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Kommentar: Leverkusen kann die Saison weiterhin zu einem hervorragenden Ende bringen

Berlin -

Um 22.11 Uhr reckte Manuel Neuer den 52 Zentimeter großen und 5,7 Kilogramm schweren DFB-Pokal in den Berliner Abendhimmel, das goldene Konfetti regnete auf die Stars des FC Bayern hinab. Mit Ausnahme der verwaisten Zuschauerränge ein gewohntes Bild im Olympiastadion.

Es hätte an diesem Samstag viel zusammenkommen müssen, damit Lars Bender an der Stelle des Bayern-Kapitäns hätte stehen und jubeln dürfen. Bayer 04 hätte ein fast fehlerfreies Spiel absolvieren, Kai Havertz und Moussa Diaby einige Kunststücke zeigen müssen. Deutlich zu viele Konjunktive. Tatsächlich patzte die Werkself in den entscheidenden Szenen in Person von Kevin Volland (hätte ein Tor erzielen müssen) und in Person von Lukas Hradecky (hätte ein Tor verhindern müssen).

Zu viele Defizite bei Bayer Leverkusen

Mit so vielen Defiziten ist der FC Bayern des Jahres 2020 nicht zu bezwingen. Es ist sogar zu bezweifeln, dass ein Auftritt nah am Leverkusener Optimum zum Titel gereicht hätte – ein Trost, wenn auch ein schwacher. Dennoch dürfte bei den meisten Spielern und Offiziellen die Einsicht der Überlegenheit des Gegners bald die Trauer um den verpassten Pokal verdrängen – zu klar waren die Verhältnisse im Endspiel.

Zumal Leverkusen die Saison weiterhin zu einem hervorragenden Ende bringen und sich des „Vize“-Stempels entledigen kann. Trotz Bundesliga-Platz fünf und der Ernüchterung von Berlin. Im August wird in Nordrhein-Westfalen der Europa-League-Sieger in einem Finalturnier ermittelt. Vier erfolgreiche Spiele würden zum ersehnten Titel reichen. Die Qualifikation für die lukrative Champions League gäbe es obendrauf.

Auch das sind wieder viele Konjunktive. Doch die Aussichten für Bayer 04 sind besser als die im DFB-Pokal – denn keiner der Europa-League-Gegner verfügt auch nur annähernd über die Qualitäten des FC Bayern München im Jahr 2020.

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