Germany
This article was added by the user . TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Leichtes Spiel

Von: Patrick Hilmes

Kommentare

SCR-Stürmer Robin Soudek schießt aufs Tor.
Bester Mann auf dem Eis: Robin Soudek führt den SC Riessersee mit vier Toren zum deutlichen Auswärtssieg in Passau. © ANDREAS MAYR

Die Passauer Black Hawks haben den SC Riessersee nicht sonderlich gefordert. Dadurch konnten die Garmisch-Partenkirchen einen ungefährdeten 6:1-Auswärtserfolg verbuchen, bei dem Robin Soudek gleich viermal traf.

Passau – 37 Spiele, 25 Tore, 23 Assists: So liest sich die Statistik von Robin Soudek in der vergangenen Saison der Eishockey-Oberliga Süd. Der tschechische Kontingentspieler schlug voll ein beim SC Riessersee. Doch in dieser Spielzeit lief es für den 30-Jährigen bisher nicht ganz so rund. Seine Zahlen: solide, aber eben nicht sonderlich berauschend. In Passau aber konnte Soudek seine Bilanz kräftig aufpolieren, war der auffälligste Spieler auf dem Eis und steuerte beim 6:1-Sieg der Riesserseer ganze vier Tore bei.

Erstmals in Erscheinung trat der Stürmer in Minute elf: Von der neutralen Zone aus nahm er Anlauf, entledigte sich mit einer schönen Bewegung seines Gegenspielers und versenkte die Scheibe aus spitzem Winkel im rechten Kreuzeck – das 2:0 für die Gäste aus Garmisch-Partenkirchen. Für das 1:0 war Aziz Ehliz zuständig. Der Verteidiger drosch die Scheibe von der blauen Linie aus in die Maschen des Passauer Gehäuses. Ein gerechter Spielstand nach dem ersten Drittel. Die Passauer ließen zwar einmal das Aluminium des von Michael Böhm gehüteten SCR-Tores erklingen, hatten ansonsten aber reichlich in der eigenen Defensive zu tun. Das bestätigt auch die Torschussstatistik nach den ersten 20 Minuten – 22:8 aus Sicht des SCR.

Und ebenso so oft beförderten die Gäste die Scheibe auch in Drittel zwei auf das Tor der Gastgeber. Erstmals wieder im Netz lag der Puck in Minute 24. SCR-Kapitän Florian Vollmer schoss Passaus Goalie Leon Meder die Maske vom Kopf, Soudek staubte ab. Zur Verwunderung vieler auf dem Eis erkannte Schiedsrichter Andreas Flad diesen Treffer an. Glück für die Gäste, die aber ohnehin das dominante Team waren. Auch in der nächsten Aktion trat das Duo Vollmer/Soudek in Erscheinung. Der Kapitän legte auf den Tschechen ab, der sträflich allein gelassen wurde – 4:0 (29.). Und 44 Sekunden später klingelte es schon wieder. Marlon Wolf fing einen katastrophalen Pass der Black Hawks ab, steckte direkt durch auf Bastian Eckl, der sich diese Chance nicht entgehen ließ und auf 5:0 stellte.

Insbesondere in dieser Phase hatten die Weiß-Blauen leichtes Spiel, denn Passau bot keinesfalls Eishockey auf Oberliga-Niveau an. Das erkannte auch Coach Ales Kreuzer und nahm eine Auszeit. Allein an dieser Szene konnte man den Spielstand ablesen: Während Kreuzer auf seine Mannen energisch einredete, standen die Riesserseer Akteure gelassen an der Bande, nahmen einen Schluck aus der Wasserflasche und dann ging es weiter. Passau wechselte den Goalie, aber an den Kräfteverhältnissen änderte sich nichts. Die Black Hawks liefen weiterhin hinterher, nur der SCR verpasste zunächst, das halbe Dutzend vollzumachen. Dafür war dann wieder Soudek zuständig. Nach starker Vorarbeit von Alexandre Perron-Fontaine stand der Tscheche, dort, wo ein Stürmer zu stehen hat und markierte das 6:1 für den SCR. An seiner Leistungsbeurteilung änderte auch sein Fehlpass nichts, der zum zwischenzeitlichen 1:5 geführt hatte.

Entsprechend erhielt Soudek auch ein Sonderlob von Pat Cortina: „Es freut mich für Robin, er arbeitet sehr hart.“ Doch der Tscheche allein erhielt nicht alle die Lorbeeren. „Das war ein Sieg des ganzen Teams. Alle Reihen haben es gut gemacht und unseren Matchplan über die gesamte Zeit durchgezogen.“

In Passau waren widererwartend doch Fans zugelassen, 202 verfolgten die Partie live vor Ort. Hintergrund ist die Auslegung des Bayerischen Innenministeriums der neuen Zuschauerregelung. In der heißt es: „Zu großen überregionalen Sportveranstaltungen sind Zuschauer nicht zugelassen.“ Das treffe aber nicht auf die Oberliga Süd zu. Denn: „Überregional sind Sportveranstaltungen von Wettbewerben und Ligen, in denen bayerische Mannschaften oder bayerische Sportler (auch) gegen außerbayerische Mannschaften oder Sportler antreten.“ Da sämtliche zwölf Teams der Süd-Staffel im Freistaat beheimatet sind, dürfen die Besucher weiterhin in die Stadien pilgern - unter Einhaltung der 2G-plus-Regel. Eine gute Nachricht für Fans und Vereine, immerhin steht die zuschauerträchtige Weihnachtszeit bevor. Doch beim SCR ist man sich der Sache nicht sicher, dass man am Sonntag daheim gegen Regensburg wirklich Zuschauer im Olympia-Eissportzentrum begrüßen darf. „Wir müssen erst Gespräche mit dem Gesundheitsamt führen. Ich traue der Nummer noch nicht“, betont Geschäftsführer Pana Christakakis.

Auch interessant