografie nicht stattfinden. Dem NRW-Innenminister fehlt es nach eigenen Angaben an Personal. Das heißt: 557 Ermittlungsverfahren kommen nicht voran – die Täter können weiter ihr Unwesen treiben, das Leid der vergewaltigten Kinder dauert an.

Ein Aufschrei blieb aus. Das mag daran liegen, dass die Zahl gut versteckt war in einer Pressemitteilung, in der Innenminister Herbert Reul (CDU) eine Reform der Polizei ankündigte, um Kinderpornografie wirksamer zu bekämpfen. Dennoch: Nehmen wir einmal an, es wäre nicht um Kinderpornografie gegangen. Sondern um 557 liegengebliebene Verfahren wegen anderer Delikte. Ungleich größere Aufmerksamkeit wäre dem Innenminister wohl gewiss gewesen.

Kinder haben eben keine starke Lobby. Das zeigt sich auch daran, dass in NRW jedes Jahr etwa 100 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge spurlos verschwinden – und niemand geht dem genau nach. In Berlin zum Beispiel sind Medienberichten zufolge gerade 500 vietnamesische Kinder unauffindbar. Es besteht der Verdacht, dass sie in die Hände von Zuhältern fielen. Seit Kinderpornografie solch reißenden Absatz findet, sind Minderjährige in den Augen Krimineller zu einer wertvollen Ware geworden. Das ist übrigens nicht nur eine Folge des Internets. Schon in den 80er und 90er Jahren gab es Fälle von Kindesmissbrauch, die ein vergleichbares Ausmaß hatten wie die mutmaßlichen Massen-Vergewaltigungen in Lügde. Als die Fälle aufgearbeitet waren, war man froh, sie zu den Akten legen zu können. Bleibt zu hoffen, dass die Landesregierung aus den schrecklichen Geschehnissen in Lügde härtere Konsequenzen zieht.

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Autorin: kolumne@rheinische-post.de

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