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Lehrermangel! - An dieser Schule gibt’s kein Physik mehr

Chemnitz – Unhaltbare Zustände an der Alexander-von-Humboldt-Oberschule im sächsischen Chemnitz: Weil es nicht genügend Lehrer gibt, fallen seit Monaten dutzende Unterrichtsstunden einfach aus – das Fach Physik wurde sogar komplett aus dem Stundenplan gestrichen!

„So kann, so darf es nicht weitergehen!“, fordern Eltern und Schüler jetzt in einer Online-Petition.

„Die Stundentafel wurde erheblich gekürzt, in einigen Klassen um 25 Prozent und das bereits im letzten Schuljahr“, erklärt darin Organisatorin und Elternvertreterin Anja Reuchsel. „Bis auf vier Fächer sind alle von diesen Kürzungen betroffen und können nicht ausreichend unterrichtet werden.“

Besonders stark betreffe dies die Fächer Englisch, Ethik, Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales, Musik und Physik. Letzteres könne derzeit gar nicht mehr unterrichtet werden, da es seit diesem Schuljahr keine einzige Lehrkraft dafür gebe.

Not-Unterricht für Abschlussklassen

Für die drei Abschlussklassen sollen nach den Herbstferien Lehrer aus anderen Schulen stundenweise einspringen, damit die Schüler überhaupt an Prüfungen teilnehmen können.

„Aber das reicht nicht, in den Klassenstufen 6, 7, 8 und 9 kann gar kein Physikunterricht stattfinden. Damit wird vielen Kindern die Chance auf einen Beruf im technischen und handwerklichen Bereich erschwert oder sogar genommen“, so Reuchsel.

Ein weiteres Problem sei der hohe Krankenstand unter den Lehrkräften: „Abgeordnete Lehrkräfte von anderen Schulen fallen durch Krankheit wochenweise aus, sodass der geplante Unterricht zum Teil doch nicht stattfinden kann.“

Die Schulleitung würde alle Hebel in Bewegung setzen: „Wir versuchen alles Mögliche, um Wege zu finden, die unserer Schülerschaft einen bestmöglichen Abschluss gewährleisten, auch wenn das momentan eine Herausforderung ist“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Franksiska Boryń.

Vater: „Das ist eine Schande für Deutschland“

Die Petition haben bislang knapp 300 Menschen unterzeichnet. Darunter sind auch die Eltern von betroffenen Kindern. Ein Vater kommentiert: „Das ist eine Schande für Deutschland!“, eine Mutter meint: „Einen Bildungsauftrag zu erfüllen geht nur, wenn es auch genug motivierte und engagierte Lehrer gibt, die unsere Kinder unterrichten.“

Sie fordern vom Freistaat Sachsen dringendst Unterstützung in Form von hybriden Unterrichtsmöglichkeiten, Kooperationen mit der Universität oder die Abordnung von Lehrern aus Schulen mit freien Trägerschaften.

„Wer nie die Grundlagen der Physik verstanden hat, wird auch später nicht verstehen, wie eine Maschine funktioniert. Sieht so die sächsische Fachkräftestrategie aus?“, fragen die Unterzeichner.