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Lockdown für Kultur: Neustrelitzer Kino-Chef wirft Schwerin „leere Worte” und Ignoranz vor

In harschen Worten kritisiert fabrikkino-Betreiber Horst Conradt den Lockdown für Kulturstätten. Der Politik wirft er „leere Worte” vor. Kultur sei ein Lebensmittel.

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Neustrelitz

Als „tiefgreifende Gedankenlosigkeit und Ignoranz” hat der Kinoleiter der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz, Horst Conradt, die Schließung der Kulturstätten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte kritisiert. Die in dieser Woche getroffene Entscheidung sei „komplett unverständlich” und lasse eine Differenzierung des tatsächlichen „Gefährdungspotenzials” vermissen, so der 72-Jährige. In Kinos wie auch in Theatern seien Hygienemaßnahmen, Abstand, Durchlüftung und auch Kontakt-Nachverfolgung optimal zu gewährleisten.

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Bekentnisse der Politik nur „leere Worte”

Die am späten Dienstagabend verfügte Schließung habe umfangreiche Veranstaltungsvorbereitungen buchstäblich über Nacht zunichte gemacht, so der Kino-Chef. „Das ist frustrierend, kostspielig und missachtet die kulturellen Bedürfnisse unserer Gäste. Kultur ist ein Lebensmittel – gerade auch in der jetzigen bedrohlichen Situation!” Noch im Herbst geäußerte Bekenntnisse aus der Politik zu den Kulturstätten gerade im ländlichen Raum erwiesen sich nun als „leere Worte”.

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Schon die 2G-Plus-Regelung sei einem Lockdown gleichgekommen, stellt Conradt fest. „3G wäre gut. Und wenn das angesichts steigender Coronazahlen nicht geht, dann bitte 2G”, fordert er. Dies sei auch die einhellige Meinung und Erfahrung von rund 150 Mitgliedern der AG Kino-Gilde, die in dieser Woche zu einem bundesweiten Online-Treffen versammelt waren. Deren Vorsitzender Dr. Christian Bräuer hatte sich ausgesprochen für „Maßnahmen dort, wo sie etwas bewirken”. Die Kulturbranche brauche „Planbarkeit, Verlässlichkeit sowie ein klares kulturpolitisches Aufbruchssignal”; die derzeitige Maßnahmen stellten jedoch das genaue Gegenteil dar.