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Konzept mit Museum: Mutiger Schritt ins alte Rathaus von Leichlingen

Leichlingen -

Einen Schritt weiter gekommen ist das soziokulturelle Zentrum, das die Stadt im alten Rathaus an der Neukirchener Straße einrichten will, in der Sitzung des Kulturausschusses. Obwohl noch gar nicht mit einem Auftrag gerechnet worden war und auch keine entsprechende Beschlussempfehlung der Verwaltung auf dem Tisch lag, entschieden sich die Politiker des Gremiums am Donnerstagabend recht spontan und etwas überraschend, eine Planung auf den Weg zu bringen.

Architektur-Büros können sich bewerben

Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, eine Ausschreibung vorzubereiten, damit Architekturbüros Konzepte für Umbau und Nutzung des kommunalen Denkmals als Bürgertreff für Veranstaltungen und Ausstellungen entwerfen.

Ausdrücklich genannt wird als Zweckbestimmung das Anliegen des Freundeskreises Stadtmuseum, im alten Rathaus trotz engen Raumes auch eine historische Präsentation zur Stadtgeschichte mit unterzubringen. Insofern fand ein Antrag, den der Verein erneut gestellt hatte, um sein Projekt voranzutreiben, Berücksichtigung.

Fachmann ist interessiert

Der Beschluss fiel unter dem Eindruck des vorausgegangenen Vortrags von Ulrich Hermanns, zu dem der Freundeskreis Kontakt hergestellt hat. Der renommierte Museumsplaner aus Münster hat sich mit seinem Büro bundesweit einen Ruf als Spezialist für Ausstellungs-Architektur erworben. Er hat sich von der Vereinsvorsitzenden Birgitt Färber nach Leichlingen locken lassen, sich das alte Rathaus im Sommer 2019 bereits angeschaut und ließ in der Ausschuss-Sitzung Interesse durchblicken, sich des Projektes anzunehmen. Neben großen Museumshäusern (wie in Aachen, Kassel und München) hat er auch Erfahrung mit kleinsten Räumen (wie dem Römergrab in Köln-Weiden) und wäre wohl genau der richtige Mann für die Blütenstadt.

Im Erdgeschoss wird ein Saal mit 90 Plätzen eingerichtet. Hinter der Türe befindet sich der Ausstellungsraum.

Im Erdgeschoss wird ein Saal mit 90 Plätzen eingerichtet. Hinter der Türe befindet sich der Ausstellungsraum.

Hermanns Vorschlag, das Vorhaben Altes Rathaus zunächst in Werkstattgesprächen mit der Bürgerschaft zu entwickeln und gemeinsam mit Geldgebern, Ehrenamtlern und Projektpartnern wie der Regionale 2025 oder dem Landschaftsverband zu planen, gefiel dem Kulturausschuss.

Trägerschaft, Betriebsstruktur, Investitions- und Folgekosten sowie Inhalt musealer Räume sind zwar noch völlig offen. Aber SPD-Fraktionschef Matthias Ebecke gab die Linie vor, der auch die anderen Fraktionen folgten: „Springen wir oder springen wir nicht?“, das sei die Frage, sagte er und appellierte, die Chance zu ergreifen: „Lasst uns springen und dieses Wagnis eingehen.“ Den Mut fasste schließlich auch Fachbereichsleiter Ingolf Bergerhoff, der für die Verwaltung grünes Licht gab: „Wir können uns vorstellen, uns auf diesen Weg zu begeben.“