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Lyriktag in Lohr am Samstag: Warum die kleine Stadt ein deutschlandweiter Hotspot der Lyrik ist

Nach der Premiere des erfolgreichen ersten Lyriktags 2022 in Lohr findet er am Samstag, 28. Oktober, seine Fortsetzung im Alten Rathaus. Organisiert hat ihn erneut die Lohrer Autorin Krystyna Kuhn. Sie gehört dem Bundesvorstand des Verbands Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) an. In der Regionalgruppe Ober/Unterfranken im VS-Landesverband Bayern ist sie seit 2019 Vorsitzende und seit 2022 Vorstandsmitglied.

Frage: Frau Kuhn, wie läuft der Lyriktag in Lohr am Samstag ab?

Kuhn: Die Lesungen beginnen um 11 Uhr und gehen bis 21 Uhr. Viele Leute haben Berührungsängste mit Lyrik, diese möchte ich abbauen. Daher lautet das Motto "Kommen und Gehen." Um 14 Uhr 30 hält Jan Wagner die Eröffnungsrede, um 16 Uhr gibt es eine Podiumsdiskussion zum Thema "Lyrik - die Erfindung der Sprache." Auftreten wird auch die Würzburger Musikerin Sara Teamusician. Es gibt also ein sehr abwechslungsreiches Programm.

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Ist es Ihnen dank der Zugehörigkeit in den oben genannten Gremien gelungen, den Lyriktag zum zweiten Mal nach Lohr zu holen und die Stadt damit zum Hotspot der Lyrik zu machen?

Krystyna Kuhn: Ja, der Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller ist Mitveranstalter und ohne diesen Verband und meine Ämter wäre es nicht möglich, so eine Veranstaltung nach Lohr zu bringen.

Haben Sie die Veranstaltung alleine organisiert? Wie liefen die Vorbereitungen?

Kuhn: Ich habe sie alleine geplant und organisiert. Das war sehr aufwendig und anstrengend. Am Lyriktag selbst habe ich die Unterstützung von Mitgliedern der Kulturinitiative Lohr. Ohne sie könnte ich das nicht leisten.

Wie viele Autorinnen und Autoren sind diesmal dabei? Woher kommen sie, was tragen sie vor? Und werden auch Sie lesen?

Kuhn: Ich habe 15 Teilnehmende aus ganz Deutschland und Wien eingeladen. Sie alle sind Profis in ihrer Performance. Unter ihnen sind sehr wichtige Vertreter der Deutschen Lyrik wie Jan Wagner aus Berlin und Monika Rinck, die in Berlin Moabit und Köln lebt. Beide sind mit hoch dotierten Preisen ausgezeichnet. Es ist schon außergewöhnlich, dass sie zugesagt haben. Zum Vortrag kommen eine Vielfalt an Texten und Themen - politische Lyrik, Poetry Slam und Spoken Words. Es geht um Liebe, Natur oder gesellschaftliche Fragen. Und ja, diesmal werde auch ich lesen. Ich arbeite schon lange an einem Lyrikzyklus mit dem Titel "fische kriechen aus der haut." Die Gedichte habe ich noch nie öffentlich gelesen. Es ist für mich eine Premiere.

Wie wichtig sind Lesungen für die Schriftstellerinnen und Schriftsteller?

Kuhn: Sie sind sehr wichtig. Lyrik wird nicht für die Schublade geschrieben. Sie will in Kommunikation treten mit Menschen, die Gedichte lesen und hören. Die Texte geben Gefühlen, Gedanken, Stimmungen und Erlebnissen Raum. Sie sprechen die Menschen direkt an. Zudem darf man nicht vergessen, dass die Lesungen für die Schreibenden eine wichtige Einnahmequelle sind. Zum Glück sind die Honorare hoch genug, dass ich auch Wagner und Rinck einladen konnte.

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Wird der Tag erneut vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt?

Kuhn: Ja, aber außer dem Ministerium gibt es keine Sponsoren. Ich habe sonst keine Förderung erhalten. Dem Ministerium bin ich sehr dankbar, dass es sich zum Ziel gesetzt hat, die freie Szene im Bereich der Literatur zu unterstützen. Gerade für die Lyrik ist das notwendig.

Haben Sie bereits Pläne für eine Fortsetzung des Lyriktags?

Kuhn: Darüber mache ich mir erst im nächsten Jahr Gedanken. Das hängt auch davon ab, ob das Ministerium wieder eine Förderung in Aussicht stellt.