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Lindlar-West und Freizeitpark: Unterschriften für Tempo 50 an Landstraße 299

Lindlar -

Das Neubaugebiet Lindlar-West ist kräftig gewachsen. Für Familien attraktiv ist die Nähe zum Freizeitpark, zum Hallenbad, zum Schulzentrum und zum Gymnasium. Doch um dorthin zu gelangen, müssen Fußgänger die stark befahrene Landesstraße 299 queren. Einen Fußgängerüberweg gibt es bis heute nicht, sondern lediglich zwei Querungshilfen. Ein Problem vor allem für Kinder.

Die Ausgangssituation

Seit Jahren kämpfen Bürger, Lokalpolitiker und Verwaltung in Lindlar für ein Lösung. Würde man das Lindlarer Ortseingangsschild 500 Meter in Richtung Westen – vor Schloss Heiligenhoven – verlegen, dann würde auf der Strecke automatisch Tempo 50 gelten. Und auch ein Zebrastreifen wäre dann möglich.

Unterschriftensammlung

Stefanie Gantenberg wohnt mit ihrer Familie in Lindlar-West. Sie hat kürzlich eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. Die Forderung: Das Ortsschild verlegen und vor dem Hallenbad einen Zebrastreifen einrichten. „Über 400 Unterschriften haben wir schon zusammen“, freut sich die Initiatorin. Unterschriftenlisten, in die sich Personen ab 18 Jahren eintragen können, liegen aus in der Grundschule Lindlar-West, in den Kindergärten Spatzennest und Lebensbäumchen und in der Buchhandlung Tim und Jan in der Hauptstraße.

Bis Jahresende wollen Gantenberg und ihre Mitstreiter – dazu zählt auch die Bürgerinitiative Heilignhoven – weiter Unterschriften sammeln und diese dann gebündelt an den Oberbergischen Kreis als Petition übergeben.

Das Straßenverkehrsamt

Das Straßenverkehrsamt des Kreises lehnt die Forderung ab und beruft sich dabei auf die Straßenverkehrsordnung und die entsprechende Verwaltungsvorschrift. Ortseingangsschilder sind demnach dort anzubringen, „wo die geschlossene Bebauung auf einer der beiden Seiten für den ortseinwärts Fahrenden erkennbar beginnt. Eine geschlossene Bebauung liegt vor, wenn die anliegenden Grundstücke von der Straße erschlossen werden.“

Die herrschende Rechtssprechung besage – so das Straßenverkehrsamt – dass die Ortstafel jenen Bereich kennzeichne, der eine ortstypische Bebauung enthält, aus der sich „in Verbindung mit der Straße relevante Verkehrslagen ergeben können“. Das sei in Lindlar nicht der Fall. Weil sich zudem an der L 299 keine „objektive Gefahrenlage“ feststellen lasse, sei eine Reduzierung auf Tempo 50 nicht zulässig.

Die Reaktion

„Das Straßenverkehrsamt versteckt sich hinter Paragrafen“, ärgert sich Stefanie Gantenberg. In ihrem Antwortschreiben an das Straßenverkehrsamt hebt sie die besondere Situation vor Ort hervor. An beiden Querungshilfen – in Höhe Hallenbad und an der Einmündung Reuschsiefen – sei die Sicht auf die Fahrbahn nur eingeschränkt möglich. Der Weg über die Landesstraße sei ein täglich mehrfach genutzter Schul- und Kindergartenweg. Aber auch Jugendliche aus Lindlar-West, die zum Skaterpark wollen, müssen die L 299 queren.

„Kommen Sie zu uns nach Lindlar, sehen Sie sich die Lage an der L 299 an und prüfen Sie, ob es nicht doch rechtliche Möglichkeiten gibt“, lädt Stefanie Gantenberg das Straßenverkehrsamt ein. Ihr Brief datiert vom 8. Oktober. „Bislang habe ich keine Antwort erhalten“, so Gantenberg.

Das Ordnungsamt

Parallel dazu hat sich die Lindlarerin an das Kreisordnungsamt gewendet und um Geschwindigkeitsmessungen an der L 299 gebeten. Denn viele Autofahrer würden sich auch nicht an Tempo 70 halten, so ihre Beobachtung. „Ab Ortsausgang wird geheizt“.

Das Ordnungsamt hat versprochen, an der Straße ein Verkehrszählgerät zu installieren, das eine Woche lang die Zahl der Fahrzeuge und die Geschwindigkeiten messen soll. Nach Auswertung dieser Daten soll entschieden werden, ob eine Messstelle eingerichtet werden kann.

Die Lindlarer Politik

Das Thema ist in Lindlar nicht neu. Der Vertrag der Gemeinde mit der Erschließungsgesellschaft Lindlar-West sah den Bau einer Fußgängerbrücke über die L 299 vor – doch sie wurde aus verschieden Gründen nie realisiert. Genauso alt ist die Forderung nach Tempo 50 bis zum Schloss.

Lindlar hat 2005 und 2014 Tempo 50 beziehungsweise eine Verlegung des Ortsschildes beantragt, der Kreis hat dies jedoch stets abgelehnt. Gebaut wurden lediglich die beiden Querungshilfen, außerdem hat der Kreis auf Druck der Gemeinde Tempo 70 eingeführt.

Die Verwaltung

Auch Bürgermeister Dr. Georg Ludwig unterstützt die Petition der Bürger. „ Ich rechne dem Anliegen noch bessere Chancen ab dem Zeitpunkt ein, an dem die Schlossklinik Heiligenhoven in Betrieb geht und dort dann beiderseits der L 299 mehr Bebauung mit entsprechender Frequentierung durch Fahrzeuge und Fußgänger vorhanden sein wird“, so Ludwig auf eine Anfrage unserer Zeitung.

Der letzte Stand

Das Straßenverkehrsamt hat jetzt – wie uns der Lindlarer Bürgermeister bestätigte – eine verkehrsrechtliche Anordnung erlassen, die befristet bis zum 30. Oktober 2021 gilt. Danach wurde auf dem Abschnitt zwischen Einfahrt Minigolfanlage und Einfahrt Schloss Heiligenhoven eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 50 erlassen – wegen der Baustellenausfahrt am Schloss. Die Schilder werden wohl nächste Woche aufgestellt.

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