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Lebensbilder: Inge-Kathrein Wolfert: Herrin über die Zahlen

Freyburg/Nebra -

Es braucht seine Zeit, bis Verbandsgemeindebürgermeisterin Jana Schumann alle Berufsstationen von Inge-Kathrein Wolfert aufgezählt hat. Ein Präsent steht in Reichweite, die Mitglieder des Verbandsgemeinderates drücken ihren Respekt mit einem Klopfen auf den Tischen aus. Ein bewegender Moment, ein Moment des Abschieds im Bürgerhaus in Wetzendorf. Die 63-jährige Leiterin der Kämmerei der VG Unstruttal geht in den Ruhestand. „Sie ist eine Kämmerin, wie sie im Buche steht. Ich habe immer ihren Umgang mit den Bürgermeistern bewundert“, sagt die VG-Chefin. Mit Inge-Kathrein Wolfert verabschiedet sich nun die erste der langjährigen Amtsleiter der Verbandsgemeinde. „Ich habe immer versucht, mein Bestes zu geben“, sagt sie an jenem Abend - in aller Bescheidenheit.

Großeltern waren Kaufleute

Wer die Antwort auf die Frage sucht, wie sie zu ihrer Liebe zu den Zahlen gekommen ist, sollte in die Geschichte der Familie schauen. „Meine Großeltern mütterlicherseits waren Kaufleute“, erklärt die gelernte Wirtschaftskauffrau und studierte Diplom-Ökonomin, die in Burgscheidungen aufwuchs und ihre ersten beruflichen Erfahrungen im Sachbereich Materialwirtschaft des Zementwerkes Karsdorf sammelte.

Es dauerte nicht lange, bis sie von der Wirtschaft in die Behörde wechselte. Ab 1983 war sie sieben Jahre lang die stellvertretende Leiterin der Kreisstelle für Statistik in Nebra. Folgend bekleidete sie die Funktion als Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes des Landkreises Nebra, später war sie Prüferin im Amt des Burgenlandkreises. Im Anschluss war sie Mitarbeiterin der Kommunalaufsicht. 2001 führten sie ihre Wege schließlich nach Freyburg. Sie wurde vom Landkreis als Mitarbeiterin der Kämmerei abgeordnet, um mit Beginn des darauffolgenden Jahres die Leitung des Bereiches Finanzen zuerst der Stadt, später der Verwaltungsgemeinschaft beziehungsweise ab 2010 der Verbandsgemeinde zu übernehmen. Mit Blick auf die verschiedenen Stationen sagt Inge-Kathrein Wolfert bestimmt: „Ich kenne und verstehe die anderen Seiten.“

Dabei saß sie nicht nur im stillen Kämmerlein im zweiten Stock der Verwaltung. Auf Sitzungen der Gemeinderäte und des Verbandsgemeinderates erklärte sie stets geduldig - selbst in schwierigen finanziellen Zeiten damals wie heute - das Zahlenwerk, wenn Beschlüsse zu Satzungen oder Etats gefasst werden mussten. Eine Herausforderung stellte für sie die Einführung der Doppik, der doppelten Buchführung, dar. „Jedes Flurstück, jedes Gebäude, jede Straße musste aufgenommen und bewertet werden. Und die Verbandsgemeinde ist die größte im Land Sachsen-Anhalt. Das war ein großer Aufwand“, erzählt Inge-Kathrein Wolfert, die ab 2014 zugleich als zweite stellvertretende Verbandsgemeindebürgermeisterin wirkte. Die Leitung der Kämmerei mit insgesamt 16 Mitarbeitern übergibt sie an ihre Stellvertreterin Diana Jacobi. „Es wird einen fliegenden Übergang geben“, so Inge-Kathrein Wolfert. Mit dem Mehr an Zeit wird bei ihr indes keine Langeweile aufkommen. Die Familie, Haus und Garten warten auf sie. Auch die Enkel- sowie Nachbarskinder werden sie wohl mehr in Anspruch nehmen.

Viel gereist und Fußball-Fan

Und wenn in die schwierige Zeit wieder etwas Normalität einkehrt, wird Inge-Kathrein Wolfert weiter ihren Leidenschaften nachgehen. Die Weltkarte im Büro ist Ausdruck ihres Reisefiebers. „Neuseeland, Peru, Mexiko, Kambodscha, Thailand“, zählt sie auf. „Alte Kultur und Geschichte interessieren mich.“ Ein Accessoires ist hier indes nicht zu sehen: ein blau-weißer Schal. Die Finanzexpertin, die trotz Rente der Kämmerei fortan nebenbei für einige Stunden zur Verfügung stehen wird, ist Hansa-Rostock-Anhängerin. Aber Fußball hat ja bekanntlich auch etwas mit Zahlen zu tun.

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