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Kommentar zum EM-Start: Deutschland beginnt mit Endspielen, das hat es noch nie gegeben

Dieses EM-Turnier, an dem so vieles ungewöhnlich ist, beginnt auch für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit etwas nie Dagewesenem: mit Endspielen. Es ist normal, dass auf der Reise zu einem großen Titel der amtierende Weltmeister und Europameister im Weg stehen. Dass sie dies aber in den ersten beiden Partien des Turniers tun, ist der Fußball-Großmacht Deutschland noch nie passiert und sagt auch einiges über ihren aktuellen Status als derzeit Zwölfter der Weltrangliste aus.

Seit dem peinlichen Scheitern in der WM-Vorrunde 2018 gegen Schweden, Mexiko und Südkorea verbreitet die DFB-Elf erschreckend wenig Schrecken. Die Option, als Gruppendritter mit einem gegen Frankreich und Portugal ergaunerten Punkt und einem Sieg über den großen Außenseiter Ungarn ins Achtelfinale einzuziehen, hat nichts Stolzes. Aber sie könnte dem letzten Projekt des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw das Überleben in diesem Turnier sichern.

Schwerer wird es für die DFB-Elf nicht

Sollte das gelingen, käme die gute Nachricht: Schwerer wird es nicht. Der deutsche Kader mag keinen potenziellen Weltfußballer und keinen klassischen Torjäger in seinen Reihen haben, er mag voller Spieler sein, die ihre Rolle in diesem Ensemble noch finden müssen, er mag eine extreme Unwucht haben zwischen Klasse im Mittelfeld und Zweifel in der Defensive, aber er verfügt über so viel fußballerische Klasse und Siegertypen, dass es in einem K.o.-Spiel jedem Trainer einer gegnerischen Mannschaft den Angstschweiß auf die Stirn treiben muss.

Neuer, Kimmich, Gündogan, Kroos, Müller, Goretzka, Havertz, aber auch Gnabry, Sané und sogar Werner sind, in unterschiedlichen Reifegraden, Spieler, die in jeder Sekunde den Unterschied machen können. Es ist nicht schwer, vorherzusagen, dass sie in der richtigen Zusammenstellung mit jeder Minute des Turniers als Team besser werden.

Hier stellen sich die entscheidenden Fragen: Wird Joachim Löw ein letztes Mal seine Entrücktheit verlassen, die ihn seit dem WM-Sieg 2014 von der Realität des Fußballs entfernt hat? Und vor allem: Wird die Mannschaft die drei Endspiele überstehen, mit denen dieses paneuropäische Pandemieturnier für sie beginnt? Sollte das gelingen, und sei es durch das Schlupfloch eines dritten Gruppenplatzes, der gut genug ist, dann begänne das Turnier für Deutschland erneut. Und dann richtig.

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